An Stadtteichen und Seen sind Menschen, die Enten füttern, ein ganzjähriger Anblick. Zumeist bringen sie Reste von Brot oder Brötchen mit, die sie den Tieren geben. Was gut gemeint ist, richtet jedoch großen gesundheitlichen Schaden bei den Tieren an. Lies hier, warum du generell keine Enten füttern solltest. 

Enten regulieren ihren Futterbedarf selbst

Enten als frei lebende, nicht domestizierte Tiere fressen genau die Mengen, die sie brauchen. Jedoch lernen sie sehr schnell, und wenn sie mitbekommen, dass Passanten regelmäßig am See oder Teich verweilen und sie füttern, verschmähen sie solche Extra-Mahlzeiten nicht. Sie futtern demnach nicht aus Hunger oder Not, sondern aus reiner Gewöhnung, was einen Eingriff in ihren natürlichen Rhythmus bedeutet. 

Enten füttern führt zu Krankheiten

Ein weiteres Problem ist die Art der menschlichen Fütterung, die in erster Linie aus Brotresten besteht. Brot besteht aus Kohlehydraten, was eine einseitige und nicht artgerechte Fütterung für die Tiere bedeutet. Dadurch, dass sie sich daran gewöhnen, müssen sie sich ihre natürliche Nahrung nicht mehr selbst suchen. Dies kann zu Nährstoffmangel und somit zu Krankheiten führen, denn naturgemäß stehen Pflanzen, Samen, Früchte, Insekten oder Schnecken auf dem Speiseplan der Enten. Auch das im Brot enthaltene Salz oder andere Stoffe bekommen den Enten gar nicht. Noch schlimmer sind Pommes Frites, Eiswaffeln oder andere versalzene, gewürzte oder gezuckerte Lebensmittel, mit denen Enten mitunter gefüttert werden. 

Ein weiterer Effekt der Gewöhnung an das zusätzliche „Futter“ ist der Kampf der Tiere um die besten Futterplätze. Stress und Futterneid machen sie unnötig und unnatürlich aggressiv gegen ihre Artgenossen. Zudem verlieren sie mehr und mehr ihren natürlichen Lebensrhythmus. 

Einfluss des Futters auf die Wasserqualität

Das unnatürliche Füttern der Enten wirkt sich außerdem auf die Wasserqualität aus, vor allem bei stehenden Gewässern wie Teichen oder kleinen Seen. Aufgrund der vermehrten Ausscheidungen der Tiere, kombiniert mit übrig gebliebenen Essensresten, vermehren sich Algen und Bakterien im Wasser. Dies führt zu einer Dezimierung von Fischen und Krebsen, die den Tieren als natürliche Nahrungsquelle dienen. Ein Teufelskreis!

Fazit

Enten kommen in freier Wildbahn gut zurecht und finden ausreichend Nahrung, auch im Winter. Nicht umsonst sind an manchen Seen Schilder zu finden „Entenbrot macht Enten tot“, denn Enten füttern richtet mehr Schaden als Nutzen an. Bedenke dies, wenn du deinen nächsten Spaziergang am See oder Teich genießt und sei auch Kindern dahingehend ein Vorbild.