Seit langer Zeit schon prägen Tauben das Bild aller Städte weltweit. Sie sind Nachfahren von Brief- oder Haustauben, so dass sie inzwischen offiziell als Wildtier gelten. Für viele Menschen sind sie eine Last und Plage und gelten als Überträger von Krankheiten. Deswegen wird ihr Lebensraum mehr und mehr eingeschränkt, indem sie vertrieben und teils auch gezielt getötet werden. Komm mit in die Welt der Tauben und erfahre hier mehr über diese intelligenten und sozialen Vögel.

Steckbrief der Taube

Herkunft: Vermutlich Nachfahren der Haustauben, die wiederum von der Felsentaube abstammen
Wissenschaftlicher Name: Columba livia f. domestica
Größe: ca. 30 bis 34 cm
Lebenserwartung: 3 bis 10 Jahre
Farben: meist grau in vielen Schattierungen
Merkmal: ihr markantes Gurren

Lebensraum der Tauben

In Deutschland sind Tauben im Sinne des Tierschutzgesetzes als Schädlinge eingestuft. Da sie als Überträger von Krankheiten gelten, wird mithilfe zahlreicher Maßnahmen erfolglos versucht, die Taubenpopulation gering zu halten. Tauben leben in Städten und das zumeist in großer Anzahl. Ursprünglich brüteten sie lediglich innerhalb der Stadtmauern und suchten ihre Nahrung bevorzugt außerhalb auf Getreidefeldern. Dort fielen vor allem kranke und schwache Tiere harten Wintern und natürlichen Fressfeinden zum Opfer. Deswegen verlagerten sie ihren Lebensraum nach und nach in die Städte mit üppigem Nahrungsangebot und können sich in diesem relativ geschützten Raum rasch vermehren. Dadurch, dass sich die Stadttauben ganzjährig und dauernd in den Städten aufhalten, sind sie vom Nahrungsangebot der Menschen abhängig. Fütterungsverbote, die dazu dienen sollen, die Tiere fernzuhalten, verursachen somit großes Leid, sowohl bei erwachsenen als auch bei Jungtieren.

Brutverhalten der Tauben

Stadttauben sind Höhlenbrüter, die ruhige Nistplätze bevorzugen. Zwar finden sich in den Städten immer wieder geeignete Plätze, aber sie sind rar. Deswegen müssen Tauben mehr und mehr auf Not-Nistplätze ausweichen, wobei schon die Suche danach Stress auslöst. Weiterhin führt dies dazu, dass Tauben für allerhand Schäden an Gebäuden verantwortlich gemacht werden, wodurch noch mehr Nistplätze verloren gehen, um Häuser zu schützen. Dadurch, dass Stadttauben leicht und dauernd Zugang zu Nahrung haben, brüten sie entgegen ihrer Natur bis zu sieben Mal pro Jahr. Dies gleicht die hohe Sterblichkeitsrate von bis zu 80% bei Jungtieren aus. Problematisch ist weiterhin, dass das Nahrungsangebot, welches überwiegend aus Abfällen und Essensresten besteht, nicht die Nährstoffe enthält, die eine Taube benötigt. Dies schwächt sowohl die Elterntiere als auch ihren Nachwuchs und sorgt zudem weiterhin dafür, dass die Vögel überall ihren schmierigen Kot hinterlassen. Gesunde Tauben täten dies nicht. Um gesund zu bleiben, benötigt eine ausgewachsene Stadttaube rund 30 bis 40 Gramm Körnerfutter. Die wiederholte Nutzung verschmutzter Nistplätze, ungeeignetes Nahrungsangebot und Stress machen Tauben somit anfällig für Krankheiten.

Sozialverhalten

Taubenpaare sind sich ein Leben lang treu. Auch um die Aufzucht des Nachwuchses kümmern sie sich gemeinsam. Zudem sind sie sehr standorttreu und legen ihr Nest stets im selben Revier an. Bei der Futtersuche ist ihr Radius nicht größer als einen knappen Kilometer. Die starke Verbundenheit zum Partner und ihre Reviertreue sind übrigens der Grund dafür, dass Brief- oder Hochzeitstauben unglaublich lange und kräftezehrende Strecken zurücklegen, und die Frage stellt sich, ob dies im Sinne des Tierschutzes nötig ist.

Tauben schützen statt vertreiben

Die Tauben sind in einem Teufelskreis gefangen. Vergrämung, Einschränkung des Lebensraums und Fütterungsverbote führen noch mehr dazu, dass die Tiere sich unnatürlich verhalten und sich ihr Image nicht verbessern kann. Statt sie zu vertreiben, wäre es im Sinne des Tierschutzes notwendig, ihnen geeignete Nistplätze sowie ein kontrolliertes Futterangebot zur Verfügung zu stellen. Damit wäre es möglich, dass Menschen und Tauben in friedlicher Koexistenz leben, die Taubenpopulation sich regulieren und Krankheiten sich dezimieren können.

Weiterführende Informationen zum Schutz von Tauben

Dies war ein kleiner Einblick in die Welt unserer Stadttauben, und vielleicht betrachtest du sie bei deinem nächsten Gang durch die Stadt mit anderen Augen. Es gibt viele Aufklärungsinitiativen von Tierschutzvereinen, die Tauben aktiv helfen, zum Beispiel diese:

Deutscher Tierschutzbund
Hamburger Stadttauben e.V.

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