Erkrankungen des Verdauungsapparates kommen bei Katzen häufig vor. Neben falschem, unverträglichen Futter oder Wurmbefall können Giardien zu schweren gesundheitlichen Beschwerden führen. Die Diagnose Giardien bei der Katze löst bei Katzenhaltern oft Panik aus, da es sich um einen für Mensch und Tier hoch ansteckenden Befall von Parasiten handelt. Zudem ist die Behandlung recht aufwendig. Doch wie immer gilt: Ruhe bewahren. Giardien bei der Katze lassen sich gut behandeln, wenn du ein paar wichtige Dinge bedenkst.

Was bewirken Giardien bei der Katze?

Giradien sind Parasiten, die sich im Dünndarm ansiedeln und sich vom Inhalt des Darms ernähren. Hierbei bevorzugen sie mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate, weswegen der Verzicht auf Kohlenhydrate während der Therapie unabdingbar ist. Giardien sitzen sowohl auf der Darmschleimhaut als auch zwischen den Darmzotten. Zunächst befinden sie sich im Wachstumsstadium und gehen dann in ihre Dauerform (Stadium der Zyste) über. Diese Zysten werden mit dem Kot ausgeschieden, der für bis zu vier Wochen hochgradig infektiös ist.

Ansteckung mit Giardien

Giardiose ist in erster Linie ein hygienisches Problem. Die zunehmende Anzahl sowohl von Adoptionen von Katzen aus dem Ausland als auch von Streunerkatzen (allein in Deutschland leben schätzungsweise 3 Millionen herrenlose Katzen) sorgen für steigenden Befall mit Giardien bei der Katze. Die Ansteckung erfolgt über die Aufnahme der Zysten, das heißt durch Berührung mit infiziertem Kot, Pfützen, Trinkwasser oder Futter oder Schüsseln. Auch Fliegen können Giardien übertragen. Da diese Form der Parasiten besonders widerstandsfähig ist und es viele Möglichkeiten der Übertragung gibt, können sich theoretisch auch Wohnungskatzen mit Giardien infizieren.

Symptome von Giardien bei der Katze

Giradien bei der Katze zu erkennen ist nicht immer so einfach, da die Symptome auch anderen Erkrankungen zuzuordnen sind. In erster Linie leidet die Katze an chronischem oder akutem Durchfall. Auffallend ist, dass der Kot schleimig ist, extrem faulig riecht und hin und wieder leicht blutig sein kann. Hinzu können Erbrechen oder Fieber kommen. Trotz normalem Appetit und Verhalten verliert die Katze unter Umständen schnell an Gewicht, was dich hellhörig machen sollte. Denn es gibt auch mit Giardien infizierte Katzen, die kaum oder gar keine Symptome aufweisen. In jedem Fall sind diese auftretenden Symptome ein Grund, dass du deine Katze zügig dem Tierarzt vorstellst, da eine unbehandelte Giardiose zum Tod der Katze führen kann. Dies kann vor allem bei ohnehin schon geschwächten Tiere betreffen. Besonders Jungtiere, immungeschwächte und extrem gestresste Katzen sind anfällig für Giardien.

Diagnose und Therapie

Befall von Giardien bei der Katze kann der Tierarzt über Kotproben diagnostizieren. Hierzu musst du in der Regel an drei aufeinanderfolgenden Tagen Kotproben deiner Katze abgeben. Fällt der Test positiv aus, müssen alle im Haushalt lebenden Tiere und Menschen mit behandelt werden. Meist werden die Giardien bei der Katze mit Antibiotika behandelt, dein Tierarzt wird dich entsprechend aufklären und beraten, auch hinsichtlich einer Ernährungsumstellung der Katze. Da Giardien sich bevorzugt von Kohlenhydraten im Darm ernähren, musst du während der Therapie auf das Füttern von Kohlenhydraten verzichten. Hinweis: Da Katzen Kohlenhydrate ohnehin nicht gut verdauen können, solltest du sowieso generell auf die Fütterung von Getreide & Co. (z.B. Getreide im Trockenfutter oder Kartoffeln im Nassfutter) verzichten. Nach Beendigung der medikamentösen Therapie wirst du abschließend noch einmal Kotproben deiner Katze zum Testen abgeben müssen. Ergänzend kannst du dich auch an einen guten Tierheilpraktiker wenden, da es auch vielversprechende natürliche Mittel gegen Giardien bei der Katze gibt, beispielsweise kolloidales Silber. Falls weitere Tiere in deinem Haushalt leben, sprich mit deinem Tierarzt, ob und wie diese mitbehandelt werden müssen.

Das Entscheidende: tägliche Hygiene

Neben der notwendigen medikamentösen Behandlung musst du deine Aufmerksamkeit verstärkt in die tägliche penible Hygiene stecken, was verständlicherweise die größten Panikattacken unter Katzenhaltern auslöst. Zunächst musst du die Katzentoilette mehrfach täglich akribisch reinigen, das heißt das Katzenstreu austauschen, die Schale so heiß wie möglich auswaschen – am besten mit kochendem Wasser übergießen – und Streu, Kot und Urin in verschlossenen Beuteln entsorgen. Auch Futter- und Wassernäpfe musst du täglich mehrfach mit kochendem Wasser reinigen, denn normale Putzmittel können den Parasiten nichts anhaben. Des Weiteren musst du in kurzen Abständen die Schlafplätze und Kratzbäume deines Stubentigers entweder in der Waschmaschine kochen oder heiß abdampfen. Zudem solltest du Fell und Analbereich der Katze nach jedem Toilettengang feucht reinigen.

Fazit

Giardien bei Katzen sind äußerst lästig. Nicht nur hast du ein krankes Tier, was deine Pflege benötigt, sondern du musst auch einige praktische Dinge, vor allem in Sachen Hygiene, beachten. Lasse dich auch dahingehend von deinem Tierarzt beraten und profitiere von den Erfahrungen anderer Katzenhalter hier im Netzwerk.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.

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