Kleine Hunderassen sind beliebt. Sie vermitteln den Eindruck, dass ihre Haltung und Pflege leichter und weniger aufwändig sind als die großer Hunde. Zudem benötigen kleine Hunde weniger Platz und Futter, was kostengünstiger ist, und brauchen nicht solch ausgiebige Spaziergänge. Aus dem Wunsch nach kleinen Hunden ist ein neuer, gefährlicher und letztendlich tierschutzwidriger Trend entstanden: Teacup-Hunde – das Ergebnis von Qualzucht.

Trends in der Hundewelt

In allen Lebensbereichen gibt es Trends, die plötzlich um sich greifen, auch in der Hundewelt: Modehunde wie der Mops oder die Französische Bulldogge erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Nun hat der Mensch ein neues „Must-Have“ geschaffen: eine besonders kleine Hunderasse, die offiziell gar keine anerkannte Rasse ist, sondern von verantwortungslosen Personen kreiert wurde. Um dem Wunsch nach kleinen Hunden noch besser abdecken zu können, wurden so kleine Hunde herangezüchtet, dass sie in eine Teetasse passen. Daher der Name Teacup-Hund.

Wo kommen Teacup-Hunde her?

Teacup-Hunde werden vor allem auf bestimmten Social Media-Kanälen gekonnt in Szene gesetzt und wecken so allerlei Begehrlichkeiten beim nicht informierten Konsumenten. Doch die Mini-Hunde sind das Produkt von Qualzuchten, wobei besonders kleine Hunderassen miteinander verpaart werden. Doch nicht nur das: Die schwächsten Tiere eines Wurfes unterschiedlicher Rassen wie Yorkshire Terrier, Chihuahua oder Zwergpinscher werden als Elterntiere ausgewählt, um noch kleinere Nachkommen als das „Original“ zu produzieren. Dies führt zu vielerlei gesundheitlichen Problemen sowohl bei den ohnehin schon geschwächten Elterntieren als auch bei ihren Welpen.

Teacup-Hunde dürfen offiziell nicht gezüchtet werden

Offiziell anerkannte Züchter dürfen ausschließlich gesunde und kräftige Hunde mit festgelegten Rassestandards zur Weiterzucht verwenden. Damit soll das Risiko von Erbkrankheiten so gering wie möglich gehalten werden. Deswegen sind Teacup-Hunde offiziell keine Rasse und ihre Zucht ist gemäß Zuchtordnung des VDH illegal. Leider gibt es keine offiziellen Listen oder Zahlen, so dass es äußerst schwierig ist, die Vermehrer von Teacup-Hunden zu ermitteln.

Das Leiden der Teacup-Hunde

Schon mit der Geburt beginnt das Leiden der Teacup-Hunde. Da ihr Kopf extra groß gezüchtet wurde, ist eine Geburt auf natürlichem Wege oft nicht möglich, so dass die Welpen per Kaiserschnitt auf die Welt kommen müssen. Dies bedeutet eine enorme Belastung für die Hündin, die nicht selten mit dem Tod des Tieres endet. In den Gehirnen der Welpen sammelt sich oft Wasser an, was schmerzhaft auf den Schädelknochen drückt. Die absichtlich angezüchteten Kulleraugen sind ungeschützt vor äußeren Einflüssen, was immer wieder zu Bindehautentzündungen und Verletzungen am Auge führt. Tatsächlich berichten Tierärzte sogar von herausfallenden Kulleraugen bei Möpsen oder Französischen Bulldoggen. Doch es gibt noch weitere, schwerwiegende Gesundheitsprobleme bei Teacup-Hunden: Viele von ihnen leiden an einem Zusammenfallen der Luftröhre (Trachealkollaps), was zu akuter Atemnot führt. Durch das zu eng gezüchtete Gebiss haben die Zähne nicht genug Platz, so dass einige Zähne tierärztlich entfernt werden müssen. Hinzu kommen Lebererkrankungen sowie Bandscheiben-, Gelenk- und Knochenbeschwerden. Die Leidensliste der Teacup-Hunde ist lang und viele von ihnen können nie ein normales, gesundes und schmerzfreies Leben führen.

Der Umgang mit Teacup-Hunden

Wer den Wunsch hat, einen Teacup-Hund zu halten, hat in der Regel völlig falsche Vorstellungen davon, was Hundehaltung bedeutet. Ein Hund hat eigene Bedürfnisse und benötigt eine artgerechte Haltung und Pflege. Halter von Teacup-Hunden sehen in dem kleinen Kerl vielmehr ein hübsches Mode-Accessoire mit Schleifchen im Haar, der ihrem Instagram-Account viele Follower beschert. Hier hilft nur Aufklärung und das Wissen darum, was es mit dieser Art von Qualzucht auf sich hat. Nochmal: Es gibt keine seriöse Zucht von Teacup-Hunden.

Sei achtsam und hilf mit!

Nur wenn die Nachfrage sinkt, kann das Leid der Teacup-Hunde enden. Du selbst kannst etwas dazu beitragen, dass der fürchterliche Trend „Teacup-Hunde“ möglichst schnell wieder von der Bildfläche verschwindet. Selbstredend, dass du als Hundefreund dir keinen solchen Hund anschaffst. Des Weiteren kannst du dich mit offenen Augen durch die Social Media oder Kleinanzeigen bewegen und entsprechende Personen darauf aufmerksam machen, was sie den Tieren antun. Auch wenn der Hinweis für den kleinen Teacup-Hund zu spät kommt, werden Mitmenschen hoffentlich darauf aufmerksam und springen nicht selbst auf diesen Zug auf. Falls du auf Vermehrer von Teacup-Hunden aufmerksam wirst, wende dich an entsprechende Behörden oder Tierschutzvereine, die prüfen können, ob eine tierschutzwidrige Zucht vorliegt.

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