Immer wieder wird die Gesundheit einer Katze oder Katzenrasse ihrem vermeintlich hübschen äußeren Erscheinungsbild geopfert. Auch wenn Qualzucht generell gemäß §11b Tierschutzgesetz verboten ist, gibt es viele solcher Fälle. Wir stellen dir einige Rassen vor, von deren Anschaffung du deswegen absehen solltest.

Was bedeutet Qualzucht?

Generell bedeutet Qualzucht, dass spezielle Merkmale hinein gezüchtet werden, die sowohl die Lebensqualität als auch die Gesundheit des Tieres einschränken. Dies betrifft äußere Merkmale wie spezielle Ohren- oder Nasenformen, als auch begleitend auftretende Erbkrankheiten. Nicht alle Rassen, auf die dies zutrifft, gelten offiziell als Qualzucht und sind verboten. Jedoch solltest du von der Anschaffung einer solchen Rasse Abstand nehmen, um diese Zuchtform nicht zu unterstützen. Ein paar Beispiele:

Das Kindchenschema: Scottish Fold

Die Zucht dieser Rasse wurde inzwischen verboten, was nicht bedeutet, dass nicht doch Exemplare davon käuflich zu erwerben sind. Markantes Merkmal dieser „Rasse“ sind die nach vorne geknickten Ohren und die großen Augen. Die Faltohren sind das Ergebnis einer Genmutation, die die unheilbare Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD) auslöst. OCD wirkt sich auf die Knochen und Knorpel im ganzen Körper der Katze aus, was Arthrosen, Schmerzen bei Bewegung und Berührung und Lahmheiten auslöst. Die Verpaarung von zwei Scottish Fold ist verboten, sodass stattdessen British Kurzhaar eingekreuzt werden. Dennoch bleibt diese Zucht aufgrund der Erbkrankheit wegen der Kippohren bedenklich.

Die Stupsnase: Perserkatze

Herausragendes Merkmal der beliebten Perserkatzen ist ihre Stupsnase mit einem verhältnismäßig runden und großen Kopf. Die kurze Nase hat eng beieinanderliegende Nasenlöcher, die der Katze das Atmen erschweren. Hinzu können Fehlstellungen der Zähne kommen. Auch die Perserkatze hat auffallend hervorstehende Augen, was sie anfällig für Reizungen und Entzündungen macht. Somit gilt diese Rasse tendenziell als Qualzucht bei Katzen.

Die Haarlose: Nacktkatze

Die Besonderheit dieser Rasse ist das fehlende Fell. Bis auf einen ganz zarten Flaum ist die Nacktkatze schutzlos Hitze, Kälte und Zugluft ausgesetzt. das größte Problem jedoch ist das Fehlen der Schnurrhaare. Ohne Schnurrhaare können Katzen weder kommunizieren noch sich orientieren. Diese sind das wichtigste Tastorgan der Katzen und ihr Verlust gilt als markantes Merkmal von Qualzucht bei Katzen.

Die Wilde: Savannah

Die Savannah ist eine Hybridkatze. Hierbei wird ein männlicher Serval mit einer weiblichen Siamkatze gekreuzt. Der Serval ist ein Wildtier und wesentlich größer und kräftiger als eine Siamkatze, weswegen diese oft schon bei der Paarung von dem Serval getötet wird. Hinzu kommt, dass diese Hybriden äußerst kompliziert in der Haltung und auch meldepflichtig sind. Da es sich quasi um ein Wildtier handelt, ist diese Rasse kaum als Haustier verantwortungsvoll zu halten. In manchen Ländern ist die Zucht der Savannah verboten und du solltest vom Kauf dieses Tieres absehen.

Die Kurzschwänzige: Manx

Rassen wie Manx, Japanese Bobtail oder Cymric zeichnen sich aus durch kurze oder sogar nicht vorhandene Schwänze. Diese entstehen durch eine eingezüchtete Verkürzung der Schwanzwirbelsäule. Ohne Schwanz kann eine Katze weder klettern, springen noch kommunizieren. Der fehlende Schwanz ist eine enorme Beeinträchtigung der Lebensqualität des betroffenen Tieres und gilt als Qualzucht bei Katzen.

Fazit

Schönheit liegt wie immer im Auge des Betrachters, doch sie darf nie zum Leidwesen eines Tieres sein. Unzählige hübsche und gesunde Katzen warten in Tierheimen auf ein liebevolles Zuhause, weswegen du Qualzuchten auf keinen Fall durch einen Kauf unterstützen solltest.