Hast du schon einmal von FORL gehört? Hierbei handelt es sich um eine Zahnerkrankung bei Katzen, die sehr schmerzhaft ist und leider relativ häufig vorkommt. Da Katzen oft erst spät anzeigen, dass es ihnen nicht gut geht, erhältst du hier Tipps, wie du FORL bei deiner Katze erkennen, richtig behandeln lassen und selbst bestmöglich vorbeugen kannst.

Was ist FORL?

Der Begriff ist eine Abkürzung und steht für Feline (Familie der Katzen), odontoklastische (Zellen, die die Zahnsubstanz angreifen), resorptive (lat. für „absaugen“), Läsion (Schädigung von Strukturen). Es ist keine Karies, sondern eine Autoimmunerkrankung, bei der bestimmte Zellen die Substanz gesunder Zähne angreifen. Bleibt FORL unbehandelt, baut sich mit der Zeit der gesamte Zahnhalteapparat der Katze ab. Meist beginnt der Prozess an den Zahnwurzeln und -hälsen und breitet sich auch in die Zähne hinein aus. Dies bedeutet starke Schmerzen für das betroffene Tier. 

Gibt es Risikofaktoren?

Generell können alle Katzen aller Rassen an FORL erkranken. Statistisch gesehen sind besonders Katzen zwischen drei bis sieben Jahren betroffen, doch auch später ist ein Ausbruch der Krankheit möglich. Die Art der Haltung, also Freigang oder reine Wohnungshaltung, hat keinen Einfluss, ob eine Katze im Laufe ihres Lebens an FORL erkrankt oder nicht. Die Krankheit ist nicht ansteckend. Die Ursache der Autoimmunerkrankung ist noch nicht wirklich bekannt; manche vermuten, dass kastrierte Tiere eher betroffen sind oder es sich um eine reine Alterserscheinung handelt. Auch eine mögliche Unterversorgung mit Kalzium ist als Ursache nicht auszuschließen.

Woran ist FORL zu erkennen?

Da die Erkrankung den Zahnapparat der Katze betrifft, ist diese am ehesten im Zusammenhang mit der Futteraufnahme zu erkennen. Entscheidend ist, dass du das Verhalten deiner Katze stets gut beobachtest. Typische Erkennungszeichen bei FORL sind beispielsweise:

  • Zögerliche Futteraufnahme
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Aufnahme nur kleiner Futtermengen
  • Trockenfutter kann nicht mehr gekaut werden
  • Futter fällt aus dem Maul
  • Generelle Fressunlust
  • Schiefhaltung des Kopfes beim Fressen 

Diagnose und Behandlung von FORL

Solltest du eines oder mehrere dieser Symptome bei deiner Katze feststellen, zögere nicht, sie einem Tierarzt vorzustellen. Besteht der Verdacht auf FORL, kann die Diagnose ausschließlich über Röntgen des Gebisses in Vollnarkose erfolgen. Rein äußerlich aufgrund von entzündetem Zahnfleisch oder beschädigten Zähnen ist die Erkrankung nicht zu erkennen. Die Krankheit selbst ist nicht heilbar und der einzige Weg, der Katze zu helfen, besteht darin, die betroffenen Zähne zu ziehen. Diese Operation ist oft aufwändig, da je nach Stadium die Zahnwurzeln bereits verwachsen sind. Dennoch ist dies die beste und einzige Lösung, damit die Katze keine Schmerzen mehr hat. Die gute Nachricht: Auch mit weniger oder sogar ganz ohne Zähne kann eine Katze leben und die Diagnose FORL bedeutet kein frühzeitiges Ende ihres Lebens.

Wie kannst du FORL vorbeugen?

Da die Ursache nicht einwandfrei gesichert ist, kannst du nur bedingt vorbeugen. Achte stets auf ein sauberes Gebiss deiner Katze und füttere sie mit hochwertigem, artgerechten Futter. Wichtig ist ebenfalls eine auf das Tier abgestimmte Nährstoffversorgung, insbesondere mit Kalzium und Phosphor. Des Weiteren beobachte laufend den Gesundheitszustand deiner Katze und hole dir bei Veränderungen den Rat deines Tierarztes ein. Auch regelmäßige Check-Ups können ab einem gewissen Alter deiner Katze sinnvoll sein.