Die Katzensprache geht weit über ihre Lautsprache hinaus. Denn Katzen nutzen stark ihren Körper, um sich ihren Menschen mitzuteilen. Je besser du die Katzensprache mithilfe ihres Körpers verstehst und ihre aktuelle Stimmungslage richtig deutest, desto harmonischer kannst du mit deiner Katze zusammen leben. In erster Linie nutzt die Katze ihre Augen und Ohren und ihren Schwanz, um ihrer Befindlichkeit Ausdruck zu verleihen.

Die Augen

Die Augen einer Katze sind nicht nur faszinierend, sondern auch ein wichtiges Element in der Katzensprache. Mit ihnen sendet sie viele deutliche Signale aus. Sie bieten der Katze eine ausgezeichnete räumliche Wahrnehmung, und ihre Sehkraft im Dunkeln ist der unseren bei weitem überlegen. Interessant ist, dass die Katze auf unsere Augenbewegungen reagiert. Eine entspannte Katze hat meist halb geschlossene Augenlider. Der Blick der Katze wird starr bzw. starrend, wenn sie sich in einer Konfliktsituation mit einem zwei- oder vierbeinigen Gegner befindet. Wendet sie den Blick ab, signalisiert sie, dass sie sich dem Gegner unterordnet. Wenn du mit deiner Katze schimpfst, kann es sein, dass sie auf diese Weise reagiert und meint „Ok, du hast gewonnen“. Die Pupillen der Katze reagieren nicht nur auf den Lichteinfall, sondern geben ebenfalls Aufschluss über ihre Stimmung. Eine zutiefst zufriedene und entspannte Katze kann mit normalen Pupillen quasi durch dich hindurchsehen, während geweitete Pupillen Angst, enge Pupillen auf eine für sie bedrohliche Situation hinweisen.

Reaktion auf den menschlichen Blick

Katzen reagieren durchaus auf menschliche Blicke! Blinzelst du einer entspannten Katze zu, indem du wie sie die Augenlider leicht schließt, wird sie diese Geste als Wohlwollen ihr gegenüber empfinden. Anders hingegen wirkt es auf sie, wenn du sie anstarrst, denn Starren gilt bei Katzen als Drohgebärde. Sie mögen es gar nicht, mit den Augen länger fixiert zu werden.Deswegen wenden Katzen sich im Raum gern Menschen zu, die ihnen keinerlei Beachtung schenken. Probiere es aus!

Katzensprache über die Ohren

Das Spiel der Ohren ist ein spannender und recht leicht zu deutender Teil des Katzensprache-Repertoires. Eine Katze kann ihre Ohren unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen drehen, so dass sie das kleinste Geräusch um sie herum wahrnehmen kann. Die Ohren dienen ihr auch im Dunkeln als Orientierungshilfe. Nach vorne geöffnete und gespitzte Ohren zeigen an, dass deine Katze mit größter Aufmerksamkeit bei der Sache ist. Dreht sie ihre Ohren, beispielsweise beim Spielen, nach hinten, ist das Phase eins von „Pass auf, das mag ich nicht!“. Wenn du diesen Hinweis ignorierst, kommt Phase zwei und kann es sein, dass sie beißt oder kratzt. Daher ist es ratsam, in diesem Fall die Hände rechtzeitig zurückzuziehen. Wird die Lage noch ernster, beispielsweise während eines Revierkampfes, legt die Katze ihre Ohren eng an den Kopf an, was zusätzlich als Schutz der Ohrinnenseiten dient.

Signale senden über den Schwanz

Nicht nur der Hund, sondern auch die Katze bedient sich ihres Schwanzes, um dir zu zeigen, wie sie gerade drauf ist. Der Schwanz der Katze ist ein bedeutsames Körperteil, denn er dient ihr beim Springen und Klettern zum Halten der Balance. Wedelt eine Katze ihren Schwanz schnell hin und her, signalisiert dies in der Katzensprache, dass sie größten Ärger oder große Empörung empfindet. Wenn du deine Katze beobachtest, wie sie an der Terrassentür steht und überlegt, ob sie nun raus möchte oder nicht, wird der Schwanz eher langsam von rechts nach links wedeln – ein Zeichen klarer Unentschlossenheit. Hat sie sich entschieden, stellt sie das Wedeln wieder ein. Der klassisch aufgerichtete Schwanz, um ihre Leute beim Nachhausekommen zu begrüßen, zeigt Freude an. Gibt es dazu ein Leckerli, beginnt die Schwanzspitze vor Aufregung und Vorfreude leicht zu zittern. Eine ängstliche Katze hingegen drückt ihren – dann oft auch buschigen – Schwanz Richtung Boden oder klemmt ihn sogar zwischen die Hinterbeine. Diese Schwanzhaltung kann auch ein Hinweis auf Schmerzen sein.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.