Besonders Kinder lieben knuddelige Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster. Sie vermitteln den falschen Eindruck, vergleichsweise wenig Aufwand in Unterbringung und Versorgung zu machen. Allzu leicht wird dem Wunsch der Kinder nachgegeben und ein Tier samt Zubehör angeschafft. Gerade im Bereich der Kleintiere ist dies besonders einfach – kann man sie doch samt Zubehör beim Wochenendeinkauf oder auf dem Weg zum Baumarkt einfach im Zooladen mitnehmen.

Der Zooladen: Schlecht für die Tiere

Unter Zooläden fallen alle Märkte, in denen Tiere angeboten werden: Abteilungen in Baumärkten, Futtergeschäfte oder Zoofachgeschäfte. Der Anblick der süßen Häschen, Meerschweinchen und Hamster täuscht über das hinweg, was hinter den Kulissen geschieht. Zu rund 98% stammen diese Tiere aus Massenzuchtanlagen, in denen Muttertiere und Babys unter sehr schlechten Bedingungen gehalten werden. Es geht rein um die Produktion von vielen Nachkommen. Die Muttertiere sterben frühzeitig aufgrund dieser Belastung unter schlechtesten Haltungsbedingungen.

In Zooläden selbst ist die Unterbringung ebenfalls alles andere als artgerecht. Auch wenn die Zeit des Aufenthaltes für die Kleintiere dort relativ kurz sein mag: Die Behausungen sind zu klein, das Futter weder artgerecht noch ausgewogen, und die Tiere werden laufend durch interessierte Kunden gestresst und gestört. Hamster, die tagsüber schlafen, werden immer wieder geweckt, um sie den Kunden zu zeigen.

Das Personal in Zooläden ist meist nicht ausreichend ausgebildet und geschult, um die Kunden über artgerechte Tierhaltung zu informieren. Schlechte und schädliche Produkte wie viel zu kleine Käfige, schlechtes Futter oder tierschutzwidriges Zubehör im Handel tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei.

Aufklärungsprojekt gegen den Verkauf von Tieren in Zooläden

Je aufgeklärter und informierter die Menschen sind, die sich Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Ratten oder Mäuse anschaffen möchten, desto besser kann gegen Verkäufe von Kleintieren in Zooläden vorgegangen werden. Bist du noch nicht überzeugt davon, dass du dein Kleintier besser nicht im Zooladen kaufst, nimm dir die Zeit, dich mit diesem speziellen Aufklärungsprojekt zu dem Thema zu beschäftigen.

Überfüllte Tierheime durch Überpopulation an Kleintieren

In Deutschland gibt es rund 740 Tierschutzvereine mit rund 550 Tierheimen, in denen jährlich rund 300.000 Tiere ein neues Zuhause suchen. Viele von ihnen bleiben dort ihr ganzes Leben lang. Neben Hunden und Katzen betrifft dies auch die Kleintiere, die in Massen in Tierheimen auf ein neues Zuhause warten. Das ständige Massennachzüchten aller Kleintierarten für Zooläden trägt wesentlich zur Überpopulation bei Kleintieren bei.

Die meisten Tiere landen unverschuldet im Heim. Die Hauptgründe dafür sind Überforderung – wenn das Tier mehr Arbeit macht als erwartet – Umzug, Trennung oder berufliche Veränderungen. Zudem haben Kinder, die sich so sehr ein Kleintier gewünscht haben, oft nach kurzer Zeit kein Interesse mehr daran.

In allen Fällen ist der Halter entweder nicht mehr in der Lage oder nicht mehr willens, sich um das Tier zu kümmern. Der vierbeinige Freund verliert somit sein Zuhause und seine gewohnte Umgebung.

Die beste Alternative: Ein Kleintier aus dem Tierheim

Die Adoption eines Kleintieres aus dem Tierheim ist in jederlei Hinsicht ein Gewinn und birgt nur Vorteile für alle Beteiligten.

Vorteile für das Tier

Auch wenn die Tiere im Heim gut gepflegt und versorgt werden, können die dortigen Umstände ihren Bedürfnissen nicht gerecht werden. Sie sind die meiste Zeit des Tages eingesperrt. Auf individuelle Bedürfnisse können die Tierheimmitarbeiter kaum eingehen. Auch Kaninchen und Meerschweinchen brauchen Zeit, Zuwendung, Bewegung, Streicheleinheiten und emotionale Bindung. Sie sehnen sich danach, wieder zu einer Familie mit einem für sie passenden Partner oder Kleingruppe mit artgerechter Unterbringung zu gehören.

Vorteile für das Tierheim

Aufgrund der immer weiter zunehmenden Zahl der Tiere in Tierheimen müssen einige Heime zeitweise Aufnahmestopps verhängen. Gerade nach Weihnachten oder zu Beginn der Sommerferien, wenn die Leute merken, dass es mit dem Hasen doch keine so gute Idee war, platzen die Heime aus allen Nähten. Ihr Hauptanliegen ist daher, so viele Tiere wie möglich in gute Hände zu vermitteln. Die Gebühr für die Adoption deckt gerade die Kosten für Unterbringung, Futter und medizinische Versorgung. Niemand bereichert sich an den Geldern, da sie dringend benötigt werden. Viele Tierheime sind zudem auf Spenden angewiesen. Die Adoption eines Heimtieres schafft somit Platz für ein neues Tier, was sicher kommt. Und es hilft den Tierheimen, finanziell zu überleben.

Vorteile für dich

Für dich als Tierhalter liegen in der Adoption eines Heimtieres besonders viele Schätze verborgen. Dank des Internets hast du zahlreiche Möglichkeiten, dich über zur Vermittlung stehende Tiere zu informieren. Erkundige dich in den Tierheimen in deinem Umkreis, schaue auf deren Webseiten oder gute Online-Portale, welche Kleintiere zu vermitteln sind und vereinbare einen ersten Termin. Womöglich musst du ein bisschen fahren, um deinen neuen Freund in Empfang zu nehmen, aber es lohnt sich.

Die Mitarbeiter der Tierheime wissen gut über ihre Schützlinge Bescheid, so dass sie beurteilen können, ob das Tier mit all seinen Eigenschaften gut zu dir passt. Denn auch Kleintiere haben ihre Persönlichkeit und bestimmte Charaktereigenschaften.

Mit dem Kauf eines Kleintieres im Zooladen unterstützt du nur weiter deren Massenproduktion. Die Schutzgebühr, die du im Tierheim für deinen kleinen Nager bezahlst, deckt die Kosten für Unterbringung, Futter und Versorgung. Niemand bereichert sich daran, weil alle Gelder für den Fortbestand der Heime benötigt werden und den Tieren dort zu Gute kommen.

Tiere aus dem Heim sind geimpft, entwurmt und medizinisch rundum versorgt, so dass diese Kosten für dich entfallen. Du bekommst Auskünfte über eventuelle (Vor-)Erkrankungen oder erforderliche Medikamente und Tipps für ihre optimale Pflege. Doch die meisten Tiere in den Heimen sind kerngesund und putzmunter.

Ferner kannst du dir Zeit nehmen, dein Wunschtier in Ruhe kennenzulernen. Du kannst es streicheln und beobachten und mit ihm in Kontakt treten. Wer weiß, wer wessen Herz am Ende erobert?

Auch wenn viele Tiere Trauriges – wie den Verlust ihres Zuhauses – erlebt haben, ist es erstaunlich, wie schnell sie wieder Vertrauen fassen und sich auf eine neue Bezugsperson einlassen können. Kaum ein Tier zeigt so viel Dankbarkeit wie eines aus dem Tierheim.

Fazit: Alle Tierarten warten im Tierheim

Ob Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Ziervögel – so viele tolle Tiere warten im Tierheim auf liebe Menschen, die ihnen ein Zuhause auf Lebenszeit geben. Mach mit und hole dein Tier im Tierheim.

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