Wenn du überlegst, dir einen Hund anzuschaffen, sind dir sicherlich schon Anzeigen wie „… aus liebevoller Hobbyzucht abzugeben“ aufgefallen. Hier stellt sich die Frage, ob jeder einfach so Hunde züchten darf? Was ist eine Hobbyzucht und wann hört diese auf? Was spricht dafür oder dagegen, selbst Hunde zu züchten? Hier gehen wir diesen Fragen auf den Grund.

Motive, um Hunde zu züchten

Warum wollen Menschen  Hunde züchten? Die Gründe mögen vielfältig sein; manche wünschen sich einfach Nachwuchs von ihrem eigenen, lieb gewonnenen Hund. Jedoch ist zu bedenken, dass jedes Tier einzigartig ist, eine eigene Persönlichkeit hat und nie eine Kopie seiner Elternteile ist. Andere wiederum möchten sich mit einer Privatzucht ein paar Euro dazuverdienen. Immerhin kosten Rassewelpen zwischen 700 und 1.500 Euro. Klingt nach einem lukrativen Geschäft, was allerdings leider oft auf dem Rücken der Tiere ausgetragen wird. Deswegen gibt es das Tierschutzgesetz und das Veterinäramt, die hier als „Kontrollorgan“ dienen sollen.

Was gilt als Hobbyzucht?

Gewebsmäßige Zucht und  Hobbyzucht sind klar definiert: Als Hobbyzüchter gilt, wer maximal zwei fortpflanzungsfähige Hündinnen einer Rasse mit maximal zwei Würfen pro Jahr hält. Diese Art von Zucht ist legal und unterliegt keinen behördlichen Regelungen, sofern keine finanziellen Gewinne damit beabsichtigt werden.

Was ist gewerbsmäßige Zucht? 

Hierunter fallen all jene, die mindestens drei fortpflanzungsfähige Hündinnen einer Rasse mit drei oder mehr Würfen pro Jahr halten. Hier steht neben der Liebe zum Tier der finanzielle Gewinn im Vordergrund und diese Art der Zucht ist mit vielerlei Auflagen verbunden. Neben der Anmeldung beim Veterinär- und Finanzamt werden eine Erlaubnis für gewerbsmäßiges Züchten gemäß Tierschutzgesetz sowie ein Sachkundenachweis benötigt. Ebenso müssen entsprechende Räumlichkeiten für die Tiere vorhanden sein. Unabdingbar ist umfangreiches Fachwissen über Genetik, Verhaltenskunde und vieles mehr. Auch finanziell muss der künftige Hundezüchter gut aufgestellt sein, denn die Haltung, Aufzucht, Pflege und tierärztliche Versorgung der Tiere ist teuer.

Hunde züchten: Pro

Was spricht für das eigene Züchten von Hunden? Es ist verständlich, dass sich jemand Nachkommen seines lieb gewonnenen Hundes wünscht – entsteht doch das Gefühl, dass etwas von ihm bleibt, wenn er eines Tages stirbt. Außerdem ist nicht jeder Züchter ein geldgieriger Vermehrer. Gute Profizüchter gehen  verantwortungsvoll mit ihren Tieren um und sorgen für den Erhalt wertvoller Hunderassen. Doch reicht dies als Argument im Sinne des Tierschutzes und eines verantwortungsvollen Umgangs mit Hunden aus?

Hunde züchten: Contra

Die Tierheime quellen über, denn jährlich werden deutschlandweit rund 80.000-100.000 Hunde in Tierheimen abgegeben. Viele dieser liebenswerten Tiere müssen Jahre dort verbringen, ohne eigene Familie oder Bezugsperson. Angesichts dieser Zahlen stellt sich die Frage, ob Hundezucht ethisch und moralisch vertretbar und noch zeitgemäß ist. Gerade Hobbyzüchter nehmen mit jedem Welpen einem Hund im Tierheim die Chance auf ein neues Zuhause. Denn auch Junghunde sind in Heimen zu finden, oftmals abgegeben wegen Überforderung oder Zeitmangel. Das Angebot an Hunden übersteigt deutlich die Nachfrage.

Fazit

Über die moralischen und ethischen Bedenken, Hunde zu züchten, lässt sich sicherlich argumentieren. Jeder muss mit seinem Gewissen entscheiden, ob er Hunde züchten möchte oder nicht und letztendlich muss es immer um das Tierwohl gehen – nicht nur um das der eigenen Tiere, sondern auch um das all der Hunde, die in Heimen leben müssen und auf ein neues Zuhause warten.