Hundegebell, vor allem langes und lautes, liefert immer wieder Sprengstoff mit Nachbarn oder Passanten. Während der Vorfahr des Hundes, der Wolf, fast gar nicht bellt, so bellen Hunde bereits im Welpenalter. Doch warum bellen Hunde überhaupt? Welches Maß ist noch normal und ab wann bellen Hunde zu viel?

Entwicklung des Bellens

Das Bellen des Hundes hat sich im Laufe der Evolution und erst mit der Anpassung an den Menschen entwickelt. Es gibt rassebedingte Unterschiede, d.h. manche Rassen bellen tendenziell weniger als andere. Aber auch andere Faktoren wie Umwelteinflüsse, Haltung und Erziehung bestimmen mit, wie viel und oft ein Hund bellt. Für den Hund ist das Bellen eine Form der Kommunikation, um seine Befindlichkeit auszudrücken. In Maßen ist dies völlig normal und sowohl für den Hundehalter als auch Mitmenschen tolerabel.

Ursachenforschung

Doch ab wann ist das Maß überschritten? Übermäßiges Bellen bedeutet nicht nur Lärmbelästigung, sondern ist Ausdruck dafür, dass etwas nicht stimmt. Hunde, die dauernd und viel bellen und jede Situation lautstark kommentieren und sich nicht beruhigen lassen, befinden sich womöglich in einem emotionalen Ungleichgewicht: Sie sind beispielsweise ängstlich oder gestresst, frustriert, einsam oder gelangweilt und zu wenig ausgelastet, wünschen sich Aufmerksamkeit oder sind in Abwehr- bzw. Verteidigungshaltung. Auch wenn Hunde das Gefühl haben, dass ihr Halter nicht Herr der Lage ist, drücken sie dies mit ihrem Bellen aus. Manchen Hunden wird auch das Bellen explizit antrainiert, wie beispielsweise Jagdhunden.

Ehrliche Analyse

Hunde, die viel allein sind und sich mit zwei oder drei Gassigängen am Tag begnügen müssen, sind vermutlich nicht ausgelastet und laufen deswegen lautstark bellend durch den Garten oder die Wohnung. Oder wenn du als Halter Unsicherheit ausstrahlst und nicht weißt, wie du dich in bestimmten Situationen verhalten sollst, beispielsweise wenn sich Besucher, Radfahrer oder Passanten nähern, wird dein Hund womöglich mit verstärktem Bellen reagieren. Falls du also das Gefühl hast, dass dein Hund zu viel bellt, solltest du in erster Linie nach den Ursachen forschen. Hierzu benötigst du eine ehrliche Herangehensweise, um zu prüfen, inwieweit die Lebensumstände deines Hundes womöglich übermäßiges Gebell begünstigen. Es geht also primär um das Verändern bestehender, für den Hund ungünstiger Lebensumstände oder Situationen. Statt beispielsweise abends einfach immer dieselbe langweilige Gassirunde zu gehen, ist vielleicht der Besuch einer Hundeschule oder das Ausüben einer Hundesportart eine tolle Alternative, um Hund und Halter geistig und körperlich zu fordern.

Dem Hund das Bellen abgewöhnen

Viele Hundehalter fragen sich, wie sie ihrem Hund das Bellen einfach abgewöhnen können. Damit allein ist es allerdings meist nicht getan, und vor dieser Frage sollte zunächst, wie gesagt, eine Analyse stattfinden, warum der Hund zu viel bellt. Dennoch ist es hilfreich und wichtig zu wissen, wie du parallel dazu auf unerwünschtes Bellen deines Hundes im Alltag reagieren kannst. Viele machen den Fehler, dem Hund mit Aufmerksamkeit zu begegnen, wenn er bellt. Hierzu zählt Streicheln, Beruhigen und auch ein lautstarker Befehl wie „Aus!“. All dies bestätigt den Hund in seinem Verhalten, dem Bellen. Stattdessen ist es besser, den bellenden Hund zu ignorieren und erwünschtes Verhalten zu loben, sprich wenn er in kritischen Situationen ruhig ist bzw. aufgehört hat zu bellen. Falls du selbst zu den unsicheren Haltern gehörst und aus Sicht deines Hundes zu wenig Selbstbewusstsein ausstrahlst, könnte der Besuch einer Hundeschule oder Arbeit mit einem guten Hundetrainer eine gute Option sein. Es ist auch nützlich, gerade als Anfänger, sich mit den typischen Verhaltensweisen von Hunden auseinanderzusetzen und sich vor der Anschaffung eines Hundes sachkundig zu machen. Dies vermittelt dir mehr Souveränität im Alltag und bei Begegnungen mit anderen Menschen und Hunden.

Fazit

Bellen ist nicht einfach nur ein Laut. Zum einen gehört es zur Rücksichtnahme auf andere, dass du als Hundehalter übermäßiges Bellen deines Hundes unterbindest. Zum anderen zeigt sich durch starkes Hundegebell, dass der Hund wahrscheinlich in irgendeiner Form gestresst oder unzufrieden ist. Diesem Tatbestand solltest du mit Sachkunde, Liebe und Hinwendung begegnen, damit es deinem Partner Hund rundum gut geht.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.