Buschiges Fell und Fauchen – sicher hast du dieses Verhalten bereits bei deiner Katze beobachtet. Meistens sind das nur harmlose Reaktionen. Ist deine Katze aber schon aggressiv geworden und hat dich sogar mit Krallen und Zähnen verletzt? Lies hier mehr über die Gründe und wie du aggressives von normalem Verhalten unterscheiden und sogar vermeiden kannst.

Normal oder aggressiv?

Zunächst solltest du lernen, normales von aggressivem Verhalten zu unterscheiden. Eine Katze, die leidenschaftlich spielt, etwas hinterherjagt, faucht und auch mal die Krallen ausfährt, ist noch lange nicht aggressiv. Es handelt sich um völlig katzentypisches Verhalten und ist je nach Temperament unterschiedlich ausgeprägt. Aggressive Katzen hingegen haben eine völlig andere Körperhaltung und einen anderen Gesichtsausdruck. Der Körper ist angespannt und leicht geduckt, die Ohren angelegt, das Gesicht wutverzerrt. Ihre ganze Ausstrahlung unterscheidet sich von einer lebhaft spielenden Katze. Aggressive Katzen lassen sich entweder gar nicht anfassen oder schlagen plötzlich blitzschnell zu, fauchen, fahren massiv die Krallen aus, beißen mitunter und greifen an, sofern du nicht zusiehst, dass du Land gewinnst. Auch schlechte Laune ist nicht gleich Aggression, obwohl sie dadurch ausgelöst werden kann.

Gründe für aggressives Verhalten

Die Katze ist an sich kein grundlos aggressives Tier, schon gar nicht unsere domestizierte Hauskatze. Für eine aggressive Katze muss es also Gründe geben. Dabei gibt es aber leider häufig nicht diesen einen, ersichtlichen Grund, durch dessen Behebung deine Katze zu einem anhänglichen und verschmusten Kätzchen wird, aber du kannst durch das Erkennen dieser Gründe das Leben für dich und deine Katze viel entspannter machen.

Schmerzen

Eine Ursache für eine aggressive Katze können Schmerzen sein. Wenn deine Katze ganz plötzlich aggressives Verhalten zeigt, kannst du sie zunächst aufmerksam beobachten. Erkennst du vielleicht eine Verletzung? Im Zweifelsfall suchst du deinen Tierarzt auf, um ganz sicher zu sein, dass ihr körperlich nichts fehlt.

Psychische Ursachen

Wenn dir dein Tierarzt bestätigt, dass dein Stubentiger gesund ist, können auch psychologische Ursachen dazu beitragen, dass Katzen aggressiv werden. Auslöser dafür können kleinste Veränderungen in ihrem Umfeld sein, denen du selbst gar keine Bedeutung beimisst. Selbst ein neues Sofa oder der neue Platz für den Kratzbaum können dabei für sensible Katzen bereits zum Auslöser werden. Auch ein neuer Partner in deinem Leben, ein Baby oder vielleicht eine neue Katze können der Auslöser für deine aggressive Katze sein.

Ängste als Auslöser

Ein weiterer Auslöser für Aggressionen bei Katzen kann Angst sein. Das zu Beginn beschriebene Verhalten der Katze, in welchem sie sich aufplustert, um größer zu wirken, zeugt meistens von Angst. In einem solchen Moment solltest du deine Katze einfach in Ruhe lassen, damit sie merkt, dass es keinen Grund für ihre Angst gibt. Gehe dennoch der Ursache auf den Grund, um herauszufinden, was deiner Katze Angst macht, und beseitige den Auslöser wenn möglich. Beobachte deine Katze genau und locke sie zum Beispiel mit Spielen und Leckerlis zur angstauslösenden Stelle, damit sie lernt, dass alles in Ordnung ist. Aber überfordere sie dabei nicht.

Zusammenfassung: Gründe für Aggressivität bei Katzen

  • Stress durch Veränderungen der Familienstruktur
  • Stress durch eine neues Haustier
  • Gesundheitliche Probleme oder Schmerzen
  • Psychische Ursachen, Ängste
  • Fehlender Freigang oder Einsamkeit

Hilfe bei aggressiver Katze

Wenn deine Katze dir gegenüber aggressiv ist, ignorierst du sie am besten, damit sie sich beruhigen kann. Versuche nicht, deine Katze durch Streicheln oder auf den Arm nehmen zu beruhigen – auch wenn du es nur gut meinst. Sie wird es als weitere Bedrohung empfinden und dich eventuell unbeabsichtigt verletzen. Falls du nicht weißt, wie du mit deiner aggressiven Katze umgehen sollst oder du keine Fortschritte erzielst, kannst du die Hilfe einer Katzenpsychologin in Betracht ziehen. Sie ist in der Lage, dir und deiner Mieze professionell zu helfen und kann den Gründen für ihr aggressives Verhalten auf den Grund gehen. Auch Tierkommunikation hat schon in vielen Fällen dazu beigetragen, den Grund für aggressives Verhalten bei Katzen aufzudecken.

Aggressivität bei Katzen vorbeugen

Solltest du eine größere Veränderung wie Familienzuwachs oder Umzug planen, versuche deine Katze schrittweise daran zu gewöhnen. Wenn du ihren Kratzbaum umstellen möchtest, verschiebe ihn jeden Tag nur ein Stückchen. Dein neuer Partner soll bei dir einziehen? Gehe die Sache deiner Katze zuliebe schrittweise an. Lass deinen Partner häufiger zu Besuch kommen, damit sich deine Katze an ihn gewöhnt. Vielleicht lässt dein Partner auch einige Kleidungsstücke bei dir, damit deine Katze den Geruch ständig um sich hat. Solltest du dir eine zweite Katze zulegen wollen, informiere dich dahingehend am besten noch einmal im Besonderen, was du bei der Zusammenführung beachten musst.

Fazit

Aggressive Katzen brauchen Hilfe, da etwas in ihren Lebensumständen aus ihrer Sicht im Argen liegt. Kümmere dich als Katzenhalter darum, es lohnt sich.

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