In der zweiten Jahreshälfte 2019 geriet das Tierversuchslabor LPT Mienenbüttel in die Schlagzeilen. Das südlich von Hamburg gelegene Labor hat schwere tierschutzrechtliche Verstöße vor allem gegen Hunde und Affen begangen. Besonders davon betroffen waren Beagle, die aufgrund der traurigen Umstände auch Laborbeagle genannt werden. Mit der endgültigen Schließung des Labors im Januar 2020 machen sich viele Menschen Gedanken über das Schicksal der Laborbeagle. Was wird aus ihnen, wenn sie aus den Mauern und Käfigen der Labore frei kommen? Kann jeder einen Beagle aus einem Labor aufnehmen?

Beagle sind besonders beliebte Versuchstiere

Hunde müssen tausendfach im Dienste von Wissenschaft, Pharma und Kosmetik in Tierversuchslaboren leiden. Im Jahr 2018 wurden rund 4.000 Hunde in Tierversuchen eingesetzt. Hierbei sind insbesondere Beagle „beliebte“ Versuchstiere. Denn Beagle sind außerordentlich freundlich, leicht zu handhaben, von praktischer Größe und guter Konstitution. Außerdem sind sie ausgesprochene Rudeltiere und lassen sich daher gut in Kleingruppen halten.

Wer Glück hat, kommt frei

Das Schicksal der Laborbeagle nach dem Ende von Versuchsreihen ist unterschiedlich. Viele sterben während der qualvollen Tests oder werden anschließend euthanasiert. Doch manche haben Glück und dürfen nach gewisser Zeit das Labor verlassen. In erster Linie kümmern sich bestimmte Vereine darum: Sie stehen mit den Laboren in Kontakt, übernehmen die Laborbeagle und vermitteln sie entweder zunächst in Pflegestellen oder direkt in ihr erstes richtiges Zuhause.

Ein gutes Herz reicht nicht aus

Das Schicksal der Tiere aus dem LPT Mienenbüttel hat viele Menschen sehr berührt. Der in diesem Fall gelungene Kampf um die Schließung des Labors hat das Leid der Tiere im Namen der Forschung wieder verstärkt ins Bewusstsein gerückt. Daher haben auch viele Hundefreunde den Wunsch, einem Laborbeagle ein Zuhause zu geben. Doch ein gutes Herz allein genügt nicht, denn Hunde aus dem Labor stellen besondere Anforderungen an ihren neuen Halter.

So passen Hund und Halter zusammen

Beagle werden extra für die „Verwendung“ in Tierversuchslaboren gezüchtet und an kooperierende Unternehmen verkauft. Das heißt, sie wandern vom Züchter direkt in die Labor-Zwinger, und nichts von dem, was ein „normaler“ Hund lernt, kennt ein Laborhund. Er kennt nicht einmal das Gefühl von Gras unter seinen Pfoten, keine Düfte der Natur, keinen Regen oder Schnee, keine liebende Familie, keine fürsorgliche Hand. Hinzu kommen die natürlichen Eigenschaften dieser Rasse, die auch in einem Beagle stecken, der aus dem Labor kommt. Hier geht es zum Kurz-Rasseportrait des Beagle.

Checkliste Nr. 1: Das erwartet dich bei einem Laborbeagle

  • Er hat keinerlei Grunderziehung
  • Er kennt weder Leine noch Halsband noch Gassigehen
  • Er weiß nicht, wie es ist, lieb gehabt zu werden
  • Er hat womöglich gesundheitliche Probleme bzw. kann diese mit der Zeit entwickeln
  • Er hat eventuell Verhaltensstörungen, auch wenn Beagle ausgesprochen viel Vertrauen (wieder-)entwickeln und viel verzeihen können

Checkliste Nr. 2: Deine Voraussetzungen für die Adoption eines Laborhundes

  • Du solltest Erfahrung mit Hundehaltung und -erziehung haben
  • Idealerweise hast du den Sachkundenachweis für Hundehalter
  • Du benötigst viel Zeit und Geduld, gerade am Anfang, wenn der Hund da ist
  • Du solltest eine gefestigte Persönlichkeit haben, um deinem Hund den nötigen Halt geben zu können
  • Sei dir bewusst, dass ein Hund langjährige Verantwortung bedeutet, denn für den Laborbeagle soll es ein Zuhause für immer sein
  • Vernetze dich mit guten und einfühlsamen Hundeschulen
  • Jeder in deiner Familie muss mit der Entscheidung einverstanden sein.

Mache dir bewusst, dass du mit einem Laborbeagle bei null anfängst, da er nichts außerhalb seines Laborlebens kennen gelernt hat. Daher ist es so wichtig, dass du sachlich-fachlich und auch emotional bestens vorbereitet bist.

Wende dich ausschließlich an seriöse Vereine

Wenn deine Voraussetzungen stimmen und du es wirklich ernst meinst, nimm Kontakt mit einem entsprechenden Verein auf. Die Mitarbeiter werden alles Nötige mit dir besprechen, dir den Vermittlungsablauf erläutern, dir helfen und dich beraten. Aber Achtung: Es gibt Meldungen über schwarze Schafe, die vermeintlich Laborbeagle anbieten. Hierbei handelt es sich womöglich um illegale Hundevermittlung. Um nicht in diese Falle zu tappen, wende dich ausschließlich an seriöse Organisationen wie beispielsweise den Laborbeagleverein e.V. oder die Laborbeaglehilfe. So steht einem glücklichen, gemeinsamen Leben mit einem Beagle aus einem Labor nichts im Wege.

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Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz HPC-TeamAdministrator
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