Epilepsie bei Katzen ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems, beziehungsweise eine Funktionsstörung im Gehirn. Die Anfälle kommen meist plötzlich und verlaufen in mehreren Phasen. Wie äußert sich Epilepsie bei Katzen und was kannst du tun, um einer Katze zu helfen?

Ursachen von Epilepsie bei Katzen

Generell wird Epilepsie durch funktionelle Störungen des Gehirns ausgelöst. Die Herausforderung des Tierarztes besteht darin, die Ursache dieser Störungen und somit für die epileptischen Anfälle der Katze herauszufinden. Oft werden die Anfälle durch Tumore, Gehirnverletzungen, einen Schlaganfall oder Infektionen verursacht. Auch Vergiftungen aller Art können Epilepsie auslösen. Ist die Ursache bekannt, lässt sich Epilepsie bei Katzen medikamentös recht gut behandeln. Jedoch bleiben in einigen Fällen die Ursachen im Dunkeln, was die Behandlung für den Tierarzt erschwert. Komplett heilbar ist Epilepsie leider nicht, jedoch lassen sich Ausmaß und Häufigkeit der Anfälle durch passende Medikamente oft verringern. Epilepsie tritt bei Katzen rasseübergreifend und meist im Alter zwischen einem und sechs Jahren auf.

Symptome der Epilepsie

Es gibt einige klassische und eindeutige Symptome, die auf Epilepsie bei Katzen hinweisen können. Hierzu gehören Muskelzuckungen, -zittern und -krämpfe, unkontrollierte Bewegungen wie Rennen oder Schnappen, starker Speichelfluss, Juckreiz, glasiger Blick, Fauchen oder Schreien. Die Symptome können von Fall zu Fall unterschiedlich stark und in verschiedenen Kombinationen auftreten. Manchmal kommt der epileptische Anfall während des Schlafs, so dass die Katze unkontrolliert Kot oder Urin verliert. Manche Katzenhalter beobachten mit fortschreitender Krankheit generelle Verhaltens- und Wesensveränderungen ihrer Katze.

Phasen eines epileptischen Anfalls

Während eines epileptischen Anfalls spielen die Nerven im Gehirn verrückt, so dass das Tier seine Umgebung nicht mehr wahrnehmen kann, es die Kontrolle über seinen Körper verliert und sein Bewusstsein getrübt wird. Ein epileptischer Anfall lässt sich in drei Hauptphasen einteilen. Er beginnt mit der einige Minuten andauernden Vorbereitungsphase, in der die Katze leichte Wesens- und Verhaltensänderungen zeigt. Während des eigentlichen epileptischen Anfalls beginnt die Katze zu krampfen und zu taumeln, oft gibt sie fauchende Laute von sich oder verliert sogar das Bewusstsein. In der Nachbereitungsphase, wenn der Hauptanfall vorüber ist, ist die Katze nach wie vor oft desorientiert, apathisch oder ängstlich. Dies kann durchaus mehrere Stunden andauern. Der eigentliche Anfall sollte nach maximal zwei Minuten vorüber sein. Dauert er länger an, solltest du umgehend dein Tierarzt verständigen.

Tipps für betroffene Katzenhalter

Für dich als Halter einer Katze mit Epilepsie ist es sicher nicht leicht mit anzusehen, wenn sich ein Anfall bei deiner Samtpfote ankündigt. Du bist aber nicht ganz hilflos und kannst deiner Katze helfen:

1. Bewahre Ruhe und vermeide Panik, Hektik und schnelle Bewegungen.

2. Berühre oder streichele deine Katze während des Anfalls nicht und entferne alle Gegenstände, an denen sie sich verletzen könnte. Halte die Katze während des Anfalls nicht fest.

3. Wenn möglich, bringe deine Katze in der Vorbereitungsphase in einen separaten Raum, in dem sie ihre Ruhe hat und sich anschließend ausruhen kann. Halte deine Katze stets unter Beobachtung.

4. Führe ein Epilepsie-Tagebuch, in dem du Häufigkeit und Intensität der Anfälle dokumentierst. Schreibe auch die Umstände dazu, die den Anfall ausgelöst haben könnten. Dies kann beispielsweise Lärm, bestimmte Gerüche oder Stress sein. Diese Informationen können dazu beitragen, dass du gewisse Regelmäßigkeiten erkennst, so auslösende Faktoren im Umfeld deiner Katze beseitigen und entsprechende Vorbereitungen für den Anfall treffen kannst. Zudem können deine Daten nützlich in der Zusammenarbeit mit deinem Tierarzt sein.

5. Falls du den Verdacht hast, dass deiner Katze die Medikamente nicht bekommen oder diese die Anfälle sogar verstärken, nimm Kontakt mit deinem Tierarzt auf. Verändere nicht selbständig die Dosis oder setze die Medikamente sogar ab.

6. Verzichte im Haushalt auf aggressive Reinigungsmittel, Duftkerzen, Raumsprays und ätherische Öle.

7. Überprüfe die Ernährung deiner Katze und verzichte auf Getreide, chemische Zusätze und Zucker im Katzenfutter (was du auch bei gesunden Katzen tun solltest), da derlei Stoffe Epilepsie begünstigen können. Füttere mit hochwertigem Katzenfutter oder stelle auf Barfen um.

8. Lasse deine Katze besser nicht mehr nach draußen, da sie während eines epileptischen Anfalls die Orientierung verlieren, sich verletzen oder schnell überfahren werden könnte.

Fazit

Epilepsie bei Katzen ist eine erstzunehmende Erkrankung, bei der die Katze besondere Betreuung und Hinwendung benötigt. Mit den richtigen Medikamenten und guter Vorsorge kannst du ihr dennoch ein angenehmes und weitgehend normales und lebenswertes Leben ermöglichen.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.