Aktuell leben rund 10 Millionen Hunde in deutschen Haushalten, Tendenz steigend. Die meisten wünschen sich einen Hund, der möglichst wenig „Arbeit“ macht und sich leicht in den Alltag integrieren lässt und entscheiden sich deswegen für einen kleinen Hund. Doch ist es wirklich so, dass diese anspruchsloser sind als große Hunde?

Definition „kleiner Hund“

Es sind die Größe und das Gewicht, die einen Hund in die Kategorie klein oder groß einteilen. Jedoch gibt es hier keine allgemeingültige Definition. Als Richtwert gilt, dass Hunde bis 15 Kilogramm Körpergewicht und 40 Zentimeter Widerristhöhe als klein gelten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie weniger Arbeit machen als ihre großen Kollegen – oftmals im Gegenteil.

Herausforderungen eines kleinen Hundes

In ihren Grundbedürfnissen unterscheiden sich kleine und große Hunde nicht. Denn auch die Kleinen benötigen körperliche und mentale Auslastung, damit sie keine Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Dies ist vielen potenziellen neuen Hundehaltern nicht klar. Kleine Hunde gelten sogar als besonders gelehrig und anhänglich und benötigen dementsprechende Aufmerksamkeit. Sie möchten gefördert und gefordert werden und lernen gern, weswegen du dich intensiv mit ihnen beschäftigen musst. Insofern sind sie nicht weniger anspruchsvoll als große Hunde. Natürlich gehört auch der tägliche Gassigang dazu. Dieser fällt zwar womöglich etwas kürzer aus, allein weil beispielsweise ein Havaneser mit einem kürzeren Gang auskommt als ein Labrador, dennoch muss auch dein kleiner Vierbeiner regelmäßig und ausgiebig vor die Tür.

Die Vorteile eines kleinen Vierbeiners

Die Haltung eines kleinen Vierbeiners hat natürlich auch gewisse Vorteile. Sie fühlen sich beispielsweise in einer kleineren Wohnung, auch ohne Garten, meist sehr wohl und benötigen weniger Platz als ein großer Hund. Aufgrund ihres niedrigen Gewichtes kannst du sie leicht tragen, falls es notwendig sein sollte. Da sie weniger Futter verbrauchen, hast du an dieser Stelle langfristig geringere Kosten. Zudem weisen sie seltener klassische Krankheiten wie Gelenkerkrankungen oder Magendrehung auf als große Hunde, so dass sie auch in puncto Tierarztkosten tendenziell besser abschneiden als ein großer, schwerer Hund. Allerdings musst du beachten, dass es immer rassetypische Krankheiten geben kann und du natürlich auch bei einem kleinen Vierbeiner keine Garantie für stets gute Gesundheit hast. Außerdem benötigt auch der Kleine neben der passenden Beschäftigung eine artgerechte, gesunde und vollwertige Ernährung.

Macht ein kleiner Hund weniger Arbeit?

Wenn du dir einen Hund anschaffen möchtest und dies mit „Arbeit“ verbindest, solltest du deine Entscheidung generell noch einmal überdenken. Jedes Haustier macht in dem Sinne „Arbeit“, die aber einfach dazu gehört und vielmehr das Gefühl von Freude in dir auslösen sollte. Neben Größe und Gewicht des Hundes fällt natürlich besonders seine Persönlichkeit in die Waagschale. Ein großer, schwerer, aber dafür ausgeglichener Hund ist vermutlich besser händelbar als ein kleiner Quirl, der den ganzen Tag Aufmerksamkeit möchte. Auch die Erziehung spielt eine Rolle und hängt mit von der Rasse ab. Viele größere, sanfte Rassen sind wesentlich leichter erziehbar als ihre kleinen Artgenossen.

Fazit

Demnach ist das Kriterium „groß“ oder „klein“ nicht der einzige Indikator dafür, wie arbeitsintensiv ein Hund ist. In erster Linie solltest du dir einen Hund aussuchen, der zu deinen Bedürfnissen und deinem Lebensstil passt, damit er an deiner Seite ein artgerechtes und glückliches Leben führen kann. Gerade Tierärzte bemängeln, dass Hundehalter oft keine ausreichenden Sachkenntnisse vorweisen können. Wichtig ist daher, dass du dir vor der Anschaffung des Hundes eine ausreichende Sachkunde über Hundehaltung im Allgemeinen und die rassetypischen Eigenschaften im Besonderen aneignest.