Essenziell für ein langes und gesundes Leben ist die Ernährung. Dies gilt, so wie für jedes Lebewesen, auch für Meerschweinchen. Verantwortungsbewusste Kleintierhalter machen sich viele Gedanken über die passende Ernährung ihrer Nager. Am Meerschweinchen-Futter solltest du keinesfalls sparen und dich gut informieren, was den süßen Schweinchen einerseits schmeckt und sie andererseits gesund und vital erhält. Was macht gutes Meerschweinchen-Futter aus?

Tipp 1: Biete 24/7 Rau- und Grünfutter an

Der Verdauungstrakt des domestizierten Meerschweinchens unterscheidet sich nicht von ihren in Südamerika wild lebenden Artgenossen. Von Natur aus ernähren sie sich von Gräsern, Wurzeln, Blättern und Rinden, frei von jeglichen tierischen Bestandteilen. Daher ist es für ihren Stoffwechsel wichtig, dass sie den ganzen Tag Zugang zu Raufutter bekommen. Basis für die Ernährung deines Meerschweinchens ist demnach Heu, Stroh, Gräser, Kräuter, Zweige und Grünfutter, was sie rund um die Uhr benötigen. Zudem sorgt Raufutter für den natürlichen Abrieb der Zähne.

Tipp 2: Vermeide handelsübliches Trockenfutter

Der Handel bietet eine Vielzahl an Meerschweinchen-Futtersorten an. Leider enthalten diese viele ungeeignete und ungesunde Zusatzstoffe wie Zucker, Stärke, Fette, Nüsse, Öle, Getreide, Melasse oder tierische Nebenerzeugnisse. Diese Stoffe wirken sich ungünstig u.a. auf die Verdauung deiner Tiere aus. Dies gilt auch für gängige Leckerlis oder Knabberstangen, die oft Trockenobst oder -gemüse enthalten. Trockenobst/-gemüse quillt im Magen auf und kann zu Verstopfung oder sogar Diabetes führen. Besser für dein Meerschweinchen ist es, ungesundes Fertig-Trockenfutter durch geeignetes Meerschweinchen-Futter zu ersetzen.

Tipp 3: Füttere nur geeignetes Trockenfutter

Es gibt spezielle Meerschweinchen-Futtersorten, die du bedenkenlos füttern kannst. Sie enthalten gepresste Heu- bzw. Kräuterpelletes mit getrockneten Kräutern und ohne jegliche Zusatzstoffe. Generell kannst du aber getrost komplett auf Fertigfutter verzichten und auf Frisches direkt aus der Natur zurückgreifen.

Tipp 4: Gemüse deckt den Mineralien- und Vitaminbedarf

Wichtigster Bestandteil ausgewogenen Meerschweinchen-Futters ist täglich frisches Gemüse. Gib einem Meerschweinchen täglich rund 200-300 Gramm Gemüse, am besten in Bio-Qualität. Stelle die Ration so ein, dass sie bis zur nächsten Fütterung aufgefuttert wurde. Frisches Gemüse versorgt dein Meerschweinchen mit allen notwendigen Mineralstoffen und Vitaminen, vor allem dem wichtigen Vitamin C. Hier eine Auswahl geeigneter Gemüsesorten: Brokkoli, Blattsalate, Fenchel, Grünkohl, Gurken, Kohlrabi, Kürbis, Möhren mit Kraut, Sellerie, Steckrübe.

Tipp 5: Obst auf dem Speiseplan

Meerschweinchen lieben Süßes, weswegen sie mit Zuckern angereicherte Nahrungsmittel auch nicht verschmähen. Gegen Obst in kleinen Mengen als Ergänzung zum Meerschweinchen-Futter ist daher nichts einzuwenden. Geeignet sind zum Beispiel Äpfel ohne Kerngehäuse, Birnen, Erdbeeren, Hagebutten, Wassermelone. Verfüttere generell nicht zu zuckerhaltige Sorten und reiche sie nur ab und zu, keinesfalls täglich, als besonderes Highlight.

Tipp 6: Vermeide unverträgliche Gemüse- und Obstsorten

Nicht alle Gemüsesorten gehören in gutes Meerschweinchen-Futter, denn sie sind unverträglich oder sogar giftig. Verzichte daher auf das Füttern von beispielsweise Zwiebeln, Porree, Lauch, Hülsenfrüchten, rohen Kartoffeln, Radieschen oder Spinat. Umstritten ist auch das Füttern von Kohlsorten, da diese Blähungen und Darmprobleme verursachen können. Kohl kannst du in kleinen Mengen und in Verbindung mit anderen Gemüsesorten hin und wieder geben. Beginne mit einer ca. fingernagelgroßen Menge. Falls dein Meerschweinchen zu Verdauungsproblemen neigt, lasse den Kohl besser weg und überprüfe generell die Ernährung deiner Tiere. Zu den unverträglichen, weil zu zuckerhaltigen Obstsorten zählen alle Steinobstsorten (Kirschen, Pfirsiche, Pflaumen etc.), exotische Früchte (Papaya, Mangos etc.), Bananen, kleine Beerensorten (Heidelbeeren, Himbeeren, etc.).

Tipp 7: Zweige, Blätter und Kräuter

Einige Bestandteile für dein Meerschweinchen-Futter kannst du im heimischen Wald sammeln. Meerschweinchen lieben Kräuter, Äste, Zweige und Blätter, denn sie dienen als Anregung zum Spielen und auch Knabbern und enthalten zudem gesunde Stoffe. Diese Sorten kannst du nach Belieben ins Gehege geben: Apfelbaum, Birnbaum, Haselnuss-, Heidelbeer-, Johannisbeerbusch. Bei Nadelgewächsen gilt Vorsicht, da diese teilweise zu viele ätherische Öle enthalten. Geeignet sind jedoch Äste von Weißtannen, Edeltannen oder Nordmanntannen. Im Sommer kannst du zahlreiche Wiesenkräuter selbst sammeln und täglich anbieten: Brennessel (angewelkt), Gänseblümchen, Giersch, Gräser, Huflattich, Kamille, Löwenzahn, Ringelblume, Schafgabe, Sonnenblume, Spitzwegerich oder Wicken erfreuen sich großer Beliebtheit. Frische Küchenkräuter wie Basilikum, Dill, Estragon, Kerbel, Koriander, Majoran, Melisse, Minze, Petersilie, Salbei oder Thymian darfst du ebenfalls täglich füttern. Achte darauf, dass alles ungespritzt ist und sich nicht auf Höhe vorbei laufender Hunde bei ihrer Gassi-Runde befindet.

Tipp 8: Die Abwechslung macht’s

So wie wir nicht satt und glücklich werden, wenn wir uns jeden Tag einfach nur den Inhalt einer Dose aufwärmen, möchten auch unsere Meerschweinchen gesund und mit Liebe ernährt werden. Lege daher besonderes Augenmerk auf ausgewogenes und gesundes Meerschweinchen-Futter. Auch wenn dies auf den ersten Blick mehr Arbeit macht, lohnt sich doch die Mühe. Denn du wirst wahrscheinlich viel Geld für den Tierarzt sparen, der die Gesundheitsprobleme deiner Schweinchen aufgrund Fehlernährung behandeln müsste.

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Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz HPC-Team Administrator
Als Redakteurin kümmere ich mich um das Magazin des HPC und schreibe Beiträge und Reportagen. 🙂