Haustiere haben eine deutlich geringere Lebensspanne als wir, so dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es vor dir versterben wird. Hunde haben je nach Rasse eine Lebenserwartung von rund zwölf Jahren, Katzen können bis zu 20 Jahre alt werden, Kaninchen rund acht bis 10 und Hamster zwei Jahre. Deswegen solltest du dich als Tierhalter rechtzeitig mit diesem Gedanken auseinandersetzen und dich darauf vorbereiten. Lies hier, warum dies sinnvoll und hilfreich sein kann.

Warum ist Vorbereitung wichtig?

Der Tod eines geliebten Tieres ist immer sehr schmerzhaft und als Tierhalter solltest du dich dem Thema aktiv stellen. Je unvorbereiteter er dich trifft, desto schwerer wird es für dich. Lebst du so, als würde dich der Tod nie treffen, wird es ein großer Schock für dich sein, wenn es eines Tages so weit ist. Deswegen ist ein erster Schritt, dich innerlich aktiv mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, dass dein liebes Tier eines Tages gehen muss. Es reicht diesen Gedanken zu akzeptieren, ohne dich tagtäglich zu belasten. Im Gegenteil – er kann dir dazu verhelfen, die Zeit mit deinem geliebten Tier besonders zu genießen und wertzuschätzen, in dem Bewusstsein, dass die Zeit begrenzt ist.

Innere Vorbereitung

Tiere können plötzlich aufgrund von Krankheiten oder Unfällen versterben oder aufgrund von Krankheiten. Alles Irdische vergeht, so dass es dir helfen kann, dich innerlich auf „Sterben und Tod“ einzulassen. Wie gehst du damit um? Wie wurde in deiner Familie damit umgegangen? Was hast du diesbezüglich schon erlebt? Eine Beschäftigung mit dem Tod kann eine Steigerung der Lebensqualität bewirken, wenn sich die Erkenntnis einstellt, dass die Zeit hier mit unserem Haustier besonders kostbar ist. Tausche dich mit anderen über das Thema aus oder lies Bücher dazu, die dich interessieren. Dies kann sich als äußerst nützlich erweisen, den Tod deines Haustieres, wann immer er eintritt, zu konfrontieren.

Praktische Vorbereitung

Welches Tier auch immer dich begleitet, mache dir Gedanken darüber, wie du es eines Tages bestatten möchtest. Falls du einen eigenen Garten hast, kannst du es dort bestatten, unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Bestimmungen. Auch bei Tierfriedhöfen in deiner Nähe kannst du dich nach den Regularien und Kosten erkundigen. Falls du dein Tier einäschern lassen möchtest, kannst du dich im Vorfeld auch hierüber schon informieren. Ist dein Tier krank und du weißt, dass es eines Tages den letzten Weg gehen muss, sprich mit deinem Tierarzt, welche Optionen es gibt. 

Einschläfern: ja oder nein?

Diese Frage gehört zu den schwersten Entscheidungen für einen Tierfreund. In manchen Situationen mag sie leicht sein, da das Leiden des Tieres so offensichtlich ist, dass keine andere Wahl bleibt. Doch gibt es Bereiche, in denen die Entscheidung viel schwerer zu beurteilen ist. Leidet das Tier so sehr, dass es der beste Weg ist? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wo soll es geschehen? Auch über diese Fragen solltest du dir, so weit möglich, vorab Gedanken machen. Die meisten Tierärzte bieten an, das liebe Tier Zuhause in der gewohnten Umgebung einzuschläfern, um ihm den Stress in der Praxis zu ersparen. Entscheide dies individuell für dich, beziehungsweise im Sinne deines Tieres. Erste Tierärzte bieten inzwischen so genannte „Euthanasie-Sprechstunden“ an, in denen sie Tierhaltern erklären, was am Tag X genau geschieht. Möglicherweise kann dir die Teilnahme daran helfen.

Ein Umdenken muss her

Der Tod eines geliebten Tieres wird inzwischen als ebenso einschneidend beurteilt wie der Tod eines Menschen. Dies ist auch gut so, sind Tiere doch mitunter unsere liebsten und wichtigsten Begleiter. In der Gesellschaft ist das Thema „Tod“ jedoch immer noch ein Tabu, über das niemand gern spricht, auch wenn sich der allgemeine Umgang damit schon etwas geöffnet hat. Deswegen ist es gut, dass du dich selbst ganz für dich damit auseinandersetzt, damit der Gedanke an den Tag X, soweit irgend möglich, zumindest ein wenig seinen Schrecken verliert.