Der neueste Trend, sich ein Haustier mit anderen zu teilen, ist gerade im Aufschwung. In erster Linie bezieht er sich auf Hunde und ist unter dem Begriff Dogsharing bekannt. Auch Katzenliebhaber fragen sich vermehrt, inwieweit es möglich und sinnvoll ist, sich eine Katze mit anderen zu teilen. Catsharing heißt hier das Zauberwort. Ist Catsharing zukunftsträchtig? Denn Catsharing ist Katzenhaltung mal anders. Wir haben Catsharing einmal unter die Lupe genommen.

Aufteilung zeitlicher und finanzieller Last

Wir leben in einer stressigen Zeit mit vielen beruflichen und privaten Verpflichtungen. Ein Haustier gehört für viele zum Alltag mit dazu, wohingegen andere Menschen leider keine oder nur eingeschränkt Zeit oder Geld für ein Haustier haben. Dabei sind Tiere im Allgemeinen und Katzen im Besonderen nachweislich gut für die Seele. Eine Möglichkeit ist es, sich ein Tier, in diesem Fall die Katze, mit jemand anderem zu teilen, um die zeitliche und finanzielle Belastung einerseits zu verteilen und andererseits aber die Liebe einer Samtpfote genießen zu können. Welche Modelle des Catsharing gibt es?

Die List der Freigänger-Katzen

Unbewusst nehmen vermutlich schon einige Leute an Catsharing-Programmen teil. Denn manch eine Freigänger-Katze hat sich praktischerweise mehrere „Standbeine“ errichtet, wo sie mit Futter, Sofa und Streicheleinheiten versorgt wird. Manch Unbedarfter füttert somit womöglich die Katze eines ahnungslosen Nachbarn. Dies ist freilich nicht mit Catsharing gemeint, und im Übrigen ist das Füttern fremder Katzen auch schlicht verboten.

Catsharing versus Katzenbetreuung

Sich mit jemand anderem eine Katze zu teilen, unterscheidet sich markant von klassischer Katzenbetreuung. Katzenbetreuung bedeutet eine temporäre Versorgung der Katze aufgrund Urlaub oder sonstiger Abwesenheit des Katzenhalters. Die Verantwortung hierbei bleibt komplett in der Hand des Katzenhalters. Beim Catsharing sieht das anders aus: Hierbei teilen sich zwei oder mehr Leute Verantwortung, Zeit sowie Futter- und Tierarztkosten für die Katze. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, und jeder hat das gleiche Mitspracherecht in allen Fragen rund um die Samtpfote(n). Auch in Erziehungsfragen sollten alle beteiligten Personen die gleiche Sprache sprechen, damit die Katze nicht beim einen auf den Tisch springen darf und beim anderen dafür Ärger bekommt.

Catsharing in der Praxis

Wie lässt sich nun dieses interessante Modell, sich eine oder auch mehrere Katzen zu teilen, in der Praxis umsetzen? Anders als Hunde sind Katzen sehr territoriale Tiere, die sich nicht gern verpflanzen lassen. Den Transport zwischen zwei oder mehr Wohnungen hin und her wird nicht jede Katze schätzen. Ergo muss das Katze teilen im Lebensraum der Katze stattfinden, vor allem, wenn es ein Freigänger ist. Eine Variante ist, sich eine Freigänger-Katze bewusst zu teilen, weil die Katze frei ihre Lieblingsmenschen und -plätze wählt und sich dort versorgen lässt. Was im oben genannten Beispiel noch verboten ist, wird auf diese Weise legalisiert. Allerdings wird dieser Weg des Catsharing eher auf zufällige Weise entstehen, je nachdem, ob und welche Wahl die Katze trifft.

Geplant die Katze teilen

Anders sieht es aus, wenn Catsharing gut geplant und nicht dem Zufall oder Willen der Freigänger-Katze überlassen wird. In diesem Fall müssen sich die beteiligten Personen am besten auf einen Ort einigen, an dem die Katze lebt, versorgt und gepflegt wird – was bedeutet, dass andere Personen Zugang zu den eigenen Räumen bekommen, um bei der Katze sein zu können. Bei Wohnungskatzen kann womöglich der Transport zwischen zwei Wohnungen angezeigt sein, sofern dieser nicht zu häufig stattfindet. Tägliches Hin und Her würde die Katze ohne Zweifel verwirren, wohingegen andere, größere Rhythmen eine Überlegung wert sind. Möglich ist beispielsweise ein Ortswechsel im Rhythmus wochentags/Wochenende, erste/zweite Monatshälfte oder von Woche zu Woche. All dies hängt natürlich von der persönlichen Situation der Beteiligten sowie vom Charakter und Wesen der Katze ab. Bei aller Territorialität sind Katzen zum Glück recht anpassungsfähige Tiere, wobei das Tierwohl beim Catsharing stets an oberster Stelle stehen muss.

Vertrauen ist die Basis für gutes Catsharing

Grundsätzlich sind beim Catsharing ein gutes Verhältnis und viel Vertrauen der beteiligten Personen unabdingbar. Vor allem, wenn es ums Geld geht, hört oft manche Freundschaft auf. Alle Beteiligten müssen sich in allen Fragen einig sein und im Vorfeld ausführlich besprechen, wie das Katze teilen leicht und vor allem zum Wohle der Mieze geregelt werden kann: Was wird wann und wie gefüttert? Wie werden die Kosten für Futter und Tierarzt aufgeteilt? Wie wird die Katze erzogen? Was darf die Katze und was nicht? Wie wird sichergestellt, dass auf Wünsche und Eigenarten der Katze jederzeit Rücksicht genommen wird? Wer pflegt die Katze im Krankheitsfall? Eine schriftliche Fixierung aller Wünsche und Punkte in Form eines Vertrages ist empfehlenswert. Ein Muster, wie ein Vertrag aussehen könnte, findest du hier.

Vorteile des Catsharing

Ist der Grundstein in Form einer guten Vertrauensbasis gelegt und die passende Katze(n) gefunden, kann es auch schon losgehen. Mensch und Mieze können in vielerlei Hinsicht vom Catsharing profitieren:

  1. Trotz Mangel an Zeit und Geld ist es möglich, engen Kontakt zu einer Katze zu pflegen und Verantwortung zu übernehmen.
  2. Eine Katze, die unter anderen Umständen ins Tierheim gemusst hätte, kann nun in ihrem Zuhause bleiben.
  3. Es entstehen neue soziale Kontakte und Freundschaften unter den beteiligten Personen.
  4. Für die Katze kann Personen- und Ortswechsel eine nette Abwechslung sein.
  5. Wer noch keine Katze hat, kann über diesem Weg einer oder mehreren Katzen aus dem Tierheim ein Zuhause geben.

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Wo liegen die Stolpersteine beim Katze teilen?

Sich eine Katze zu teilen, hat auch gewisse Nachteile. Zum einen wird es nicht jeder Katze liegen, sich zwischen den Stühlen bzw. mehreren Bezugspersonen oder Aufenthaltsorten zu bewegen. Das Modell Catsharing muss also unbedingt zu der betreffenden Katze passen. Des Weiteren kann Catsharing trotz allem Vertrauen und gutem Vertrag auch für allerlei Zündstoff zwischen den Beteiligten sorgen: Uneinigkeit hinsichtlich Versorgung, Durchsetzen eigener Interessen, Besserwisserei, Egospielchen und Eifersucht liegen in der Luft.

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Fazit

Die Idee des Catsharing und vor allem die praktische und verantwortungsvolle Umsetzung stehen noch ganz am Anfang. In der heutigen Zeit mit immer mehr erforderlicher Flexibilität und gleichzeitigem Wunsch nach Kuschelstunden mit einem Haustier steckt in Catsharing viel Potenzial! Jeder Beteiligte muss sich – zum Wohle der Katze und des eigenen Seelenfriedens – ehrlich fragen, ob er bereit ist, eine Katze mit allem Drum und Dran mit jemand anderem zu teilen.

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Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz HPC-Team Administrator
Als Redakteurin kümmere ich mich um das Magazin des HPC und schreibe Beiträge und Reportagen. 🙂

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