Die ersten Tage und Wochen im Leben eines kleinen Hundes sind besonders bedeutsam. Während dieser Zeit werden die Grundlagen für sein späteres Leben gelegt, die bestimmen, wie er mit bestimmten Situationen umgeht und zurechtkommt. Interessant ist, dass wesentliche Anlagen bereits schon vor der Geburt festgelegt werden. Erfahre hier mehr über die einzelnen Entwicklungsphasen des Hundes und wie du sie positiv beeinflussen kannst.

Die vorgeburtliche Phase

Bereits bei der Zeugung werden die genetischen Anlagen durch Mutter und Vater festgelegt. Dies betrifft nicht nur äußere Merkmale, sondern auch Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften des kleinen Hundes. Den größten und nahezu einzigen Einfluss kann der Züchter auf diese Entwicklungsphase des Hundes nehmen, indem er die Eltern verantwortungsbewusst auswählt und die Weitergabe von gesundheitlichen oder Verhaltensstörungen weitgehend ausschließt.

Die Neugeborenenphase

Diese Entwicklungsphase des Hundes beginnt mit der Geburt und dauert in etwa bis zum 14. Lebenstag. Die Welpen sind während dieser Zeit taub und blind, was den Vorteil hat, dass sie vor negativen Einflüssen geschützt sind. Sie verbringen diese Tage in der Geborgenheit ihrer Mutter, die sie mit ihrer Zuwendung und nährstoffreichen Milch versorgt. Allerdings sind Schmerzempfinden und auch der Geruchssinn bereits vorhanden. Der erste liebevolle Kontakt mit Menschen über den Geruch prägt den Welpen positiv. Auch gelegentliches, sanftes Hochnehmen, beispielsweise zum Wiegen oder zur Gesundheitskontrolle, fördert die Stressresistenz des kleinen Hundes.

Die Übergangsphase

Diese Phase dauert in etwa vom 15. bis 21. Lebenstag. Die Welpen öffnen erstmal ihre Augen, und auch der Hörsinn ist nun komplett entwickelt. Sie verlassen erstmals ihre Wurfkiste und erkunden neugierig die Umgebung. In der dritten bis fünften Lebenswoche ist das Angstgefühl noch nicht vorhanden, weswegen der Hund grundsätzlich allem aufgeschlossen und neugierig gegenüber steht. Je positiver daher die Kontakte zu Menschen, Geräuschen oder Gegenständen während dieser Entwicklungsphase des Hundes erfolgen, desto besser beeinflusst dies das spätere Leben des Hundes, d.h. der Hund wird mit derlei Kontakten oder Erlebnissen ein gutes Gefühl verknüpfen.

Die Sozialisationsphase

In der Sozialisationsphase, die in etwa bis zur 12. Lebenswoche andauert, wird das Nervensystem des Hundes ausgebildet. Dies bedeutet, dass er die Nervenbahnen bestimmten Lebenssituationen anpasst und dabei lernt, auf bestimmte Situationen zu reagieren oder Einfluss zu nehmen. Besonders betrifft dies den Kontakt mit anderen Hunden, wobei der kleine Hund die Regeln und Verhaltensweisen der Hunde untereinander lernt. Zudem kann er während des Spielens und Tobens seine Stärken und Grenzen erproben. Als Hundehalter solltest du darauf achten, dass der Kleine seinen Alltag als durchweg positiv erlebt. Auch solltest du körperliche Schmerzen vermeiden, da diese während dieser Entwicklungsphase nur unnötig Ängstlichkeit und Sensibilität hervorrufen würden. Weiterhin kann der junge Hund nun erste Kommandos seiner Bezugsperson spielerisch lernen.

Die Jugendphase

Im Anschluss an die Sozialisationsphase folgt die Jugendphase bis zu Beginn der Geschlechtsreife. Diese tritt bei Rüden ca. im 4. bis 10. und bei Hündinnen ca. im 7. bis 11. Lebensmonat ein. Der Kontakt zu anderen Hunden ist nach wie vor sehr wichtig in dieser Entwicklungsphase des Hundes, wobei er weniger prägenden Charakter hat, sondern einfach Ausdruck von Lebensfreude und Spaß ist. Bewegung, Schnelligkeit und Koordination des Hundes werden weiter verfeinert. Deine Rolle als Bezugsperson wächst nun weiter an, und je souveräner und konsequenter du deinem Hund begegnest, desto lieber und leichter wird er zu deinem treuen Begleiter werden. Bleibe in deinem Verhalten ihm gegenüber jedoch immer liebevoll und fair und schätze ihn als eigenständige Persönlichkeit.

Die Erwachsenenphase

Die soziale Reife und somit der Eintritt in das Erwachsenenalter geschieht unabhängig von der Geschlechtsreife. Kleine Rassen werden mit rund 1,5 Jahren eher erwachsen als große Rassen mit rund 3 Jahren. Neben der Rasse spielt der Verlauf der bisherigen Entwicklungsphasen des Hundes eine wesentliche Rolle, wann er als erwachsen zu bezeichnen ist. Nun kannst du mit deinem Hund die Früchte ernten, die du bis dahin gesät hast. Idealerweise verfügt dein Hund über einen reichen Erfahrungsschatz und großes Urvertrauen. Er lernt gern an deiner Seite, ist gut erzogen und beherrscht sicher alle Grundkommandos. Für dich als Hundehalter ist nun wichtig, deinem Hund weiterhin intensiven Kontakt zu Menschen und anderen Hunden zu bieten, ebenso wie ausgedehnte Spaziergänge oder Wanderungen und geistige Herausforderungen.

Die Alterungsphase

Wann ein Hund beginnt zu altern, hängt – wie beim Menschen auch – von mehreren Faktoren ab. Je besser seine genetischen Anlagen, seine Ernährung, seine Gesundheitspflege und Haltungsbedingungen sind, desto später setzt der Alterungsprozess ein. Allgemein beginnt dieser im Alter von rund sieben Jahren, bei kleinen Rassen eher später, bei großen Rassen eher früher. Damit einhergehende Verhaltensänderungen und ggf. auftretende körperliche Einschränkungen geschehen daher sehr individuell. Am besten wirst du dem gerecht, indem du auf die individuellen Bedürfnisse deines Hundes eingehst. Möglicherweise wird er in seiner Bewegung eingeschränkt, braucht mehr Schlaf und hat weniger Ausdauer; berücksichtige dies beim täglichen Training. Lasse zudem regelmäßig seinen Gesundheitszustand tierärztlich prüfen und sorge für die optimale Ernährung, die du im Alter ggf. anpassen musst. Fördere weiterhin seine geistige Fitness und stelle ihn nicht zu früh aufs Altenteil. Dein Hund wird Zeit brauchen, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass er nicht mehr der Jungspunt von früher ist.

Fazit

Das Leben mit den einzelnen Entwicklungsphasen des Hundes zu begleiten, ist eine spannende und segensreiche Aufgabe, die dich und deinen Hund als Team sehr zusammenschweißt. Genieße eure gemeinsame Zeit und sei dankbar für deinen jahrelangen treuen Gefährten an deiner Seite.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.