Eine gute Grunderziehung ist das A und O bei einem Hund. Sie ist wichtig für ein harmonisches Miteinander zwischen Hund und Mensch und sorgt zudem für die jeweilige Sicherheit aller Beteiligten. Ähnlich wie bei einem Kind, macht eine gute Erziehung aus einem Hund einen höflichen Hund. Mache jetzt den Test: Wie höflich ist dein Hund?

Was ist Höflichkeit?

Zunächst einmal gilt es zu definieren, was Höflichkeit genau bedeutet. Wer höflich ist, respektiert den Raum und die Gefühle des anderen, nimmt sich zurück, bleibt freundlich usw. (Un-)Höflichkeit hat viele Facetten. Für uns Menschen sind derlei Verhaltensweisen leicht anwendbar, doch inwieweit lässt sich höfliches Verhalten auf den Hund übertragen? Es gibt zahlreiche Alltagssituationen, in denen sich die Höflichkeit eines Hundes offenbart. Dies sind einige Beispiele, anhand derer du prüfen kannst, wie höflich dein Hund ist. Mach mit!

Beispiel 1: Passanten

Du gehst mit deinem Hund spazieren, angeleint oder nicht. Euch kommen Passanten entgegen, von denen du nicht weißt, wie sie Hunden gegenüber eingestellt sind. Vielleicht sind sie ängstlich oder mögen keine Hunde? Ein höflicher Hund ignoriert andere Personen. Er springt sie nicht an, schnüffelt nicht an ihnen herum, bedrängt sie nicht. Falls andere Personen versuchen ihn anzulocken, geht er ohne deine Erlaubnis nicht darauf ein.

Beispiel 2: Beim Essen

Du sitzt allein oder mit anderen am Tisch beim Essen. Der höfliche Hund bettelt nicht, sondern liegt in seinem Körbchen oder an seinem Platz, und lässt euch in Ruhe essen. Er weiß, dass er seine eigenen Mahlzeiten bekommt.

Beispiel 3: Der Rückruf

Du lässt deinen Hund unangeleint laufen, beispielsweise auf einer Hundewiese. Aus irgendwelchen Gründen rufst du deinen Hund zurück. Ein höflicher Hund, der die Grundkommandos beherrscht, lässt sich jederzeit abrufen und kommt zu dir zurück.

Beispiel 3: Sitz, Platz, Bleib

Dies sind drei elementare Grundkommandos, die jeder Hund beherrschen sollte. Sie gewährleisten, dass du deinen Hund jederzeit unter Kontrolle hast. Dabei geht es nicht einfach nur um Gehorsam, sondern auch darum, ihn oder andere vor möglichen Gefahren zu schützen. Stehst du beispielsweise mit deinem Hund vor einer roten Fußgängerampel und gibst ihm das Kommando „Sitz!“, sollte er so lange sitzenbleiben, bis du ihm das Zeichen „Losgehen“ gibst. Entscheidet sich der Hund selbständig, einfach loszugehen, könnte dies für ihn und andere Verkehrsteilnehmer durchaus gefährlich werden. Der höfliche Hund also wartet, bis du das aktuelle Kommando auflöst.

Beispiel 4: Auf Tuchfühlung

Manche Hunde lieben entweder einfach körperliche Nähe, oder aber drängen sich aus anderen Gründen förmlich auf. Rempeln, schubsen, knuddeln, anspringen, abschlabbern – was einerseits niedlich ist, ist andererseits schlicht übergriffig. Womöglich macht er dies nicht nur bei dir als Halter, sondern auch bei Fremden. Gerade bei großen, schweren Hunden ist dies problematisch. Der höfliche Hund respektiert den persönlichen Bereich des anderen und betritt diesen nicht ohne Einladung.

Beispiel 5: Auf eigenen Wegen

Hin und wieder laufen, vor allem in kleinen Dörfern, Hunde allein über die Straße. Ein offenes Gartentor oder eine angelehnte Haustür machen den Weg frei für neue Entdeckungen und eine kleine Schnüffeltour auf eigene Faust. Das kann in vielerlei Hinsicht ins Auge gehen: Der Hund kann vor ein Auto laufen, gestohlen oder verletzt werden oder sich verirren. All dies bedeutet vermeidbaren (finanziellen) Schaden, Trauer und in jedem Fall viel Ärger. Höfliche Hunde haben gelernt, dass sie Haus oder Grundstück nicht allein und unerlaubt verlassen dürfen, sondern sich in deiner Nähe bzw. an einem bestimmten Platz aufhalten sollen.

Ok, doch was ist mit der Höflichkeit der anderen?

Du vermagst nun zu Recht sagen, dass dein Hund zwar rundum höflich ist, aber andere Leute immer wieder deine bzw. eure Grenzen überschreiten. Stimmt, dies ist ebenso ärgerlich und trägt ebenfalls nicht zu einem guten Miteinander bei. Beachte hierbei folgendes: Zum einen kannst du andere weder ändern noch beeinflussen. Es wird dir immer wieder passieren, dass jemand deinen niedlichen Hund einfach streicheln möchte. Zum anderen handeln viele Menschen aus Unwissenheit und Unbewusstheit. Zwar ist dies keine Entschuldigung, aber vielleicht hilft es dir, sie etwas besser zu verstehen. Jemand, der viel allein ist und keinen Hund hat, freut sich einfach, wenn er deinen süßen Wuschel streicheln und begrüßen kann.

Und die Persönlichkeit des Hundes?

Jeder Hund ist anders, wie wir auch. Ob zurückhaltend, freundlich, draufgängerisch, selbstbewusst, schüchtern – es ist alles dabei. Daher ist es umso wichtiger, dass du dir einen Hund aussuchst, der von seiner Persönlichkeit her zu dir passt, der dir liegt. Zudem sollte die Erziehung deines Hundes seine Persönlichkeitsmerkmale und Charaktereigenschaften mit einbeziehen, damit er gerne lernt und ihr ein gutes Team werdet. Du möchtest ja keinen devoten, unterdrückten Hund haben ohne eigene Ideen. Und jeder Hund ist nur so höflich, wie du es ihm beigebracht hast! Je früher der kleine Hund die Regeln lernt, desto entspannter wird euer Zusammenleben sein.

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