Einige Menschen, die sich einen Hund zulegen möchten, haben den Wunsch nach einem Rassehund. Dies ist durchaus verständlich, denn Rassehunde haben ihre typischen äußerlichen und charakterlichen Eigenschaften. Gerade Neulinge in der Hundehaltung sind von Rassehunden fasziniert, doch nicht alle Hunderassen sind für Anfänger geeignet.

Warum sind manche Hunde keine Anfängerhunde?

Gerade Neulinge in Sachen Hundehaltung erliegen oft dem Irrtum, dass vor allem kleinwüchsige Hunde nur wenige Ansprüche an ihre Haltung stellen. Doch das Gegenteil ist zumeist der Fall, denn gerade kleine Hunde sind besonders intelligent und bewegungsfreudig und fordern eine besonders konsequente Erziehung und anspruchsvolle Beschäftigung. Dies betrifft eben auch große Hunderassen, bei denen noch der erhöhte Platzbedarf hinzukommt. Anfänger sind mit anspruchsvollen Hundetypen oftmals überfordert, da ihnen die Erfahrung mit Hunden im Umgang generell fehlt. Um dies zu verdeutlichen, findest du nachfolgend 11 Beispiele beliebter und für Anfänger nicht geeigneter Hunderassen.

Australian Shepherd

Der Aussi gehört mit seiner hübschen Fellzeichnung zu den beliebtesten Rassehunden überhaupt. Als Hüte- und Wachhund benötigt er konsequente Führung. Fremden gegenüber ist er nicht sonderlich aufgeschlossen und ist somit kein bequemer Familienhund, der mit ein paar Gassigängen am Tag zufrieden ist. Da er gern arbeitet, muss ihm sein Halter eine entsprechende Aufgabe geben, damit er körperlich und geistig ausgelastet ist.

Beagle

Der Beagle ist ursprünglich ein Jagdhund. Auch wenn er heute nicht mehr für die Jagd eingesetzt wird, sondern sich zu einem geselligen Familienhund entwickelt hat, trägt er das „Jagd-Gen“ noch in sich. Aus diesem Grund solltest du den Kleinen nicht unterschätzen, auch wenn er aufgrund seines lieben Wesens leider oft als Versuchstier herhalten muss. Beagles sind aktive Hunde, die zumindest eine große Wohnung, am besten mit einem angeschlossenen Garten, benötigen. Diesen musst du gut sichern, denn wenn dein Beagle eine spannende Fährte aufnimmt, kann er durchaus einmal Reißaus nehmen. Zudem sind Beagles nicht gern allein und ihre Erziehung erfordert viel Konsequenz und Durchhaltevermögen, was sie für Anfänger in der Hundehaltung ungeeignet macht.

Border Collie

Der Border Collie ist der geborene Hütehund und wird in erster Linie für diesen Zweck eingesetzt. Er zählt zu den intelligentesten Hunderassen überhaupt und ist wie kaum eine andere Hunderasse in der Lage, außergewöhnlich viele Stimmkommandos zu lernen. Trotz seiner Freundlichkeit und großen Loyalität fordert der Border Collie mit seinem Lern- und Arbeitswillen seinen Halter. Ohne körperliche und geistige Herausforderungen ist ein Border Collie nicht glücklich, was er seine Umgebung in jedem Fall spüren lassen wird. Deswegen ist diese Hunderasse für Anfänger nicht geeignet.

Chihuahua

Klein aber oho: Der Chihuahua gilt mit maximal 23 Zentimetern Höhe als kleinste Hunderasse der Welt. Dies wirkt verlockend auf Neu-Hundehalter. Chihuahuas gelten als besonders anhänglich und sind zumeist extrem auf ihre Bezugsperson fixiert. Dies kann sie zu recht eifersüchtigen und intoleranten Zeitgenossen machen. In einem Haushalt mit Kindern sind sie deswegen nicht gut aufgehoben, da sie die alleinige Zuneigung ihres Halters einfordern. Gerade im Welpenalter ist eine gute Sozialisierung wichtig, damit sich der Chihuahua nicht zu einem Kläffer entwickelt. Somit ist der neugierige und quirlige Chihuahua eher ein Hund für erfahrene Hundemenschen.

Dackel

Noch ein kleiner, ganz großer Jäger. Denn Dackel sind selbstbewusste, entscheidungsfreudige und manchmal eigensinnige Jagdhunde. Seine Erziehung ist tatsächlich recht unproblematisch, aber er zeigt weniger Anhänglichkeit und Unterwürfigkeit als andere Rassen. Dies macht ihn nicht unbedingt zu einem Anfängerhund, zumal man einen Dackel eben einfach liebt oder eben nicht. Mehr über Dackel liest du hier.

Deutscher Schäferhund

Er ist der klassische Hüte- und Wachhund. Der deutsche Schäferhund zeichnet sich vor allem durch Geduld und Freundlichkeit aus und ist der geborene Sportler. Was ihn als Rassehund für Anfänger eher ungeeignet macht, sind seine große Zurückhaltung Fremden gegenüber und seine recht anspruchsvolle Erziehung. Ein deutscher Schäferhund braucht klare Grenzen und Anweisungen und fühlt sich besonders wohl und ausgeglichen, wenn er eine Ausbildung oder einen Hundesport absolvieren darf.

Dobermann

Der Dobermann ist ein großer, muskulöser und bis zu 30 Kilogramm schwerer Wachhund. Seinem Halter ist er ein äußerst treuer und loyaler Begleiter, den er mit Leib und Seele beschützt und verteidigt. Ein Dobermann ist äußerst sportlich und bewegungsfreudig und daher nur für aktive Menschen geeignet. Zwar sind Dobermänner sehr freundlich und somit auch für ältere Kinder geeignet, jedoch verfügen sie über einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, der bei Unterforderung des Hundes in Aggressivität umschlagen könnte. Dies könnte Anfänger durchaus überfordern, so dass ein Dobermann in die Hände eines erfahrenen Hundehalters gehört.

Rottweiler

Der Rottweiler mit seinem kräftigen Gebiss und stämmigem Körperbau ist von jeher ein Polizeihund. Er kann bis zu 50 Kilogramm auf die Waage bringen, die es gilt, als Halter zu kontrollieren. Dabei verfügt ein Rottweiler über ein freundliches, kinderliebes und anhängliches Wesen. Leider wird er aufgrund einiger Beißattacken als Listenhund eingestuft und unterliegt besonderen Haltungsvorschriften. Ein Rottweiler braucht Aufgaben, die ihn körperlich und geistig fordern, sowie eine konsequente und gute Erziehung. Konsequent bedeutet, dass er von Anfang an ohne Härte lernen muss, wer die Führung in der Mensch-Hunde-Beziehung innehat. Erziehungsfehler können sich schnell in aggressives Verhalten umwandeln, weswegen er zu den Hunderassen zählt, die für Anfänger nicht geeignet sind.

Rhodesian Ridgeback

Der Rhodesian Ridgeback beeindruckt durch seine Größe von bis zu 65 Zentimetern. Am wohlsten fühlt er sich in einem Haus mit Garten, da er aufgrund seiner Größe viel Raum in Anspruch nimmt. Er ist ein sehr charismatischer Hund, der die Kooperation sofort einstellt, wenn ihm sein Halter mit Strenge oder Druck begegnet. Hier ist also großes Fingerspitzengefühl gefragt, denn der Rhodesian Ridgeback ist andererseits ein selbstbewusster, lernbereiter und mutiger Hund. Mit seinem Schutztrieb nimmt er die Dinge gern selbst in die Hand, wenn sein Halter ihm keine Vorgaben macht. Ein Hundehalter sollte somit Selbstsicherheit und Erfahrung mitbringen, um einem Ridgeback gerecht werden zu können.

Shih Tzu

Der kleine Tibeter Shih Tzu ist im Grunde ein unkomplizierter Familienhund. Das Wichtigste für ihn sind seine Leute und dass er selbst diesen gefällt. Shih Tzus gelten als sehr klug, aber auch als arrogant, denn sie wollen stets gern im Mittelpunkt stehen. Er weiß, wie er bekommt, was er braucht und ist alles andere als ein blind gehorsamer Schoßhund. Somit braucht es Erfahrung und Feingefühl, dem Shih Tzu eine gute Erziehung angedeihen zu lassen, was einen Anfänger schnell nerven könnte. Deswegen ist beim Shih Tzu eine Grund-Hundeerfahrung durchaus von Vorteil.

Weimaraner

Der edle, bis zu 30 Kilogramm schwere Weimaraner gehört zu den Jagdhunden und in der Vergangenheit hat er große Dienste als Apportierhund geleistet. Auch er verfügt über einen sehr ausgeprägten Beschützerinstinkt. Er gilt als extrem anhänglicher Begleiter und geht mit seinem Menschen eine intensive Beziehung ein, in der andere wenig Platz haben. Wichtig ist vor allem eine körperliche und geistige Auslastung des Weimaraners, damit er ein umgänglicher Hund bleibt und sich so auch gut in eine Familie integrieren kann. Ein Weimaraner erfordert aufgrund seines Wesens viel Zeit und Aufmerksamkeit, so dass auch er zu den Hunderassen zählt, die Anfänger leicht überfordern können.

Fazit

Die Anschaffung eines Hundes muss generell gut überlegt sein. Außerdem ist es selbstredend, dass sich jeder potenzielle Hundehalter ausreichend Sachkenntnis aneignen muss, um seinem Tier gerecht werden zu können. Übrigens halten rund dreiviertel der Deutschen Mischlingshunde, wobei jeder Hund ohnehin einzigartig ist – ob Rassehund oder Mischling. Wir plädieren stets dafür, den neuen vierbeinigen Freund aus dem Tierheim zu holen, denn dort warten viele tolle Hunde auf ein schönes Zuhause. Tatsächlich sitzen auch viele Rassehunde aller Altersklassen in Tierheimen, die sich über entsprechende Online-Suchportale leicht finden lassen.

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Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz HPC-Team Administrator
Als Redakteurin kümmere ich mich um das Magazin des HPC und schreibe Beiträge und Reportagen. 🙂