Hunde sind seit Urzeiten Begleiter des Menschen. Lebten beide vor langer Zeit noch in einem natürlichen Rhythmus, haben sich die täglichen Anforderungen heutzutage stark verändert. Wir pendeln zwischen allerlei Terminen hin und her und finden oftmals keine Zeit für Ruhe oder Muße. Der mit uns lebende Hund muss die Hektik des Alltags zwangsläufig mit tragen. Dies führt zu einer rasanten Zunahme von Stress bei Hunden mit vielerlei Folge- und Begleiterscheinungen.

Wann entsteht Stress beim Hund?

Ein Hund reagiert äußerst sensibel auf die Befindlichkeiten seiner Bezugsperson. Aufgrund der hohen Anforderungen ihres Menschen leiden die Grundbedürfnisse des Hundes, was zu Stress führen kann. Stress beim Hund entsteht auch immer dann, wenn er gewisse Situationen nicht mehr kontrollieren oder einschätzen kann. Dies sind Beispiele, die Stress beim Hund auslösen können:

  • tägliches stundenlanges Alleinsein
  • hektische, kurze Gassigänge
  • fehlende artgerechte Beschäftigung
  • Anfeuern durch Ballspielen oder Stöckchenwerfen
  • keine Ruhe zum Fressen
  • Nicht-Einhalten von Ruhephasen
  • Ernährungsfehler
  • ständiges Berühren oder Streicheln des Hundes, auch von Fremden
  • unterschiedliche Erwartungen, die an den Hund gestellt werden
  • inkonsequente Erziehung
  • mangelhafte Sachkunde über Hunde im Allgemeinen
  • Fehler im Umgang mit dem Hund
  • Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Hund und Mensch
  • persönliche Probleme des Halters (Geldsorgen, Beziehungs-/Gesundheitsprobleme, etc.)

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Was passiert mit dem Hund in Stresssituationen?

Wenn ein Hund die oben genannten Zustände tagtäglich erleben muss, lebt er im Dauerstress. Dieser Dauerstress schüttet die Stresshormone Cortisol und Aldosteron aus. Diese führen zu einem dauerhaft hohen Adrenalinspiegel, einer erhöhten Atem-, Herz- und Pulsfrequenz sowie einer Störung des Flüssigkeitshaushaltes im Körper. Allein Cortisol benötigt rund sechs Tage, um sich wieder im Körper abzubauen, was bei Dauerstress gar nicht möglich ist.

Was sind die Folgen von Stress beim Hund?

Als Folge des ständig erhöhten Cortisol- und  Adrenalinspiegels können Verhaltensauffälligkeiten und körperliche Krankheiten auftreten. Rund 80% der Erkrankungen bei Hunden lassen sich darauf zurückführen. Auch allerlei Verhaltensauffälligkeiten können eine Folge von dauerndem Stress beim Hund sein.

Stress beim Hund erkennen

Nun fragst du dich vielleicht, wie du erkennst, ob dein Hund Stress hat. Meist ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die dir zeigen, dass etwas für deinen Hund nicht optimal läuft. Dies sind einige Beispiele und Symptome für Stress beim Hund, bei denen du aufmerken solltest, falls du sie bemerkst:

1. Situationsbedingt auftretende Stresssymptome:

  • Hecheln mit kleiner, im Maul gehaltener Zunge statt langer entspannt hängender Zunge
  • Bildung langer Sabberfäden statt einzelner Speicheltropfen
  • unkontrollierbares, unerklärliches Muskelzittern
  • plötzliche vollkommende Bewegungslosigkeit mit dem Einstellen jeder Aktivität

2. Stresssymptome, die sich im Verhalten äußern:

  • Aggressivität oder Passivität bis hin zu Lethargie oder Depression
  • übermäßiges Bellen
  • in die Wohnung pinkeln
  • Lernunwilligkeit
  • Zuschnappen
  • Übermäßiges Ziehen an der Leine

3. Stressbedingte Erkrankungen:

  • Allergien
  • Verdauungsprobleme
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Haut-/Fellprobleme und Ekzeme
  • Nierenprobleme
  • Krebserkrankungen (https://happy-pet-club.net/krebs-unter-tieren/)

Was tun, wenn dein Hund Stress hat?

Wenn du diese Liste aufmerksam durchgehst und deinen Hund dahingehend auf den Prüfstand stellst, wirst du schnell feststellen, ob er ab und zu oder sogar dauerhaft unter Stress steht. Wenn ja, solltest du schleunigst etwas dagegen tun. Zuerst einmal kehre die obige Liste „Wann entsteht Stress beim Hund?“ ins Gegenteil um und löse so die Stressfaktoren auf. Mitunter ist dies womöglich leichter gesagt als getan und du kannst einiges nicht von heute auf morgen ändern. Doch wichtig ist, dass du die „Problemzonen“ erkennst und dich daran machst, sie zu lösen. Denke daran, dass du das nicht allein machen musst, sondern dir entsprechende Hilfe holen kannst. Dies können Freunde, Familienmitglieder, gute Hundetrainer und Ernährungsberater oder Tierärzte sein.

Geht es dir gut, geht es auch deinem Hund gut

Entscheidend ist, dass du den Willen hast, dein Leben zu deinem Wohle und somit zum Wohle deines Hundes zu verändern. Der Punkt, dass dein Wohlbefinden mit dem deines Hundes eng zusammen hängt, ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Das heißt, dass du neben der Veränderung äußerer Lebensumstände auch dein inneres Gleichgewicht wieder herstellen solltest. Löse deine möglicherweise finanziellen Probleme und Herausforderungen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Tue Dinge, die dich glücklich machen, achte auf eine zu dir passende Ernährung und gehe viel in die Natur.

Fazit

Du hast es in der Hand, ob und in welchem Maße dein Hund Stress ausgesetzt ist. Es lohnt sich, dass du dich eingehend damit beschäftigst und du wirst schnell positive Veränderungen in deinem Zusammenleben mit deinem Hund feststellen können.