Allergien sind ein Übel unserer Zeit. Gerade dann, wenn es um unsere Haustiere geht, kann eine derartige Erkrankung Menschen schwer treffen. Doch was tun, wenn der Wunsch nach einem Hund trotz Allergie groß ist? Der Allergiker-Hund wird hier als ultimative Lösung gesehen. Doch gibt es diesen Hund wirklich?

Allergien auf Hunde sind häufig

Wenn du in der Nähe eines Hundes plötzlich unter Symptomen wie tränenden und juckenden Augen oder rinnender Nase leidest, bist Du wahrscheinlich allergisch. Für gewöhnlich treten die ersten Beschwerden schon kurz nach dem Kontakt mit dem Tier auf. Dazu musst du aber den Hund nicht einmal unbedingt berühren, sondern die bloße Anwesenheit im Raum reicht oft schon aus. Allergien können gefährlich werden, d.h. Asthma und im schlimmsten Fall einen allergischen Schock auslösen. In Europa gilt die Allergie auf Hunde und Katzen als die dritthäufigste; an erster Stelle steht Pollenallergie, gefolgt von der Allergie auf die Hausstaubmilbe.

Die Entstehung von Designerhunden

Gegen Ende der 1990er-Jahre gab es erste Berichte über Allergiker-Hunde, also Hunde, die nicht haaren. Sie sollten die Lösung des Allergenproblems darstellen. Beispielsweise galten der Pudel, der Malteser oder der Portugiesische Wasserhund plötzlich als hypoallergene Hunde. Findige Züchter begannen in diesem Zusammenhang sogar mit dem Design neuer Hunderassen, die als Allergiker-Hunde galten. Der Labradoodle, der Cockapoo und der Schnoodle zählen zu diesen Designerrassen, mit denen Allergien gegen Hunde in den Griff zu bekommen sein sollten.

Die fehlende Unterwolle macht den Unterschied

Diese speziellen Allergiker-Hunde sind Züchtungen mit dem Pudel. Der Grund, warum all diese Hunderassen nicht so stark haaren wie andere Kollegen, ist schlichtweg die fehlende Unterwolle. Denn diese Rassen verfügen lediglich über Deckhaar und sind im Frühling und Herbst vom Fellwechsel kaum betroffen. Allerdings muss sich auch dieses Haarkleid regelmäßig erneuern, und so verlieren auch diese Tiere Haare.

Die Haare sind nicht die Auslöser

Daher folgt nun die schlechte Nachricht für alle Hundeallergiker. Es gibt sie nicht, die Allergiker-Hunde! Wissenschaftler haben mittlerweile durch Studien belegt, dass diese Hunde keineswegs ein geringeres Potenzial haben, Allergien auszulösen als alle anderen Hunde. Die Begründung für diese Feststellung ist denkbar einfach: Eine Allergie ist stets eine überschießende Reaktion des Immunsystems und als Auslöser fungieren dabei Proteine. Diese Eiweißstoffe befinden sich jedoch nicht in den Haaren des Hundes, sondern sind im Speichel und in den Hautschuppen, aber auch im Urin des Tieres zu finden.

Der Hund leckt über sein Fell und verteilt damit die Eiweißstoffe auf den Haaren. Daher haben viele Menschen das Gefühl, das Fell der Tiere wäre der Auslöser. Doch die Problematik ist viel weitläufiger. Denn in einem Hundehaushalt lässt es sich kaum vermeiden, dass das Tier seine Hautschuppen und seinen Speichel überall verteilt. So gelangen diese Partikel auch in die Atemluft und reizen das Immunsystem des Allergikers. Dies betrifft natürlich auch Allergiker-Hunde. Wichtig zu wissen ist, dass nicht jede allergische Person auf jeden Hund gleich reagiert. Das bedeutet, du kannst auf den Hund der Nachbarin allergisch sein, der von Oma bereitet dir aber keine Probleme.

Hilfe bei einer bestehenden Allergie

Eine nachgewiesene Hundehaarallergie lässt daher nur einen sinnvollen Schluss zu. So schwer es fällt, du solltest in diesem Fall auf die Anschaffung eines Hundes, auch eines so genannten Allergiker-Hundes, verzichten. Allerdings heißt das nicht, dass du einen bereits vorhandenen Hund sofort abgeben musst. Es gibt zahlreiche Vorsorgemaßnahmen, die dir und deinem Tier ein gemeinsames Leben ermöglichen:

  • Häufiges Staubsaugen
  • Regelmäßiges Waschen aller Hundepolster und Decken
  • Bürste dein Tier nicht selbst, sondern überlasse das einem Familienmitglied oder Freund
  • Nutze Luftfilter mit HEPA-Filtern
  • Lass den Hund nicht in dein Schlafzimmer
  • Wasche deine Hände regelmäßig

Auf diese Art reduzierst du die Wahrscheinlichkeit allergischer Reaktionen. Ausschließen wirst du sie aber vielleicht nicht können.