Meerschweinchen sind in vielerlei Hinsicht liebenswerte Geschöpfe. Sie bestechen durch ihre putzigen Gesichter und ausgeprägte Lautsprache. Zudem hüpfen Meerschweinchen gern, wenn sie sich freuen. Sie sind äußerst soziale Gruppentiere, weswegen du besonderes Augenmerk auf ein passend eingerichtetes Meerschweinchen-Gehege richten musst. Neben ausreichend Platz sollte dein Meerschweinchen-Gehege viele Versteck- und Spielmöglichkeiten bieten. Wie kannst du dein Meerschweinchen-Gehege optimal einrichten?

Größter Haltungsfehler sind zu kleine Käfige

Wie fast alle Kleintiere gehören auch Meerschweinchen zu den häufig missverstandenen Tierarten, weswegen sie leider oft unter Haltungsfehlern zu leiden haben. In erster Linie müssen viele Meerschweinchen ihr Dasein in viel zu kleinen Käfigen fristen. Wesentlich besser aufgehoben sind die putzigen Nager in einem ausreichend großen Meerschweinchen-Gehege, welches du drinnen oder auch draußen einrichten kannst.

Ganz wichtig: der Platzbedarf

Die Größe deines Meerschweinchen-Geheges richtet sich in erster Linie nach der Anzahl der Tiere. Ideal ist eine Gruppengröße von zwei bis sechs Tieren. Pro Meerschweinchen musst du einen Platzbedarf von mindestens einem halben Quadratmeter berechnen, besser ist ein Quadratmeter Grundfläche. Hältst du beispielsweise fünf Meerschweinchen, benötigst du mindestens drei Quadratmeter Bodenfläche. Etagen zählen nicht zur Grundfläche. Glasbehälter wie Terrarien oder oben geschlossene Behausungen sind für Meerschweinchen nicht geeignet, da sie relativ viel urinieren und derartige Behausungen schlecht zu belüften sind.

Ausreichend Platz statt Auslauf

Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob Meerschweinchen Auslauf benötigen oder nicht. Generell gilt, dass dein Meerschweinchen-Gehege ausreichend groß sein sollte, damit sich die Tiere dauerhaft darin aufhalten und ihrem Bewegungsdrang nachkommen können. Denn viele Meeris mögen es nicht besonders gern, hochgenommen und herumgetragen zu werden, sondern bleiben lieber in ihrem Territorium. Andererseits kann täglicher Auslauf eine nette Abwechslung für die Tiere sein. Wenn du den Auslauf direkt an dein Gehege anbaust, können die Tiere selbst entscheiden, ob und wann sie den Auslauf nutzen möchten. Falls du deine Meeris in der Wohnung laufen lässt, denke sowohl an ihre Sicherheit als auch an den Schutz deiner Einrichtung: Die flinken Nager knabbern alles an, was nicht niet- und nagelfest ist und pinkeln und kötteln ständig und überall. Schütze daher Teppiche, Kabel und Steckdosen und schließe Fenster und Türen. Selbstredend, dass du auch andere im Haushalt lebende Tiere von freilaufenden Meerschweinchen fernhalten solltest. Bedenke, dass Auslauf für Meerschweinchen auch Stress bedeuten kann, den es gilt, auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Gehege für Innen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Meerschweinchen-Gehege in deiner Wohnung zu errichten. Als Umrandung hierfür eignen sich mindestens 25 cm hohe Holz-, Span- oder Plexiglasplatten. Um deine Zimmerwände vor Verschmutzungen zu schützen, sollten diese Gehegeseiten bis 50 cm hoch sein. Auch den Boden deines Meerschweinchen-Geheges solltest du mit Einstreu, Heu, Stroh, Tüchern oder Wachstuchdecken vor Urin und Köttelchen schützen. Hier kannst du schöne Beispiele für artgerechte Gehege sehen und auch bestellen, falls du nicht selbst etwas bauen möchtest. Der ideale Standort des Meerschweinchen-Geheges ist hell, jedoch keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Da die Tiere sehr lärm- und geruchsempfindlich sind, stelle das Gehege nicht neben dem Fernseher und nicht in der Küche auf. Auch Schlaf- oder Kinderzimmer sind nicht geeignet, da die Tiere selbst recht laut sein können, auch nachts. Am besten eignet ein separates Meerschweinchen-Zimmer. Einige Tipps für die Gestaltung eines artgerechten Außengeheges findest du hier.

Was gehört rein ins Gehege?

Im Prinzip sind Meerschweinchen sich selbst genug und lieben es, miteinander zu spielen und zu kommunizieren. Dennoch benötigen sie Spiel- und Versteckmöglichkeiten in ihrem Lebensraum. Hierzu eignen sich beispielsweise Zweige, Steine, Laub, Korkröhren oder Papprollen. Auf Plastikzubehör solltest du komplett verzichten. Biete jedem deiner Schweinchen ein eigenes Schlafhäuschen an, in einer Größe von etwa 35×35 cm. Auch Unterschlupfe aus Ton oder Kork sind willkommen und dienen als Rückzugs- und Schutzraum. Etagen, Rampen und Brücken bringen zusätzlich Abwechslung in dein Meerschweinchen-Gehege. Zudem lieben Meerschweinchen Hängematten!

Futter- und Wassernäpfe

Da Meerschweinchen ständig Zugang zu Heu und Wasser benötigen, fülle täglich frisches Heu in eine Heuraufe. Heuraufen schützen das Heu vor Verschmutzungen, und der Gitterabstand sollte nicht größer als 4 cm sein. Biete frisches Wasser besser in Keramiknäpfen als in handelsüblichen Nippeltränken an, denn beim Trinken aus Nippeltränken müssen die Tiere eine unnatürliche Körperhaltung einnehmen. Des Weiteren sind Nippeltränken anfällig für Bakterienbefall. Positioniere Wasser- und Futternäpfe am besten auf einer erhöhten Holzetage.

Zusammenfassung und Checkliste

Du möchtest eine Kleingruppe von Meerschweinchen halten? Dies ist die Checkliste, um dein Meerschweinchen-Gehege aufzubauen und einzurichten:

  • Biete mindestens 0,5 qm Platz pro Meerschweinchen
  • Kaufe oder baue das Gehege aus Holz- oder PVC-Platten mit mindestens 25 cm Höhe
  • Stelle das Gehege geschützt vor direkter Sonne, Lärm und Gerüchen auf
  • Schütze den Boden mit Kleintierstreu, Tüchern oder Wachstuchdecken
  • Reinige diese Utensilien täglich
  • Biete den Tieren Spiel- und Versteckmöglichkeiten aus natürlichen und ungiftigen Materialien
  • Verzichte auf Plastikzubehör
  • Verwende schwere, flache Keramiknäpfe für Wasser und Futter
  • Biete staubfreies Heu in einer geeigneten Heuraufe an, in die die Tiere weder hineinspringen noch sich daran verletzen (z.B. durch Einklemmen) können

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Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz HPC-Team Administrator
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