Wer gern einem Tier ein Zuhause geben möchte und weder Zeit noch Platz für Hund oder Katze hat, entscheidet sich oft für ein Kleintier. Diese sind jedoch nicht weniger anspruchslos in der Haltung, erst recht, wenn es sich um Frettchen handelt. Diese führen zwar nicht die Beliebtheitsskala der als Haustier gehaltenen Kleintiere an, dennoch erfreuen sich die putzigen Räuber vieler Freunde. Ob Frettchen als Haustier für dich geeignet sind, kannst du hier herausfinden.

Steckbrief des Frettchens

  • Familie: Marder
  • Herkunft: Unser domestiziertes Frettchen („Mustela Putorius Furo“) stammt vom wild lebenden europäischen Waldiltis (“Mustela Putorius”) ab. Seine Heimat ist Süd-/Mitteleuropa und Nordafrika.
  • Lebenserwartung: bis 10 Jahre
  • Männliche Tiere (Rüden) werden bis zu 45 cm lang und 1 bis 2 kg schwer.
  • Weibliche Tiere (Fähen) können bis zu 35 cm groß und bis 1 kg schwer werden.

Charakter und Verhalten

Als Mitglied der Marder-Familie sind Frettchen, anders als unsere anderen Kleintiere, Raubtiere. Dies macht sich sowohl in ihrem Verhalten als auch in ihren Charaktereigenschaften bemerkbar. Sie sind extrem abenteuerlustig und immer aktiv. Unbedingt benötigen sie einen Artgenossen, Einzelhaltung kommt für sie nicht infrage. Tatsächlich können Frettchen eine recht enge Bildung zu ihren Menschen eingehen, sofern dieser sich intensiv mit ihnen beschäftigt. Frettchen spielen für ihr Leben gern und lassen sich, wenn sie einmal Vertrauen gefasst haben, gern streicheln. Bis dahin musst du furchtlos sein, denn die kleinen Kerlchen sind dafür bekannt, dass sie gerne auch mal zubeißen.

Haltung in der Wohnung

Die meisten von uns kennen Frettchen aus Zoos oder Wildparks. Hier bewohnen die niedlichen Räuber meist große Gehege, in denen sie nach Herzenslust toben und spielen können, was in einer Privatwohnung kaum zu realisieren ist. Doch reine Käfighaltung ist für diese Tiere nicht artgerecht; entweder brauchen sie ein großes Gehege oder Freilauf im Haus oder in der Wohnung. Überlege daher gut, ob du einerseits den Platz hast und andererseits deine Einrichtung der Frettchen-Invasion standhält. Gehe davon aus, dass sie alles erkunden und anknabbern, was nicht niet- und nagelfest ist. Katzenspielzeug kann hier als gute Ablenkung und Beschäftigung dienen. Ein weiterer Faktor, den du bedenken musst, ist der strenge Geruch der Tiere. Besonders Rüden verteilen gern mithilfe ihres Analdrüsensekrets ihre Duftmarken, die äußerst streng riechen. Falls du in einer Mietwohnung lebst, solltest du mit deinem Vermieter klären, ob er die Haltung gestattet. Da Frettchen auch nicht immer stubenrein sind, musst du ihnen eine Katzentoilette während des Freilaufs zur Verfügung stellen, in der Hoffnung, dass sie diese benutzen.

Außenhaltung von Frettchen ist möglich

Bei Wohnungshaltung mit Freilauf muss dein Frettchen-Käfig über eine Mindest-Grundfläche von zwei Quadratmetern und mehrere Etagen verfügen. Auch ein Schlafhaus mit rund 40x40x40 Zentimetern ist ein Muss. Dies ist besonders wichtig bei der Haltung im Freien; hier benötigen deine Tiere einen isolierten Wetterschutz bzw. ein Häuschen. Achte darauf, dass die Maschen des Käfig- bzw. Gehegegitters möglichst klein sind. Denn wo der Kopf durch passt, da passt der Rest auch noch durch!

Kastration von Frettchen

Aufgrund des starken Markierens männlicher Tiere, verbunden mit extremen Gerüchen, ist es ratsam, deine Tiere kastrieren zu lassen. Dies ist auch für weibliche Tiere ratsam, da sie zu Dauer-Rolligkeit (Dauerranz) neigen, was für die Tiere sehr stressig ist. Lasse dich hierzu vom Züchter deines Vertrauens oder auch von fachkundigen Frettchen-Notstationen beraten. Diese sollten auch dein erster Ansprechpartner bei der Anschaffung deiner Frettchen sein. Kaufe Frettchen und Kleintiere bitte generell nie im Zooladen. Warum, steht hier.

Frettchen sind Fleischfresser

Als Marder-Art sind Frettchen fast reine Fleischfresser. Ihre Ernährung sollte zu 80% aus Fleisch und zu 20% aus pflanzlichen Bestandteilen bestehen. Es gibt spezielles Frettchenfutter und du kannst auch hin und wieder hochwertiges Katzenfutter oder Frischfleisch (kein Schwein) füttern. Ab und zu freuen sich die Tiere über ein Stück Obst. Achte beim Futterkauf immer auf gute Qualität. Je besser und artgerechter du deine Räuber ernährst, desto länger bleiben sie gesund. Verzichte auf Futterzusätze wie Getreide und Zucker. Achtung bei mit im Haushalt lebenden, anderen Kleintieren wie Hamstern oder Mäusen: Frettchen sind Jäger und verschmähen kein Lebendfutter.

Fazit

Ihren natürlichen Lebensraum können wir Frettchen kaum bieten. Jedoch sind Frettchen durchaus als Haustiere geeignet, stellen aber hohe Ansprüche an ihre Haltung. Platz, Zeit und menschliche Zuwendung sind dringend erforderlich, wenn sie lange gesund bleiben sollen und du viel Freude mit ihnen haben möchtest.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.