Wenn du dir einen Hund zulegen möchtest, wirst du als Anfänger bzw. Ersthalter in Erfahrung bringen müssen, ob du einen Sachkundenachweis für Hunde benötigst. Was genau ist der Sachkundenachweis für Hunde, was beinhaltet er und wie kannst du ihn ablegen?

Regelung auf Länderebene

Der Sachkundenachweis für Hunde soll sicherstellen, dass der Hundehalter über die nötige umfangreiche Sachkenntnis verfügt, einen Hund art- und fachgerecht halten zu können. Hierbei wird die Notwendigkeit eines Sachkundenachweises nicht bundesweit einheitlich geregelt, sondern wird auf Landesebene festgelegt. Jedes Bundesland hat demnach sein eigenes Hundegesetz, welches regelt, ob ein Sachkundenachweis für Hunde erforderlich ist oder nicht. In erster Linie kam der Sachkundenachweis im Zusammenhang mit gefährlichen Hunden auf, da es immer wieder Zwischenfälle gab, bei denen Personen von so genannten Listenhunden verletzt wurden. In manchen Bundesländern wird auch ein Sachkundenachweis für das Halten großer Hunde, d.h. ab einer Schulterhöhe von 40cm, benötigt. Darüber hinaus gibt es Sachkundenachweise, die im Zusammenhang mit Aktivitäten in Hundesportvereinen oder im hundegestützten Therapiebereich erforderlich sind. Für Züchter und Hundetrainer ist ein Sachkundenachweis grundsätzlich Pflicht.

Theoretische Prüfung für den Sachkundenachweis

In manchen Bundesländern, beispielsweise in Niedersachsen, benötigst du einen Sachkundenachweis, um einen Hund erwerben zu dürfen. Hierzu musst du eine theoretische Prüfung ablegen, in der es um alle Themen rund um die Hundehaltung geht. Du musst rund 80 Fragen rund um den Hund aus den Bereichen Sozialverhalten, Erziehung, Haltung, Pflege, Gesundheit, Ernährung, Recht, Rassekenntnisse, usw. beantworten. Das Bestehen dieser Prüfung soll gewährleisten, dass du den Hund so halten und kontrollieren kannst, dass er keine Gefahr für andere Personen oder Tiere darstellt und es ihm gut geht. Beachte, dass bei so genannten Listenhunden jede Person, die den Hund führt, einen Sachkundenachweis ablegen muss.

Konkrete Tipps für Hundehalter

Wie gehst du nun genau vor? Zuerst informiere dich, welche Regelung in deinem Bundesland gilt, d.h. ob gemäß Hundegesetz ein Sachkundenachweis für Hunde verpflichtend ist, denn hier gibt es viele individuelle Regelungen. Eine einmalig bestandene Sachkundeprüfung ist übrigens lebenslang gültig und muss nicht erneuert oder verlängert werden. Die Kosten für die Prüfung können variieren und betragen rund 30 bis 50 Euro. Wenn du einen Hund aus dem Tierheim oder Tierschutz aufnimmst, gibt es in manchen Städten sogar Vergünstigungen. Die Sachkundeprüfung kannst du bei einem amtlichen Tierarzt des Veterinäramtes, direkt beim Ordnungsamt oder bei einer anderen anerkannten Stelle ablegen. Erkundige dich auf der Webseite deiner Stadt oder frage bei einem lokalen Tierarzt oder Tierheim nach. Nach erfolgreich bestandenem Sachkundenachweis kannst du diesen deinem lokalen Ordnungsamt vorlegen, damit du deinen Traumhund erwerben und abholen kannst.

Gute Vorbereitung auf die Prüfung

Zwar kannst du, falls du durch die Prüfung gefallen bist, diese so oft wie nötig wiederholen. Da du aber jedes Mal Prüfungsgebühren bezahlen musst, solltest du dich gut vorbereiten. Du kannst dir eigenständig notwendiges Wissen aneignen, im Internet findest du zahlreiche Übungsfragen. Es gibt auch Bücher zum Thema. Mache dich auf jeden Fall auf der lokalen Webseite deiner Stadt schlau, welche Anforderungen zum Bestehen der Prüfung gestellt werden, denn gerade im Bereich Recht gibt es viele komplexe Sachverhalte.

Sachkundenachweis und Hundeführerschein

Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt, wozu die unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer zusätzlich beitragen. Eine praktische Prüfung ist nur für den Hundeführerschein notwendig, nicht für den Sachkundenachweis. Diese Prüfung dürfen zertifizierte Hundetrainer abnehmen. Beim BHV Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V. findest du eine entsprechende Liste. Die Vorteile des Hundeführerscheins sind, dass er als Sachkundenachweis anerkannt ist, den Hund von der Leinen- und Maulkorbpflicht befreien kann und als Nachweis für angehende Besuchshunde (zum Einsatz in Kindergärten, Senioren- und Pflegeheimen etc.) und ihre Halter gilt. Zur Zulassung zur praktischen Prüfung muss der Hund die Grundkommandos beherrschen und gut erzogen sein. Es wird geprüft, wie Hund und Halter in Alltagssituationen, auf Menschenansammlungen, andere Hunde, Autos usw. reagieren. Zudem wird Wert auf artgerechtes Verhalten dem Hund gegenüber gelegt.

Fazit

Gute Vorbereitung und Information ist im hiesigen Gesetzesdschungel das A und O. Letztendlich aber ist der Sachkundenachweis eine gute und lohnenswerte Sache, da er dir die Möglichkeit gibt, dir gutes Wissen rund um den Hund anzueignen. Er ist eine gute Basis dafür, dass ein Hund bei dir einziehen kann.

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