Hunde sind enge Begleiter des Menschen und üben einen positiven Einfluss auf die körperliche und seelische Gesundheit aus. Dieser Effekt wirkt sich natürlich auch auf Kinder und Jugendliche aus, weswegen zunehmend und mit großem Erfolg Schulhunde zum Einsatz kommen. Welche Aufgaben hat ein Schulhund im Schulalltag? 

Fast jeder zweite Schüler leidet unter Stress

Gemäß einer Studie der DAK leiden rund 43 Prozent der Schüler unter Stress, mit zahlreichen Auswirkungen: Rücken-, Bauch- und Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Essstörungen sind nur einige der Folgen. Dieser Stress hat viele Ursachen, die es natürlich gilt, zu erkennen und abzustellen. Als ergänzende Maßnahme können im Unterricht anwesende Schulhunde den Stress der Schüler nachweislich lindern. 

Schulhunde und Schulbesuchshunde

In der Regel sind die Pädagogen selbst Halter des Schulhundes und bringen ihn in den Unterricht mit. Bei Schulbesuchshunden ist das etwas anders; sie fallen unter Therapiehunde und besuchen den Unterricht stundenweise, damit die Schüler beispielsweise den richtigen Umgang mit Hunden lernen. Schulhunde hingegen sind Stresslöser: Allein seine Anwesenheit im Klassenraum bringt unmittelbar positive Veränderungen, sowohl für die Atmosphäre in der Klasse, als auch für jeden Schüler persönlich. Wie funktioniert das?

Ein Schulhund spürt, wo er gebraucht wird

Ein im Unterricht anwesender Schulhund erspürt intuitiv Situationen, in denen er gebraucht wird. Neigt beispielsweise ein Schüler zu Unruhe und stört den Unterricht, legt sich der Hund zu seinen Füßen oder unter den Tisch. Auch Streicheleinheiten der Schüler nimmt er gern, was bei Kindern und Jugendlichen ebenfalls Stress löst. Seine Anwesenheit im Klassenraum bewirkt eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit der Schüler, senkt den Lärmpegel, hebt die Stimmung und sorgt für bessere Laune und ein freundlicheres Miteinander.

Wie wird ein Hund zum Schulhund?

Ein Hund muss bestimmte Eigenschaften mitbringen, um eine Job als Schulhund anzutreten. In erster Linie muss er ein liebes und freundliches Wesen und eine sehr gute Grunderziehung haben. In der Schulhund-Ausbildung, die mehrere Stufen umfasst, wird er mit seinem Halter zusammen auf seine neue Aufgabe intensiv vorbereitet. Zu Beginn erfolgt die Beurteilung, ob der Hund grundsätzlich die Charaktereigenschaften mitbringt, die er als Schulhund benötigt. Im weiteren Verlauf der Ausbildung lernt der Pädagoge die Theorie über tiergestützte Pädagogik und im Anschluss daran folgt der praktische Ausbildungsteil für Halter und Hund. Am Ende der Ausbildung steht eine Prüfung, die alle zwei Jahre aufgefrischt werden muss. Die Dauer der Ausbildung beträgt, je nach Bildungsstand von Hund und Halter, rund zwei Jahre. Der Hund kann ab einem Alter von sechs Monaten mit der Ausbildung starten und muss mindestens 18 Monate alt sein, um die Prüfung abzulegen. Schließlich muss auch der Hund natürlich Freude an seinem neuen Job haben.

Regelungen für Hunde im Unterricht

Die Anwesenheit eines Schulhundes in der Klasse ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. So können beispielsweise Lehrer unter bestimmten Voraussetzungen ihren Hund mit in den Unterricht bringen, was individuell auf Länderebene und auch in der jeweiligen Schule geregelt ist. Schulen können ihr eigenes Konzept zur tiergestützten Pädagogik, worunter Schulhunde fallen, erstellen – unter Beachtung aller gesetzlichen Bestimmungen zu Hygiene, Haftung, Versicherung und Tierschutz. Hier liegt die finale Verantwortung immer bei der Schulleitung.

Fazit

Hunde machen einfach glücklich und es ist erfreulich, dass diese Erkenntnis auch Kindern und Jugendlichen in der Schule zugutekommen kann.