Zugegeben, Eichhörnchen sind Wild- und keine Haustiere. Doch die kleinen Gesellen sind äußerst beliebt! Eichhörnchen erfreuen uns mit ihren geschickten Kletterkünsten und putzigen Gesichtern, da sie nicht mehr nur in Wäldern, sondern auch mitten unter uns in unseren Gärten und Parks in der Stadt leben. Sie freuen sich jederzeit über Extrafutter, besonders während der kalten Jahreszeit. Wie kannst du Eichhörnchen im Winter helfen?

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf

Als Freund der süßen Nagetiere solltest du bezüglich der Winterruhe Folgendes wissen: Das Eichhörnchen verbringt im Winter die meiste Zeit schlafend in seinem Kobel, hält allerdings keinen klassischen Winterschlaf wie andere Tiere. Das Nest aus Zweigen verlassen die Tiere immer wieder zwischendurch, um etwas Nahrung zu sich zu nehmen. Da das Nahrungsangebot um diese Zeit eher spärlich ist, kannst du Eichhörnchen im Winter mit Futter- und Wasserstellen unterstützen, vor allem in städtischen Regionen.

Was brauchen Eichhörnchen in der kalten Jahreszeit?

Wie du mit Sicherheit weißt, sind Eichhörnchen fleißige Sammler. Sie können pro Saison bis zu 10.000 Nüsse sammeln und vergraben, um im Winter davon zehren zu können. Wiederfinden können sie ihre Depots übrigens über ihren Geruchssinn. Du kannst den Eichhörnchen im Winter also mit ausgelegten ganzen Nüssen eine große Freude bereiten. Außerdem kannst du ein paar Extra-Körner oder Samen auslegen. Gerade in den Ballungszentren gibt es nur wenige Walnussbäume, Eichen, Buchen und Haselsträucher mit ihren leckeren Früchten. Eichhörnchen sind aber auf fruchttragende Büsche und Bäume angewiesen, die zudem wetterbedingten Schwankungen hinsichtlich ihrer Ergiebigkeit unterliegen. Darum solltest du dafür sorgen, dass du das Eichhörnchen im Winter bzw. bereits ab Herbst in deiner Wohngegend mit diesen Nüssen fütterst. Einen weiteren großen Gefallen gewährst du deinen süßen nachbarschaftlichen Nagetieren mit frischem Wasser. Flache Tonschalen eignen sich hierfür sehr gut, da du diese auch regelmäßig gut auswaschen kannst.

Womit kannst du die Eichhörnchen im Winter füttern?

Du kannst die Eichhörnchen in den kalten Wintermonaten mit Kiefernzapfen, Walnüssen, Haselnüssen, Bucheckern und Tannenzapfen füttern. Auch Trockenobst und Sonnenblumenkerne sind für die Eichhörnchen im Winter eine sehr wertvolle Kost. Verfüttere jedoch kein Brot, denn dieses vertragen die flinken Nager nicht. Frisches Obst wie Weintrauben und Apfelstücke mögen die Eichhörnchen auch sehr gerne sowie ungezuckerten Zwieback und Karottenstücke. Beim Verfüttern von Essensresten solltest du darauf achten, dass diese mit der Zeit schimmeln können. Am besten verzichtest du zur Sicherheit darauf, auch um keine Ratten anzulocken. Hast du in deinem Wohnambiente genug Platz zur Verfügung, so sorge für mehrere Futterplätze. So können sich die Eichhörnchen besser aus dem Weg gehen. Halte die Futterstelle regelmäßig sauber, denn auf diese Weise kannst du Krankheiten vorbeugen. Lege den Boden der Futterstelle sicherheitshalber mit Zeitungspapier aus.

Ist das Bauen einer Behausung oder Futterhäuschens notwendig?

Möchtest du den Eichhörnchen gezielt beim Fressen zusehen, dann kannst du ein spezielles Futterhäuschen in einem Baum anbringen. Du hast auch die Möglichkeit, das Futter für die Eichhörnchen in ein großes Vogelhaus zu legen. Sorge hierbei dafür, dass die Futterstelle in einer gewissen Höhe angebracht wird, die den Tierchen so gleichzeitig als Rückzugsmöglichkeit dient. Somit schützt du die Eichhörnchen im Winter vor Fressfeinden, wenn du es so platzierst, dass Raubvögel, Füchse, Hunde und Katzen möglichst nicht herankommen.

Du hast ein verletztes Eichhörnchen gefunden, was solltest du tun?

Als Tierfreund bist du durchaus in der Lage zu erkennen, ob ein Eichhörnchen im Winter deine Hilfe benötigt. Generell gilt: Ein leicht einzufangendes Eichhörnchen ist ein hilfsbedürftiges Tier. Ist der Nager verletzt, so hebe das erwachsene Eichhörnchen mit einem Handtuch vorsichtig hoch. So wirst du nicht gebissen. Halte das verletzte Tier warm und lege es mit Handtuch in einen Karton. Lege auch noch eine Wärmflasche unter das Handtuch. Dann solltest du unverzüglich den Kontakt mit einem Eichhörnchen-Notruf, einer Wildtierstation oder mit einem Tierarzt oder Tierheim aufnehmen.

Zusammenfassung und Checkliste: So hilfst du Eichhörnchen im Winter

  1. Lege mehrere Futter- und Wasserstellen in deinem Garten oder vor dem Haus an
  2. Füttere ganze Nüssen, frisches oder Trockenobst, Gemüsestückchen
  3. Füttere KEIN Brot, keine denaturierten oder gezuckerten Sachen, keine Essenreste
  4. Hänge in sicherer Höhe Futterhäuschen auf, in die du das Futter legst
  5. Übergib verletzte Eichhörnchen der Obhut von Pflegestellen oder einem Tierarzt

Steckbrief des Eichhörnchens

Eichhörnchen gehören zur Familie der Baumhörnchen. Weltweit gibt es rund 29 verschiedene Arten, aber nur drei leben in unseren europäischen Regionen. Sie sind tagaktiv und ernähren sich in erster Linie von Nüssen, Samen und Früchten. Aber auch Insekten oder Vogeleier verschmähen sie nicht. Ihre Nester, die Kobel, legen sie hoch oben in den Bäumen an, wo sie zweimal pro Jahr 2-6 Junge zur Welt bringen: einmal ca. März-April und einmal ca. Juni-August. Die Tragzeit beträgt rund 32 Tage. Eichhörnchenbabys werden blind, taub und nackt geboren und verlassen das Nest erstmalig nach rund acht Wochen. Die Sterblichkeitsrate der Babys ist relativ hoch, mehr als die Hälfte überlebt das erste Lebensjahr nicht. Ihre Lebenserwartung hängt stark von den Bedingungen ab: Unter günstigen Umständen kann sich ihre eigentliche Lebenserwartung von drei Jahren auf bis zu fünf bis acht Jahren erhöhen. Besonderes Merkmal des Eichhörnchens ist sein buschiger Schwanz und seine überragenden Kletterkünste hoch oben in den Baumwipfeln.

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Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz HPC-Team Administrator
Als Redakteurin kümmere ich mich um das Magazin des HPC und schreibe Beiträge und Reportagen. 🙂