Die Erderwärmung schreitet immer weiter voran und jeder von uns ist aufgefordert, seinen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz beizutragen. Wie ist in diesem Zusammenhang die Haltung von Haustieren, insbesondere von Katzen, zu bewerten? Zahlreiche Studien haben sich mit der Ökobilanz von Katzenhaltung beschäftigt und alle kommen auf ein identisches Ergebnis: Katzenhaltung ist alles andere als umweltfreundlich.

Katzenhaltung verursacht hohe CO2-Emissionen

Allein in deutschen Haushalten schnurren derzeit knapp 15 Millionen Katzen. Umgerechnet entspricht die Umweltbelastung einer Katze rund 1.400 Kilometern Autofahrt pro Jahr. Werden pro Kilometer durchschnittlich 130 Gramm CO2 ausgestoßen, entspricht dies einer CO2-Belastung von 182.000 g/km – pro Katze! Zu hohe CO2-Emissionen sind nachweislich der Haupt-Klimakiller und es gilt, diese effektiv und nachhaltig zu senken. Wie kann also Katzenhaltung umweltfreundlicher werden?

Faktoren für die Umweltbelastung durch Katzenhaltung

Schweizer Studien haben ergeben, dass mehrere Faktoren für die Umweltbelastung durch Katzenhaltung verantwortlich sind. Hierbei schlägt vor allem das Futter für die Katzen zu Buche, da die Tierfutterproduktion in hohem Maße CO2-Emissionen verursacht, begonnen bei der Aufzucht der Schlachttiere, bis hin zum Transport, der Verarbeitung und der Verpackung. Doch auch der Einkauf und Verbrauch von Zubehörartikel, die ebenfalls produziert werden müssen und Abfall erzeugen, tragen zur schlechten Klimabilanz der Katze bei.

Klimakiller Katzenstreu

Ein weiterer Klimakiller ist Katzenstreu. Eine Katze verbraucht jährlich knapp 100 kg Katzenstreu, wie die Schweizer Forscher ermittelten. Besonders gern wird Katzenstreu aus Bentonit gekauft, da es günstiger ist als Streu aus Holzpellets. Bentonit ist ein natürliches Gestein, welches aus verschiedenen Tonmaterialen besteht und sehr aufwendig in der Gewinnung, Produktion und Verpackung ist. Die Forscher errechneten: Die Streu aus Holzfasern (79g CO2-eq/l) verursachen pro Liter eine geringere Klimabelastung als die aus Bentonit (428g CO2-eq/l) (Quelle: ESU-services).

Zusammenfassung: Klimakiller in der Katzenhaltung

Fassen wir die Klimakiller in der Katzenhaltung einmal zusammen:

  • Futterversorgung
  • Katzenstreu
  • Verbrauch von Tierzubehörartikeln
  • Fahrten zum Tierarzt
  • Überpopulation durch Zuchten und fehlende Kastrationen

Du selbst kannst zugunsten einer umweltfreundlicheren Katzenhaltung Einfluss auf diese Faktoren nehmen.

Dein Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Katzenhaltung

Katzen sind unser liebstes Haustier und ein Leben ohne sie ist weder vorstellbar noch realisierbar. Denn Katzen sind nicht nur Klimakiller – wofür sie nichts können – , sondern Seelentröster, Begleiter und emotionale Stütze für viele Menschen. Somit ist jeder Katzenhalter aufgefordert, die Haltung seiner Katze so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Folgendes kannst du selbst dazu beitragen:

1. Vermeide unnötigen Abfall

Hinsichtlich der Verpackung von Katzenfutter kannst du nur bedingt Einfluss nehmen, denn das Futter ist nun einmal in Dosen oder Tüten verpackt. Alternativ jedoch kannst du deine Katze barfen, womit einiges an Verpackung entfällt. Was den Verbrauch von Zubehörartikeln angeht kannst du prüfen, ob du das ein oder andere gebraucht kaufen kannst. Manches ist aus hygienischen Gründen vielleicht nicht sinnvoll, aber bei einem Kratzbaum oder manchen Spielsachen ist dies unproblematisch.

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2. Hole dir eine Katze aus dem Tierheim

Es gibt eine deutliche Katzen-Überpopulation. Jährlich landen geschätzt mehr als 130.000 Katzen in deutschen Tierheimen und trotzdem werden Katzen weiter gezüchtet und die Tiere auch bei Züchtern erworben. Wenn du einer Katze ein Zuhause geben möchtest, wende ich deswegen an ein Tierheim. Dort gibt es Katzen aller Rassen und Altersklassen. So entlastest du einerseits die überfüllten Tierheime, andererseits tust du eine gute Tat, indem du einer lieben Samtpfote ein schönes Zuhause schenkst.

3. Lasse deine Katze bzw. deinen Kater kastrieren

Hauptverantwortlich für die Überpopulation sind nicht kastrierte Freigänger-Katzen, die sich unkontrolliert vermehren. Einige Gemeinden haben bereits eine Katzenschutzverordnung, d.h. eine Kastrationspflicht für Katzen, beschlossen, aber die meisten Städte und Gemeinden tun sich schwer damit. Bitte sei verantwortungsvoll und lasse deine Samtpfote kastrieren. Der unkomplizierte Eingriff sorgt zudem dafür, dass deine Katze bzw. dein Kater durch den nicht mehr vorhandenen Sexualtrieb wesentlich umgänglicher wird.

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4. Verwende biologisches Katzenstreu

Jede Katze im Haushalt benötigt eine Katzentoilette und Katzenstreu ist nun einmal unverzichtbar. Achte beim Einkauf darauf, umweltfreundliches Katzenstreu zu verwenden, auch wenn es etwas teurer ist als das umweltbelastende Streu aus Bentonit. Am besten eignet sich Katzenstreu aus Holzfasern, was sowohl in Gewinnung als auch Entsorgung die Umwelt nicht so stark belastet. Katzenstreu aus Holzfasern ist kompostierfähig und biologisch abbaubar.

Fazit

Klimaschutz geht jeden an und jeder kann und muss seinen Beitrag zu einer sauberen Umwelt leisten. Als Katzenhalter solltest du deine Möglichkeiten nutzen, die Katzenhaltung so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.