In den letzten Jahren sind Alpakas zu einem Mode-„Haustier“ geworden, die einen Hauch von Wildlife-Feeling in unsere Breitengrade bringen. Die putzigen kleinen Kamele erfreuen viele Tierfreunde, die über genügend Frischluft-Affinität, Platz und Weideland verfügen. Erfahre hier Grundlegendes über die Alpakas-Haltung.

Steckbrief des Alpakas

Familie/Ordnung: Kamele / Paarhufer
Herkunft: Anden, Südamerika
Größe und Gewicht: bis 100 cm, bis 60 kg
Lebenserwartung: bis 25 Jahre
Unterarten: Huacaya (feine, gekräuselte Haare), Suri (herabhängende, gerade gelockte Strähnen)
Verwendung: domestizierte Kamelform, ursprünglich als Wolllieferant, heute u.a. als Therapietier
Sozialverhalten: Herdentier, keine Einzelhaltung
Ernährung: reine Pflanzenfresser

Der Charme der Alpakas

Die Mini-Kamele überzeugen durch ihr außerordentlich süßes Gesicht, ihren Blick und ihre wilden Frisuren. Kein Wunder, dass sie unter Tierfreunden in der Beliebtheitsskala rasch ansteigen. Jedoch gibt es neben den persönlichen auch einige rechtliche Voraussetzungen und Vorgaben in der Alpaka-Haltung, die du vor der Anschaffung der knuffigen Tiere beachten musst.

Alpakas gelten rechtlich als Nutztiere

Alpakas sind als landwirtschaftliche Nutztiere eingestuft, für die bestimmte Auflagen gelten. Da Alpakas Herdentiere sind, dürfen sie nicht einzeln gehalten werden. Als reine Pflanzenfresser benötigen sie Weide- und Auslauffläche, reine Stallhaltung ist tierschutzwidrig und nicht artgerecht. In manchen Bundesländern ist ein Sachkundenachweis zur Alpaka-Haltung erforderlich. Erkundige dich vor der Anschaffung deiner Tiere bei deinem lokalen Veterinäramt, welche Bedingungen du konkret erfüllen musst.

Alpakas brauchen Weideland und einen Stall

Für zwei Alpakas musst du mindestens 1.000 Quadratmeter Weidefläche einplanen. Alpakas sind ganzjährige Frischluft-Fanatiker und fühlen sich dauerhaft in einem geschlossenen Stall nicht wohl. Zum Schutz vor Wind und Wetter musst du ihnen jedoch einen Offenstall oder Unterstand zur Verfügung stellen. Ständiger Zugang zu frischem Wasser und Raufutter ist bei der Alpaka-Haltung unabdingbar. Selbstredend, dass du als Halter selbst ein Faible für frische Luft haben musst und keine Scheu vorm täglichen Stallausmisten haben darfst.

Der richtige Umgang mit Alpakas

Auch wenn Alpakas super kuschelig aussehen, stehen sie nicht auf Körperkontakt mit Menschen. Selbst untereinander tauschen die Tiere kaum bis wenig körperliche Berührungen aus. Sie müssen sich erst an behutsames Streicheln, am besten am Hals, gewöhnen. Andererseits werden Alpakas mehr und mehr recht erfolgreich in tiergestützten Therapien eingesetzt. Insbesondere auf behinderte oder psychisch kranke Menschen üben sie einen positiven Einfluss aus, wenn die Personen die Möglichkeit haben, die Tiere zu streicheln oder am Halfter zu führen.

Gesundheitspflege der Alpakas

Ein wichtiger Baustein der Alpaka-Haltung ist ihre Gesundheitspflege. Hinsichtlich ihrer Ernährung sind sie als reine Pflanzenfresser mit Gras und Heu vollauf zufrieden. Obst vertragen die Tiere aufgrund des Zuckergehaltes gar nicht. Da unser heimisches Gras sehr weich ist, reicht es nicht aus, damit sich die lebenslang wachsenden Zähne auf natürliche Weise abreiben. Deswegen musst du die Zähne deiner Tiere mindestens einmal jährlich tierärztlich checken lassen. Alpakas haben außerdem Zehennägel, die ebenfalls regelmäßig gekürzt werden müssen, damit die Mini-Kamele schmerzfrei laufen können. Das Fell der Alpakas ist dicht und wird sehr lang, was einen idealen Nährboden für Parasiten darstellt. Deswegen braucht es zweimal pro Jahr eine Schur, unabhängig davon, ob du die Wolle verwerten möchtest oder nicht.

Fazit

Alpaka-Haltung hierzulande ist möglich, erfordert jedoch einiges an Sachkunde und Vorbereitung. Bevor du einsteigst, erkundige dich bei erfahrenen Alkapa-Haltern und hole dir nützliche und praktische Tipps, damit es deinen Tieren rundum gut geht.

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Über den Autor / die Autorin → Eckart Schulz HPC-Team Administrator
Ich liebe Tiere und freue mich sehr, am Entstehen und Wachsen des Happy Pet Club in verschiedener Weise aktiv beteiligt zu sein. Es erscheint mir so wichtig, uns immer wieder daran zu erinnern, wie sehr wir ein Teil dieser Welt sind, die wir deshalb hegen und pflegen müssen. Nur wenn diese Welt lebendig ist, sind wir es auch.