Die sonnige Jahreszeit lädt zu schönen Fahrradtouren ein, die in Begleitung des Hundes noch viel mehr Spaß machen. Damit das Fahrradfahren mit Hund gelingt, gibt es einiges Wissenswertes zu bedenken, damit weder du noch dein Hund in Gefahr geratet. Grundsätzlich ist das Fahrradfahren mit Hund gemäß StVO erlaubt, wobei du verpflichtet bist, auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. Doch es gibt weitere wichtige Regeln, und hier bekommst du 8 Tipps für das Fahrradfahren mit Hund.

Tipp 1: Den Hund ans Fahrrad gewöhnen

Bevor du deine erste Radtour mit Hund startest, musst du deinen Vierbeiner erst einmal daran gewöhnen und üben. Nimm deinen Hund erst neben dem Fahrrad mit, wenn er leinenführig ist und die Grundkommandos beherrscht, da es ansonsten zu Unfällen kommen kann. Geht dein Hund sicher und kontrolliert an der Leine und hört auf deine Stimmsignale, schiebe zunächst dein Fahrrad, während er neben dir läuft. Auch hierbei soll der Hund auf dich hören und an deiner Seite bleiben. Im nächsten Schritt lege ihm deine Fahrradleine an und übe hiermit. Wenn du das erste Mal aufs Fahrrad steigst, übe am besten auf einem gesicherten Areal, zum Beispiel einem leeren Parkplatz. Hat das gut geklappt, mache erste Versuche auf ruhigen Feld- oder Waldwegen. Übe anfangs immer nur kurz, lobe deinen Hund, wenn er alles gut gemacht hat und beende jede Sequenz mit einem positiven Abschluss.

Tipp 2: Sicherheit im Straßenverkehr

Zunächst lasse deinen Hund an deiner rechten, also an der vom Verkehr abgewandten Seite, laufen. Außerdem ist es sicherer, deinen Hund, wenn du auf der Straße radelst, anzuleinen. Wenn du im Gelände oder auf Feldwegen unterwegs bist, kannst du deinen abrufbaren Hund auch ableinen. Nimm deinen Hund erst am Fahrrad im Straßenverkehr mit, wenn er sich daran gewöhnt hat.

Tipp 3: Befestigung der Leine

Zwar ist das Anleinen des Hundes beim Fahrradfahren gemäß StVO keine Pflicht, jedoch aus Sicherheitsgründen mitunter angebracht. Binde die Leine nie am Lenker fest, da der Hund dich auf diese Weise ungewollt zu Fall bringen könnte. Halte die Leine in der Hand, ohne deine Hand damit zu umwickeln, oder besorge dir eine spezielle Fahrradleine mit Abstandhalter. Womöglich kann das Verwenden eines Brustgeschirrs sicherer sein als ein Halsband.

Tipp 4: Körperliche Voraussetzungen des Hundes

Dein Hund muss fit und gesund sein, wenn du ihn als Begleiter beim Radfahren mitnimmst, auch wenn du nur kleine Touren machst. Du solltest Abstand vom Fahrradfahren mit Hund nehmen, wenn der Hund einer besonders kleinen oder auch großen, schweren Rasse angehört. Für diese Hunde ist diese Art von Belastung zu groß und sie können mit dem Tempo nicht gut mithalten. Auch junge Hunde unter 18 Monaten gehören keinesfalls ans Fahrrad. Auch Hunde, die an Gelenkerkrankungen oder Herzproblemen leiden oder schon im Seniorenalter sind, gehören nicht ans Fahrrad.

Tipp 5: Dauer und Tempo der Radtour

Die Frage ist, ob du mit deinem Hund einfach nur gemütlich ein bisschen radeln möchtest oder die Tour als sportliche Herausforderung betrachtest. Wie lange jedoch deine Radtour mit dem Hund dauert und wie schnell ihr unterwegs sein könnt, hängt vornehmlich von der Konstitution deines Hundes ab. Achte darauf, dass dein Hund entspannt neben dir läuft, wobei ein kurzer Sprint bei einem gesunden und lauffreudigen Hund durchaus sein darf. Gönne deinem Hund auch Pausen, in denen er schnüffeln, sich ausruhen und sein Geschäft erledigen kann, sofern du den Gassigang nicht extra erledigst. Nimm für alle Fälle immer eine Flasche Wasser für dich und deinen Hund mit. Wenn Fahrradfahren mit Hund für euch neu ist, bedenke, dass dein Hund erst entsprechende Kondition aufbauen muss. Deswegen beginne mit kleinen Runden, die du nach und nach steigern kannst.

Tipp 6: Vorsicht bei steigenden Temperaturen

An sonnigen Tagen ab 20 bis 22 Grad ist Vorsicht geboten. Denn problematisch hierbei ist, dass der Hund immer weiter läuft und kaum signalisiert, dass er nicht mehr kann. Dies ist bei höheren Tempertaturen immer wieder zu beobachten. Der Hund hechelt und keucht, aber läuft unermüdlich weiter, was den Hundehalter in falscher Sicherheit wiegt. Nicht wenige Hunde erleiden hierbei einen Hitzschlag oder Kreislaufzusammenbruch. Hinzu kommen die hohen Temperaturen des Asphalts, der stets wärmer ist als die Luft. Bei einer Lufttemperatur von 25 Grad hat sich der Asphalt bereits auf bis zu 50 Grad aufgeheizt. Daher vermeide bitte Fahrradfahren mit Hund an warmen oder heißen Tagen.

Tipp 7: Beachte die Bodenbeschaffenheit

Boden ist nicht gleich Boden, besonders für die Pfoten und Gelenke deines Hundes. Beim Fahrradfahren mit Hund achte daher darauf, dass dein Vierbeiner nicht zu lange über Schotter-/ Kieswege oder Asphaltstraßen laufen muss. Spitze Kieselsteine können Risse in den Ballen verursachen und zu lange Strecken auf Asphalt die Gelenke belasten. Wähle deswegen angenehme Wald- oder Feldwege und vermeide möglichst das Befahren ungünstigen Untergrundes. Passe hierbei das Tempo dem Bodenbelag an und ermögliche deinem Hund, gegebenenfalls auf den weicheren Randstreifen auszuweichen.

Tipp 8: Alternativen zum Fahrradfahren mit Hund

Womöglich ist dein Hund körperlich nicht in der Lage, dich laufend mit dem Rad zu begleiten oder er hat einfach keinen Spaß daran. In diesem Fall gibt es Alternativen: Kleine Hunde bis ca. 5 Kilogramm Körpergewicht kannst du in speziellen Hunde-Fahrradkörben leicht mitnehmen. Für große Hunde gibt es Anhänger, die du an deinem Rad befestigen kannst. Lasse dich im Fachhandel hierzu beraten. Bedenke, dass du beim Radeln nun neben deinem eigenen Gewicht auch das deines Fahrrades, des Hundes und des Anhängers bewegen musst. Also ist auch deine Kondition gefragt.

Fazit

Fahrradfahren mit Hund kann wirklich Spaß machen, sofern du einige praktische Tipps beherzigst. Bitte beobachte stets deinen Hund, ob er sich dabei wohl fühlt und ihm das auch wirklich Spaß macht. Falls du dir unsicher bist, wie du das Training mit deinem Hund am Fahrrad angehen sollst, lasse dich von einem Hundetrainer oder kompetenten, erfahrenen Hundehaltern beraten.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.