Die Schildpatt-Katze, allseits bekannte „Glückskatze“, hat sich ihren besonderen Namen durch ihre Fellfärbung verdient. Das meist rot-schwarz gemusterte Fell verleiht den Samtpfoten offenbar Zauberkräfte. Zumindest behaupten dies einige Sagen und Mythen. Doch was macht den hübschen, kleinen Tiger eigentlich aus? Wir lüften hier das Geheimnis um die Schildpatt-Katze.

Was ist eine Schildpatt-Katze?

Grundsätzlich versteht man unter diesem Begriff keine eigene Katzenrasse, sondern eine besondere Fellfärbung der Katzen. Du hast sicher schon einige Katzen gesehen, die ein bunt gemustertes dreifarbiges Fell haben. Ein solches Fell ist durch ein sogenanntes Schildpatt-Muster gezeichnet, das sich aus schwarzen und roten Fellpartien zusammenwürfelt. Meist besitzen weibliche Katzen diese Fellfärbung, denn es setzt zwei X-Chromosomen voraus. Das Phänomen kommt zwar auch bei Katern vor, jedoch liegt die Quote bei unter 0,5 %. Zudem sind diese Kater meist unfruchtbar, da sie ein zusätzliches X-Chromosom haben und ein genetischer Fehler vorliegt. Die Schildpatt-Katze wird fachlich auch „Tortie“ genannt, was sich vom englischen Wort „tortoise“ ableitet, da ihre Musterung an einen Schildkrötenpanzer erinnert. Auch bei einer Tabby-Fellzeichnung kann das Schildpattmuster vorkommen, dann wird die Katze als „Torbie“ bezeichnet. Als Tabby wird das gestromte oder getigerte Fell bezeichnet.

Welcher Rasse gehören Schildpatt-Katzen an?

Da die Färbung einen genetischen Hintergrund hat, können Schildpatt-Katzen in grundsätzlich allen Katzenrassen vorkommen. Doch die dreifarbige Fellfärbung benötigt gewisse genetische Voraussetzungen, denn der Erbgang muss ein einfach X-chromosomaler kodominanter Erbgang sein. Dies bedeutet, dass das Allel – also die spätere Merkmalsausprägung der Fellfarbe – für beispielsweise Schwarz und Rot auf einem der beiden Chromosomen sitzen muss. Das dritte Allel für die dritte Farbe liegt auf dem anderen Chromosom. Aus diesem Grund können Schildpatt-Katzen entstehen, wenn die genetische Voraussetzung oder die Allel für die Fellfarben gegeben sind. Das Schildpatt-Muster kann auch bei blauen und cremefarbigen Katzen vorkommen, doch das passiert nur, wenn ein Dilute-Gen („Verdünnungs-Gen“) vorliegt.

Welche Mythen bringt die „Glückskatze“ mit sich?

Es sind sehr viele Mythen und abergläubische Theorien rund um die Schildpatt-Katze bekannt. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass die dreifarbige Katze Glück bringt. Aus diesem Grund werden die bunten Samtpfoten auch „Glückskatzen“ genannt. Besonders im Mittelalter wurde den Katzen nachgesagt, dass sie Häuser vor einem Brand beschützen oder den Besitzern zu großem Reichtum verhelfen. Zudem habe es dramatische Folgen, wenn du die Glückskatze schlecht behandelst. Ein weiterer Mythos besagt, dass Schildpatt-Katzen besonders eigensinnig und unberechenbar seien. Ob dies stimmt, kann wohl nicht verallgemeinert werden, denn glücklicherweise hat jede Samtpfote ihr eigenes Gemüt und ihren besonderen Charakter. Auch als Krankheitsbringer wird die Schildpatt-Katze mitunter betrachtet, was allerdings im Gegensatz zu ihrem Ruf als Glücksbringer steht.

Fazit

Mythos hin, Aberglaube her – die Schildpatt-Katze ist eine äußerst beliebte Katze! Anders als schwarze Katzen, denen es die ihr nachhängenden Mythen bei der Adoption besonders schwer machen (völlig zu Unrecht!) werden Schildpatt-Katzen stark nachgefragt. Schau doch mal im Tierheim vorbei, falls du einer solchen Schönheit ein Zuhause geben möchtest.

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