Die Geburt von Welpen ist ein aufregendes Ereignis, nicht nur für dich als Hundehalter, sondern auch für deine Hündin. Sie schlüpft nun in ihre Mutterrolle, um sich voll und ganz ihrem Nachwuchs zu widmen. Die Hündin handelt nach der Geburt instinktiv und weiß, was sie zu tun hat; dennoch kannst du sie bei ihrer neuen Aufgabe unterstützen.

Kurz vor der Geburt

Die Mutterschaft beginnt nicht erst mit der Geburt, sondern schon in der Zeit davor. Irgendwann wird deine Hündin spüren, dass es bald soweit ist. Stelle deiner Hündin rund zwei Wochen vor dem Geburtstermin eine Wurfkiste auf, in der sie genügend Platz hat. Platziere Futter- und Wassernapf in unmittelbarer Nähe der Wurfkiste, damit deine Hündin keine weiten Wege mehr zurücklegen muss. Dies gilt auch für die Zeit nach der Geburt.

Tipps für die Wurfkiste

Die Wurfkiste sollte an einem ruhigen und ungestörten Ort stehen. Polstere sie mit weichen Decken und Handtüchern aus. Am Tag der Geburt und auch in den ersten Tagen danach erhöhe die Raumtemperatur im Wurfbereich auf 27 bis 30 Grad Celsius. Mithilfe einer Wärmelampe gelingt dies gut. Nach und nach kannst du diese wieder auf normale Raumtemperatur anpassen. Andere Haustiere und Kinder haben in dieser Zeit nichts in der Nähe der Wurfkiste zu suchen, um die kleine Familie nicht zu stören. Auch für fremde Personen ist es für einen Besuch noch zu früh, der für die Hundemutter Stress bedeuten kann. Sonst friedliche Hündinnen können in dieser Phase durchaus aggressiv reagieren, um ihren Nachwuchs zu schützen. Halte deine Wurfkiste sauber, indem du die Handtücher mehrmals pro Woche wechselst.

Ernährung deiner Hündin

Schon zum Ende der rund 63 Tage dauernden Trächtigkeit füttere deiner Hündin besonders energiereiches Futter, vor allem Welpenfutter. Dieses bewirkt eine erhöhte Aufnahme von Kalzium und Proteinen, was beides wichtig ist für die Milchproduktion. Nach der Geburt ist der Kalorienbedarf rund viermal so hoch wie vor der Schwangerschaft, was du mit entsprechend gehaltvollem Futter auffangen musst. Zu große Portionen herkömmlichen Futters wären kontraproduktiv und du lässt dich hinsichtlich des Futters am besten tierärztlich beraten. In den ersten drei bis vier Tagen nach der Geburt frisst die frischgebackene Mutter meist wenig oder gar nichts. Danach sollte sie jederzeit Zugang zu Futter haben.

Prüfung des Gesundheitszustandes deiner Hündin

Kontrolliere täglich den gesundheitlichen Zustand deiner Hündin. Die Milchdrüsen sollten weder verfärbt, noch verhärtet oder heiß sein; ist dies der Fall, können diese entzündet sein (Mastitis), was du umgehend dem Tierarzt vorstellen musst. Das Verhalten deiner Hündin sollte ebenfalls normal sein. Wirkt sie apathisch, hat offensichtliche Schmerzen, Fieber (ab 39,5 Grad Celsius), keinen Appetit oder einen auffallend veränderten Gang, kontaktiere ebenfalls umgehend deinen Tierarzt. Kontrolliere vor und nach der Geburt regelmäßig die Körpertemperatur. Zur Orientierung:

  • Normale Körpertemperatur: 39 Grad Celsius
  • Rund zehn Tage vor der Geburt: Absenkung auf 38 Grad Celsius
  • Ein Tag vor der Geburt: Absenkung auf 37 Grad Celsius
  • Nach der Geburt: wieder 39 Grad Celsius.

Körper- und Fellpflege

Deine Hündin ist nun vollauf mit ihren Welpen beschäftigt und nach der Geburt mehr oder weniger erschöpft. Falls sie langhaarig ist, kannst du das Fell um die Milchdrüsen herum kürzen, damit die Welpen gut trinken können und der Bereich sauber bleibt. Wenn deine Hündin die Wurfkiste verlässt, beispielsweise wenn ihre Welpen schlafen, richte dich nach ihren Bedürfnissen. Vielleicht möchte sie eine Runde im Garten drehen, eine sanfte Bürstenmassage oder Streicheleinheiten genießen. Bitte bade deine Hündin nach der Geburt nicht; zum einen solltest du deinen Hund generell nur bei extremen Verschmutzungen baden, zum anderen könnten Shampoo-Reste im Fell hängenbleiben, die die Welpen beim Trinken mit aufnehmen. 

Fazit

Genieße diese besondere Zeit zusammen mit deiner Hündin und betreue sie gewissenhaft, aber gern auch gelassen in der Zeit nach der Geburt. Dein Tierarzt wird dich sicher durch die Zeit vor und nach der Trächtigkeit begleiten. Zögere nicht, ihn bei Fragen anzurufen oder falls du das Gefühl hast, dass etwas nicht in Ordnung ist. Bevor deine Hündin trächtig wird: Bitte beachte unsere Hinweise zum privaten Züchten von Hunden.