Kennst du das? Mitten in der Nacht durchbricht lautes Katzengeschrei die Stille. Das Kampfgeschrei von Katzen geht durch Mark und Bein und ist die eigene Mieze draußen unterwegs, steigt unter Umständen die Sorge um sie. Doch zumeist ist nächtlicher Katzenjammer harmlos. Doch was ist überhaupt dann draußen los?

Katzen bauen sich ein Revier auf

Wie wir wissen, sind Katzen die einzigen Haustiere, die unkontrolliert durch die Gegend streifen dürfen. Katzen und Kater sind freiheitsliebend und bauen ihr eigenes Revier rund um ihr Zuhause auf, welches sie mehr oder weniger leidenschaftlich mit entsprechend laustarkem Katzenjammer verteidigen. Hinsichtlich der Reviergröße gibt es Unterschiede zwischen Katern und Katzen, beziehungsweise zwischen kastrierten und nicht kastrierten Tieren. Auch haben jüngere Tiere größere Reviere als Seniorenkatzen.

Katzen und Kater haben unterschiedlich große Reviere

Basis eines Katzenrevieres ist stets das eigene Zuhause. Um dieses herum markiert die Katze oder ihr Kater das äußere Revier, ihr Streifgebiet. Weibliche Tiere errichten im Durchschnitt Reviere von rund 500 Metern, Kater laufen teilweise einen Kilometer oder auch mehr um ihr Zuhause herum. Dies ist neben den persönlichen Vorlieben oder Eigenschaften des Tieres abhängig von der Wohngegend. Da sich in unseren Haushalten sehr viele Katzen tummeln, kommen sich die Tiere natürlich früher oder später in die Quere. Vermutungen, wonach Katzen in ländlichen Gebieten größere Reviere haben als ihre Artgenossen in der Stadt, ließen sich in ersten Forschungen an mit GPS-Trackern ausgestatteten Miezen nicht bestätigen.

Verteidigung des Reviers

Ziel eines jeden Stubentigers ist die Verteidigung des eigenen Revieres. Eindringlinge haben darin nichts zu suchen, so dass sie zunächst einmal ihre Reviergrenzen mit Kratz- und Duftmarken festlegen. Betritt nun ein fremdes Tier das Revier des Katers oder der Katze, wird das Verteidigungsarsenal aktiviert und der Katzenjammer ist vorprogrammiert. Zunächst versucht der Reviereigentümer, den Eindringling mit Drohgebärden zu verscheuchen. Das Fell stellt sich auf, die Ohren richten sich nach hinten, die Augen verengen sich zu Schlitzen. Falls dies nicht genug Eindruck macht, kommen Fauchen und Knurren dazu. Bleibt das revierfremde Tier weiterhin unbeeindruckt, setzt der durchdringende Katzenjammer ein, wobei es auch zum Kampf zwischen den beiden Katzen oder Katern kommen kann. 

Verletzungen infolge von Revierkämpfen

Meist gehen Kämpfe zwischen Katzen beziehungsweise Katern gut aus, der Katzenjammer wirkt und der Unterlegene wird sich rechtzeitig trollen. Dennoch kann es zu Verletzungen kommen, weswegen du deine Samtpfote dahingehend untersuchen solltest, falls du den Verdacht hast, dass sie in einen Revierkampf verwickelt war. Hierbei kann es primär zu Biss- oder Kratzwunden kommen, auch Prellungen sind möglich. Halte daher deine Katze stets gut im Blick, wenn sie nach ihrem nächtlichen Streifzug nachhause kommt und schaue dir unsere Erste-Hilfe-Tipps für Katzen an. Wenn deine Katze Freigänger ist, wirst du nicht verhindern können, dass sie in Revierkämpfe verwickelt wird, doch du kannst zumindest in einer Hinsicht etwas vorbeugend tun.

Lasse Katze und Kater kastrieren

Das Wichtigste ist, dass du deine Katze beziehungsweise deinen Kater kastrieren lässt. Nicht nur verhinderst du damit den unkontrollierbaren Anstieg der Katzenpopulation, sondern hilfst auch damit deinem eigenen Tier. Denn kastrierte Kater und Katzen haben nachweislich kleinere Reviere als ihre nicht kastrierten Artgenossen, die der Geschlechtstrieb wesentlich größere Kreise ziehen lässt. Damit steigt natürlich die Gefahr von Revierkämpfen, aber auch von Verletzungen oder tödlichen Unfällen. Lies hier, wie du deine Samtpfote richtig kastrieren lässt und hier, warum die Überpopulation von Katzen ein Problem ist.

Fazit

Wenn du das nächste Mal nächtlichen Katzenjammer hörst, weißt du nun um die Zusammenhänge und kannst danach hoffentlich wieder gut einschlafen.