Nierenschädigungen gehören zu den häufigsten ernst zu nehmenden Erkrankungen bei Katzen. Die kontinuierlich ablaufenden Prozesse in den erkrankten Nieren führen unbehandelt zum Tod. Daher ist es wichtig vorzubeugen und die ersten Symptome unbedingt ernst zu nehmen. Doch welche sind das und wie wird die Krankheit bei Katzen behandelt?

Was ist die Niereninsuffizienz bei Katzen?

Die chronische Niereninsuffizienz, kurz auch CNI genannt, ist eine fortschreitende Krankheit. Die Nierenfunktion geht dabei immer weiter verloren. Die Schäden sind irreversibel, also unumkehrbar. Dabei sind die Nieren bei der Katze für zahlreiche wichtige Funktionen sehr wichtig, darunter:

  • die Regulation von Säuren und Basen, Wasserhaushalt und Elektrolyten (Salze)
  • das Ausscheiden verschiedener Stoffwechselprodukte
  • die Produktion von wichtigen Hormonen (Renin und Erythropoetin, welches wichtig für die Bildung von roten Blutkörperchen ist) und
  • die Bereitstellung von Vitamin D3

Dennoch macht sich eine Niereninsuffizienz bei Katzen leider erst recht spät bemerkbar.

Symptome der Niereninsuffizienz bei Katzen

Meistens macht sich die Niereninsuffizienz bei Katzen erst bemerkbar, wenn bereits über 65 bis 75 Prozent des gesamten Nierengewebes zerstört sind. Während die Krankheit sich bei Hunden meist durch vermehrtes Urinieren und gesteigerte Wasseraufnahme bemerkbar macht, zeigen nur etwa 30 bis 40 Prozent der Katzen diese Symptome. Bei den Samtpfoten kommt es zudem oft zu

  • Lethargie
  • Schwäche
  • Appetitmangel und Gewichtsverlust
  • Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleisches, etwa Entzündungen
  • Fellveränderungen

Die Fellveränderungen entstehen häufig im späteren Verlauf, unter anderem bedingt durch die verringerte Reabsorption von Vitalstoffen in den erkrankten Nieren.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Es gibt Faktoren, die das Risiko erhöhen, dass eine Katze an Niereninsuffizienz erkranken kann. Eine Nierenschädigung entsteht in manchen Fällen durch Medikamentengabe oder zu viele Zusatzstoffe im Futter, aber auch durch Vergiftungen mit Pflanzen. Eine Risikogruppe für Niereninsuffizienz sind auch ältere Katzen. Daher empfiehlt es sich, einen regelmäßigen Seniorencheck mit deiner Katze vorzunehmen, wenn diese älter als 7 Jahre ist.

Weiterhin stellt auch eine nicht artgerechte Fütterung der Katze ein Risiko für Nierenschäden dar. So sind zu wenige hochwertige Proteine oder aber schwer verdauliche bzw. unverdauliche Stoffe (beispielsweise Getreide oder Zucker) potentiell nierenschädigend, da aus ihnen Abfallprodukte entstehen, welche die Nieren ausscheiden müssen.

Behandlung der Niereninsuffizienz

Die Hauptziele in der Behandlung einer Niereninsuffizienz sind das Verlangsamen des Krankheitsverlaufs und die Sicherung der Lebensqualität des Tieres. Zunächst empfiehlt es sich auf ein Diätfutter umzustellen, welches speziell für Katzen mit Nierenerkrankungen entwickelt wurde.
Wenn nötig, wird der Tierarzt außerdem den Säure-Basen-Haushalt unterstützen und ggf. vorhandenen Bluthochdruck behandeln. Dieser ist nämlich häufig eine Begleiterscheinung der Nierenschädigung. Sollte deine Katzen durch die Erkrankung unter Durchfall und Erbrechen leiden, erhält sie auch hierfür passende Medikamente. Infrage kommen zur Behandlung zudem appetitanregende Präparate.

Prognose

Wird die Niereninsuffizienz nicht behandelt, endet sie tödlich. Daher ist es wichtig, regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt vorzunehmen. Je früher die Erkrankung entdeckt und behandelt wird, umso besser ist die Prognose. Bei optimaler Medikation und Futterumstellung ist es möglich, dass deine Katze trotz dieser Erkrankung glücklich alt wird.

Vorbeugung

Eine artgerechte Fütterung reduziert das Risiko, dass eine Nierenschädigung entsteht. Oftmals empfohlen wird eine natürliche Fütterung von Rohfleisch mit einem geringen Phosphorgehalt und Zufuhr von hochwertigen Mineralien (Barf). Achte zudem aufmerksam darauf, ob dein Vierbeiner sich verändert und mögliche Symptome einer Krankheit zeigt. Ist dies der Fall, suche schnellstmöglich den Tierarzt auf. Ideal ist eine regelmäßige Vorsorge inklusive Nieren-Check – am besten bereits bei jungen, ausgewachsenen Katzen, spätestens jedoch ab dem 7. Lebensjahr.

Beteilige dich jetzt an unserer Themendiskussion: → Anmelden

Du bist noch kein Mitglied im Happy Pet Club? Informiere dich und tausche dich mit anderen zu allen Themen rund um unsere tierischen Lieblinge aus - kostenlos natürlich: → Registrieren

Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz HPC-Team Administrator
Als Redakteurin kümmere ich mich um das Magazin des HPC und schreibe Beiträge und Reportagen. 🙂