Wer sich einen Hund anschafft, muss sich über die laufenden Kosten im Klaren sein. Hierbei sind die Anschaffungskosten noch der kleinste Posten, vor allem, wenn der neue vierbeinige Freund aus dem Tierheim kommt. Neben den Kosten für Futter, Versicherung und Hundesteuer sind es auch die Tierarztkosten für den Hund, die zu Buche schlagen. Wie hoch können diese sein?

Die Höhe der Tierarztkosten variiert

Die Höhe der Tierarztkosten für den Hund ist natürlich individuell verschieden. Einflussfaktoren wie rassetypische Eigenschaften, Haltungs- und Verwendungsform und Ernährung spielen eine Rolle, welche Tierarztkosten, basierend auf der Gebührenordnung für Tierärzte, auf Herrchen oder Frauchen zukommen können. Die Universität Göttingen hat im September 2019 eine Online-Befragung mit mehr als 5.000 Hunde- und Katzenhaltern durchgeführt und interessante Zahlen und Durchschnittswerte zusammengestellt.

Die häufigsten Ursachen für tierärztliche Behandlungen

Mit welchen Sorgen und Nöten kommen Hundehalter zum Tierarzt? Natürlich gibt es „normale“, alltägliche Anlässe für den Praxisbesuch wie Impfen, Wurmkuren, Zeckenmittel, kleine Verletzungen oder Verdauungsprobleme. Jedoch sind es die aufwändigeren Untersuchungen, die hohe Kosten verursachen. Dies sind die häufigsten Ursachen für kostenintensive Tierarztbehandlungen beim Hund:

  1. Kastration
  2. Entfernung von Tumoren oder Geschwüren
  3. Zahnbehandlungen
  4. Röntgen/CT/MRT
  5. Kreuzbandriss
  6. Allergien
  7. OP von Hüftgelenks- oder Ellenbogendysplasie
  8. Gebärmutterentzündung
  9. Bandscheibenvorfall
  10. Bissverletzungen

Hinsichtlich der Häufigkeit rangieren Allergien mit 12,9% ganz oben, gefolgt von Tumorbehandlungen (7,3%) und Hüftdysplasie (4,7%).

Durchschnittliche Tierarztkosten für einen Hund

Bei der Höhe der Tierarztkosten gab es unter den Befragten einige Extreme, wo jährliche Kosten von bis zu 6.000 Euro anfallen konnten. Rund 40% der Befragten gaben an, innerhalb der letzten drei Jahre mindestens eine aufwändige tierärztliche Behandlung in Anspruch genommen zu haben. Die durchschnittlichen jährlichen Tierarztkosten für Hundehalter lagen auf Basis dieser Studie bei 227 Euro. Auch wenn ein Teil der Studienteilnehmer hohe Ausschläge an jährlichen Tierarztkosten für den Hund angab, haben immerhin 67% der Hundehalter keine Krankenversicherung für ihren Hund.

Offenheit für alternative Heilmethoden

Weiterhin ergab die Studie, dass Hundehalter sich recht offen gegenüber alternativen Heilmethoden zeigen. Rund 38,5% der Hundehalter greifen inzwischen auf homöopathische Mittel bei der Behandlung ihrer Hunde zurück. Im Vergleich: Bei Katzenhaltern sind es nur 25%. Rund 10% der Hundehalter sind mit ihrem Vierbeiner bei einem Tierheilpraktiker in Behandlung (dagegen nur gut 5% der Katzenhalter).

Fazit

Ein jährlicher Durchschnittswert von 227 Euro an jährlichen Tierarztkosten klingt wenig. Jedoch ist zu bedenken, dass es starke Abweichungen nach oben geben kann, denn vor kostspieligen tierärztlichen Behandlungen ist niemand gefeit. Für Hundehalter ist es daher ratsam, sich für solche Fälle finanzielle Rücklagen, am besten auf einem Extra-Konto, anzulegen. (Quellenangabe: „Ohr, Renate: Heimtierstudie 2019, Göttingen)

Interessant für dich?

Insidertipps und reger Austausch über das, was dir am Herzen liegt.

...und tierisch mitdiskutieren!

Über den Autor / die Autorin → Guido Baumann
Ich freue mich, als tierlieber Autor für den Happy Pet Club schreiben zu dürfen.