Wenn der Herbst einbricht und die Temperaturen fallen, steht der Winter und der erste Schnee schon fast vor der Tür. Es wird kalt und feucht. Man verbringt seine Zeit am liebsten Zuhause im Warmen. Doch was passiert mit den Tieren, die in der Natur leben? Nicht nur die niedrigen Temperaturen beeinträchtigen die Tiere, sondern auch die zunehmende Nahrungsknappheit.

Die Tiere brauchen eine Lösung, um zu überwintern. Um das Überleben zu sichern, ist es für die Tiere wichtig, dass sie ihren Energieverbrauch so weit wie möglich senken. Dieser ist im Winter höher, da es durch die niedrigen Temperaturen schwieriger ist den Körper warm zu halten. Jetzt ist es wichtig, fleißig zu futtern und ausreichend Fettreserven anzusammeln. Der von den Menschen verfluchte „Winterspeck“ ist für die Tiere überlebenswichtig. Durch die gute Vorbereitung vor Wintereinbruch setzen die Tiere alle Lebensfunktionen auf Sparflamme und können die kalte Jahreszeit verschlafen.

Der Igel im Winterschlaf

Ist die Zeit für den Winterschlaf angebrochen, sucht sich der Igel ein geeignetes Nest. Ihr Nest sollte vor der Kälte und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein. Dieses verlässt er im Normalfall erst dann, wenn die Temperaturen wieder steigen. Der Winterschlaf kann beim Igel bis zu fünf Monate dauern. Er beginnt ihn im November und schläft bis März. Die Weibchen und die Kinder vom Igel fallen in der Regel später als Männchen in den Winterschlaf. Bei den Weibchen hat das den Grund, dass sie durch die Jungenaufzucht mehr Zeit benötigen, um genügend Fettreserven anzusammeln. Ebenso müssen die Tiere mindestens 500 Gramm wiegen, um in den Winterschlaf zu fallen. Die Körpertemperatur passt sich währen des Winterschlafs der Umgebungstemperatur an. Dabei kann sie bis um den Gefrierpunkt sinken. Damit der Igel nicht erfriert, schaltet er seine Wärmeregulierung ein. Wenn die Temperaturen im Winter ansteigen, kann es dazu führen, dass die Igel aufwachen und sich auf Nahrungssuche begeben. Besonders für die Jungtiere kann dies gefährlich werden, wenn sie kein geeignetes Nest wiederfinden.

Der Siebenschläfer im Winterschlaf

Der Siebenschläfer, welcher häufig mit einem Eichhörnchen verwechselt wird, hält seinen Namen in allen Ehren. Sein Winterschlaf dauert von Oktober bis Mai an. Im Spätsommer beginnt er, sich ein Winterspeck anzufressen. Zum Herbstbeginn kümmern sich die Tiere um ihr Winterquartier. Sie bauen ihr Nest in verdeckten Nischen und leeren Nistkästen sowie Erdlöcher und Laubhaufen. Um seine Wärmeabstrahlung soweit wie möglich zu verringern, nimmt der Siebenschläfer eine kugelförmige Körperhaltung ein. Damit er vor Frost geschützt ist, gräbt er sich ein. Durch die Senkung des Pulses auf etwa zehnmal in der Minute von ca. 300 Schläge in der Minute wird dem Siebenschläfer ermöglicht, auch ohne viel Sauerstoff in seiner Höhle zu überleben. Im Mai erwacht er dann, nach kurzen Aufwärm- und Aufwachphasen, aus seinem Schlaf.

Winterruhe – Der Unterschied zum Winterschlaf

Rein äußerlich unterscheidet sich die Winterruhe nicht vom Winterschlaf. Die Tiere ziehen sich zu Beginn der kalten Jahreszeit in geeignete Behausungen zurück. In ihrer Unterkunft bleiben sie fünf bis sieben Monate. Der Unterschied zum Winterschlaf ist die Reduzierung der Körperfunktionen. Anders als beim Winterschlaf, wo die Tiere ihre Körpertemperatur stark senken, verändert sich die Körpertemperatur bei der Winterruhe nur kaum.
Bären und Fledermäuse haben beispielsweise eine Körpertemperatur von 37 Grad. Fledermäuse senken beim Winterschlaf die Körpertemperatur auf 3 bis 10 Grad, während die Körpertemperatur der Bären bei der Winterruhe die Temperatur von 30 Grad nicht unterschreitet. Dadurch können die Tiere schnell wieder wach werden. Weitere Beispiele für Tiere, die in Winterruhe sind, sind der Dachs, der Waschbär und das Eichhörnchen.

Die Winterstarre

Die intensivste Art der Winterpause ist nicht der Winterschlaf, sondern die Winterstarre. Die Tiere erstarren im wahrsten Sinne es Wortes. Während der gesamten Winterstarre sind sie außer Gefecht gesetzt. Erst wenn die Temperaturen wieder steigen, werden sie von der Wärme der Sonne aus der Winterstarre gerufen. Somit sind sie auf die Sonne angewiesen und können ihre Körperfunktionen nicht von selbst wieder aktivieren. Ist der Winter zu lang, können die Tiere sterben. Beispiele für Tiere, die in Winterstarre verfallen, sind vor allem Reptilienarten, wie zum Beispiel Eidechsen oder Frösche.

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