Jeden Hund kann es theoretisch treffen: die Hüftgelenksdysplasie, kurz HD genannt. HD ist ein stets präsentes Thema unter Hundehaltern, und jeder fragt sich, wie er Hüftdysplasie beim Hund vorbeugen und was er im Falle einer Erkrankung seines Hundes an HD tun kann. Verschaffe dir hier einen Überblick über Hüftdysplasie beim Hund.

Was ist Hüftgelenksdysplasie?

HD ist eine Erkrankung des Bewegungsapparates, die die Hüften des Hundes betrifft. Im Normalfall ist die Hüfte als Kugelgelenk in der Lage, die Beine des Hundes nach vorne, nach hinten und seitlich zu bewegen. Die Kugel sitzt hierzu optimal in der Gelenkpfanne. Ist aber das Gelenk an Hüftgelenksdysplasie erkrankt, passen Kugel und Gelenkpfanne nicht zusammen, so dass diese Bewegungen eingeschränkt oder gar nicht und nur unter Schmerzen möglich sind. Hüftdysplasie beim Hund wird in mehrere Schweregrade unterteilt: HD-frei, HD-Übergang, HD-leichtgradig, HD-mittelgradig und HD-hochgradig.

Welche Hunde sind anfällig für HD?

Hüftdysplasie beim Hund kann bei allen Rassen vorkommen, wobei größere Rassen eher erkranken als kleine. Bekannt geworden ist HD in erster Linie durch betroffene Schäferhunde, aber inzwischen erkranken auch viele andere Rassehunde an HD. Tatsächlich forschen Mediziner seit fast 80 Jahren an dieser Krankheit und haben herausgefunden, dass Hüftdysplasie beim Hund zwar primär eine genetische Erkrankung ist, aber auch andere Faktoren die Krankheit und ihren Verlauf beeinflussen. Verantwortungsvolle Züchter achten darauf, nur mit HD-freien Tieren zu züchten.

Symptome der Hüftdysplasie beim Hund

Die Veranlagung, ob der Hund irgendwann im Leben an HD erkrankt, ist bereits bei der Geburt vorhanden. Die Schwere der Krankheit ist vom Alter des Hundes abhängig, und je älter er wird, desto deutlich sichtbarer werden die Symptome. An Hüftdysplasie erkrankte Hunde haben zeitweise oder permanent Schmerzen beim Laufen, so dass ihnen der tägliche Gassigang zunehmend schwer fällt. Die Hüften können unterschiedlich stark befallen sein, so dass der Hund versucht, dies durch Schonhaltung auszugleichen, was wiederum Muskelverspannungen und weitere Schmerzen nach sich ziehen kann. Auch das Aufstehen und Hinlegen fällt betroffenen Hunden schwer. Oft kommt der Schmerz unerwartet, was sich beim Spielen und Toben bemerkbar macht, wenn der Hund plötzlich das Spielen einstellt. Manchmal knacken oder knirschen die Hüftgelenke hörbar und die Beine verformen sich zunehmend zu X-Beinen.

Behandlung von HD

Zeigt der Hund derlei Anzeichen, musst du ihn sofort dem Tierarzt vorstellen. Er wird den Hund genau untersuchen und entsprechende Maßnahmen zur Linderung vorschlagen. Heilbar ist Hüftdysplasie beim Hund leider nicht, aber es gibt mehrere Möglichkeiten, dem Hund das Leben zu erleichtern, Schmerzen zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Hierzu gehören beispielsweise Medikamente mit Schmerz- oder Entzündungshemmern, Physio- oder Neuraltherapie, Akupunktur oder Ergänzungsfuttermittel. Falls alle diese Maßnahmen keinen Erfolg haben, kann eine Operation des Hundes helfen, die konkret mit dem Tierarzt besprochen wird.

Was kannst du als Hundehalter vorbeugend für deinen Hund tun?

Grundsätzlich kann jeder Hund an HD erkranken. Daher solltest du von Anbeginn auf einige einfache, jedoch sehr effektive Vorbeugemaßnahmen achten, auch und vor allem wenn dein Hund gesund ist:

  1. Falls du dich für einen Hund vom Züchter entscheidest, achte darauf, dass er nur mit nachweislich HD-freien Hunden seine Zucht betreibt.
  2. Entscheide dich wenn möglich eher für kleine, leichte Rassen als für größere und schwerere Hunde.
  3. Bewege deinen Hund regelmäßig und seinem Alter entsprechend. Achte darauf, dass er weder über- noch untertrainiert ist und mache viele Übungen für den Muskelaufbau.
  4. Vermeide Überbelastung zum Beispiel durch ständiges Treppensteigen.
  5. Lasse dich von einem Hunde-Physiotherapeuten beraten, in welcher Form du Physiotherapie vorbeugend einsetzen kannst.
  6. Achte auf hochwertige, auf deinen Hund abgestimmte Ernährungsweise ohne schädliche Zusatzstoffe im Futter.
  7. Ist dein Hund an HD erkrankt, behalte diese Maßnahmen bei und besprich alles weitere mit deinem Tierarzt oder auch zusätzlich mit einem guten Tierheilpraktiker.

Fazit

Hüftdysplasie beim Hund ist keine schöne Diagnose, aber auch kein Weltuntergang. Du kannst deinem Hund zusammen mit guten Medizinern und Therapeuten dabei helfen, mit schmerzhaften Schüben umzugehen bzw. diese weitestgehend zu verringern, so dass er ein glückliches und lebenswertes Leben führen kann.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.