Die Europäische Wildkatze kehrt langsam in die deutschen Wälder zurück. Ihre Geschichte ist alt, lange wurde sie verfolgt und bejagt, doch inzwischen konnte sich ihr Bestand auf geschätzt knapp 7.000 Exemplare erhöhen. In Teilen Deutschlands galt sie bereits als ausgestorben, doch nun kehrt sie zurück. Wir werfen einen Blick auf die scheue Waldbewohnerin.

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Steckbrief

Die Wildkatze (Felis silvestris) lebte bereits vor 300.000 Jahren in europäischen Wäldern. Übrigens ist sie nicht mit unserer beliebten Hauskatze verwandt, die von der ägyptischen Falbkatze abstammt. Die Wildkatze war immer wild und wurde nie domestiziert. Ihr kurzer Steckbrief:

Ordnung/Unterordnung: Raubtiere/Katzenartige
Lebensraum: Mischwälder in Osteuropa, Balkan, bis Italien
Größe und Gewicht: 55 bis 65 cm, bis zu 7 kg
Fellzeichnung: gelblich/rötlich-braun/grau, silbergrau mit Aalstrich
Charakter: extrem scheu, kein Bezug zum Menschen
Reviergröße: 2-3 Quadratkilometer
Tragzeit: 60-68 Tage

Natürliche Feinde

In erster Linie leidet die Wildkatze unter dem zunehmend enger werdenden natürlichen Lebensraum durch Landwirtschaft, Siedlungsbau und Verkehrs-Infrastruktur. In der Vergangenheit hat auch der Mensch selbst viel zu ihrer Dezimierung beigetragen, da die Tiere stark bejagt wurden. Seit 1952 jedoch steht sie gemäß Bundesjagdgesetz unter Schutz und darf nicht mehr bejagt werden. Zu ihren natürlichen Fressfeinden gehören Luchs und Wolf, die sich ebenfalls wieder zunehmend hierzulande ausbreiten. 

Mehrere Umweltorganisationen widmen sich der Erforschung der Wildkatze und ermitteln ihre Bestände. Mithilfe von Lockstöckchen – auch Wildkatzen lieben Katzenminze – konnten sie herausfinden, dass sich die Wildkatze in vielen Teilen Deutschlands wieder angesiedelt hat. Die Tiere reiben sich an den Lockstöcken, so dass die Forscher Genmaterial sammeln und ihre Schlüsse daraus ziehen können. 

Auch wenn die Wildkatze rein gar nichts mit Haustieren oder sogar unseren Hauskatzen zu tun hat und sie so scheu ist, dass man sie kaum jemals zu Gesicht bekommt: Es ist sehr erfreulich, dass sie sich auch hierzulande wieder ausbreiten und Fuß fassen kann. Sie ist ein weiterer Appell an uns, die Natur- und Tierwelt bestmöglich zu schützen.