Erwiesenermaßen benötigen wir Menschen regelmäßige Umarmungen, um uns wohl und geliebt zu fühlen. Diesen körperlichen Ausdruck von Zuneigung übertragen Hundehalter gern auf ihren geliebten Vierbeiner. Dieser wird nach Herzenslust gedrückt und umarmt, um ihm seine Liebe zu zeigen. Doch wertet ein Hund dies wirklich als Zuneigung oder entspricht dies eher gar nicht seinem Naturell? Mögen Hunde Umarmungen wirklich?

Umarmte Hunde sehen unglücklich aus

Das Internet ist voll mit Bildern und Selfies glücklicher Menschen, die ihren Hund umarmen. Wenn du einen Hund hast, kommt dir dies vielleicht bekannt vor. Schaust du aber aufmerksam hin, wirst du feststellen, dass die meisten Hunde auf solchen Bildern überhaupt nicht glücklich aussehen und Hunde Umarmungen offensichtlich nicht mögen. Ihr Gesichtsausdruck strahlt vielmehr Anspannung und Stress aus statt Liebe zu Herrchen oder Frauchen. Dies kannst du daran erkennen, dass umarmte Hunde den Blick abwenden, blinzeln oder die Augen aufreißen, die Ohren anlegen oder sich die Lippen lecken. All das sind Beschwichtigungssignale, mit denen der Hund zeigt, dass er Stress oder Angst fühlt.

Der Hund ist ein Fluchttier

Für dich als Hundehalter mag es befremdlich klingen, dass dein Hund, wenn du ihn umarmst, Stress bekommt. Dies lässt sich leicht erklären: Von Natur aus entscheidet sich ein Hund im Zweifelsfall eher für Flucht statt Kampf. Eine Umarmung nimmt dem Hund grundsätzlich die Möglichkeit zur Flucht, weswegen er zunächst ablehnend reagiert, was er mit seiner Körpersprache ausdrückt. Es ist durchaus möglich, dass er auch mit Knurren oder Zuschnappen reagiert. Als Hundehalter solltest du deinen Hund stets gut beobachten und lernen, seine Körpersprache zu deuten. Wenn du genau hinschaust, wirst du in der Regel feststellen, dass Hunde Umarmungen eher über sich ergehen lassen und warten, bis der „Anfall“ vorüber ist, anstatt sich darüber zu freuen.

Alternativen zur Umarmung

Möchtest du deinem Hund deine Liebe zeigen, wähle besser andere Ausdrucksformen. Kraule und streichele ihn, gib ihm hin und wieder ein Leckerli, sprich mit sanfter Stimme zu ihm. Du wirst sehen, dass dein Hund auf derlei Signale positiv reagiert, d.h. er wird mit dem Schwanz wedeln, dich aufmerksam und freudig ansehen und deinen Blick erwidern. Apropos Streicheln: Viele Menschen haben die Angewohnheit, ein Tier zu klopfen statt zu streicheln. Je größer das Tier, desto fester wird es geklopft. Schon Kinder lernen dies von den Erwachsenen. Wie das Umarmen entspricht auch das Klopfen nicht der Natur eines Tieres, denn keine Tierart zeigt dieses Verhalten untereinander. Unterlasse daher das Klopfen und streichele das Tier, welcher Gattung es auch angehören mag.

Fazit

Hunde mögen Umarmungen nicht, und sie tun ihnen auch nicht gut. Übrigens haben zahlreiche Forscher und Tierpsychologen bestätigt, dass dies rund 80% der Hunde betrifft – auch so genannte Familienhunde, also Rassen, die sich durch besondere Nähe und Hinwendung zum Menschen auszeichnen. Bereits Kinder, die mit Hunden aufwachsen, sollten dies respektieren und andere Arten lernen, dem Hund ihre Zuneigung zu zeigen.

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