Hunde sind grundsätzlich sehr kooperative und dem Menschen zugeneigte Haustiere. Dennoch gibt es einige Dinge, die Hunde im Zusammenleben mit ihrem Menschen gar nicht mögen. Nicht nur, dass ihnen diese Dinge unangenehm sind, sondern vielmehr kann das ein oder andere zu Gesundheits- oder Verhaltensproblemen führen. Was zählt dazu?

Langes Alleinsein

Hunde sind soziale Tiere, denen die Nähe ihrer Menschen wichtig ist. Grundsätzlich sollte jeder Hund gelernt haben, eine gewisse Zeit entspannt allein zu bleiben. Denn manchmal kann er seine Bezugsperson nicht begleiten, sei es bei einer Fahrt zum Supermarkt, zum Familientreffen oder einem Kinobesuch. Deshalb ist die Zeit, wie lange ein Hund allein bleiben kann, zwar individuell, aber in der Regel gilt, dass diese die Dauer von vier Stunden nicht überschreiten sollte. Auch wenn der Hund ein paar Stunden lang sein Geschäft nicht erledigen muss, fühlt er sich einsam, was Stress erzeugt. Neben der Anwesenheit seiner Bezugsperson fehlt ihm zudem geistige und körperliche Anregung. Die Folge ist, dass der Hund sich langweilt und nicht ausgelastet fühlt. Verhaltensprobleme wie Bellen oder Leineziehen können hier die Folge sein. Lasse deinen Hund also möglichst nicht länger als drei bis vier Stunden allein und sorge für eine entsprechende Betreuung.

Inkonsequenz

Hunde sind intelligent, lernwillig und lernfreudig. Am besten lernen sie durch regelmäßiges Wiederholen der Lektionen. Deswegen ist es notwendig, dass du alles, was dein Hund darf bzw. nicht darf, konsequent verfolgst und umsetzt. Darf dein Hund heute aufs Sofa, weil er so süß schaut, morgen aber nicht, weil du schlechte Laune hast, verwirrt ihn deine Inkonsequenz. Stelle klare Regeln auf und strahle deinem Hund gegenüber liebevolle Konsequenz, Kompetenz und Sicherheit aus. Erlaube oder verbiete etwas konsequent, begleitet mit eindeutiger und immer wiederkehrender Körpersprache und Kommandos. Dies erfordert ein hohes Maß an Disziplin deinerseits, aber nur so kann dein Hund etwas lernen und gleichzeitig Spaß daran haben.

Missverstanden werden

Hunde sind gleichermaßen komplex wie einfach zu lesen. Bevor du dir einen Hund anschaffst, solltest du dich daher ausführlich mit der Körpersprache der Hunde beschäftigen. Dies ist notwendig, damit du deinen Hund jederzeit lesen und verstehen und entsprechend fair reagieren kannst. Ein Beispiel hierfür sind die Beschwichtigungssignale, die Hunde einsetzen, um für sie bedrohliche Situationen zu entschärfen. Kannst du diese Signale nicht erkennen, fühlt sich dein Hund missverstanden, was zu weiteren Kommunikationsproblemen führen kann. Eigne dir daher umfassendes Wissen über die Sprache und Signale der Hunde an.

Leinengezerre

Zugegeben, ein nicht leinenführiger Hund ist stressig. Doch ist es deine Aufgabe als Hundeführer, aus deinem zerrenden Hund einen leinenführigen und möglichst jederzeit abrufbaren Vierbeiner zu machen. Der größte Fehler, den du machen kannst, ist deinen zerrenden Hund mit der Leine immer wieder zurück zu ziehen, ihn zu schelten oder zu bestrafen. Betreibe zunächst Ursachenforschung, warum dein Hund womöglich an der Leine zieht: Bekommt er zu wenig Auslauf oder Freilauf? Ist er in stressiger, Angst auslösenden Umgebung? Wirst du seinen rassetypischen Eigenschaften nicht gerecht? Nimm dir Zeit, die Ursachen herauszufinden, um diese zu beheben. Hole dir, falls du noch recht wenig Erfahrung mit Hunden hast, den Rat eines Trainers ein. Prüfe in diesem Zuge auch die Passform deiner Ausrüstung wie Leine, Halsband oder Geschirr.

Übergriffigkeit

Übergriffigkeit im Zusammenleben mit einem Hund hat viele Facetten. Was gehört dazu? Zunächst einmal mögen es die meisten Hunde nicht, ständig angefasst und getätschelt zu werden. Wenn sie sich nicht umdrehen und weggehen, zeigen sie ihren Unwillen über feine Signale wie Gesichtsmimik, Augenspiel oder Körperhaltung an. Auch Umarmungen sind bei Hunden absolut tabu. Ein weiteres No-Go ist ständiges Gequassel. Hunde kommunizieren primär über Körpersprache, und wenn du sie den ganzen Tag „zutextest“, hören sie bald nicht mehr zu und stumpfen gegenüber deinen Stimmkommandos bald ab. Ebenfalls gehört das Anstarren zu den Dingen, die Hunde nicht mögen. Wenn du sie mit den Augen fixierst, empfinden sie dies als Bedrohung. Lasse deinem Hund seinen Freiraum und zwinge ihm nicht deinen Willen oder deine Verhaltensgewohnheiten auf. Hierzu gehört auch, dass er selbst entscheiden darf, welchen Menschen oder auch anderen Hunden er sich zuwenden möchte oder auch nicht.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.