Der Anblick einer Nacktkatze ist selten und löst bei vielen Erstaunen oder auch Befremden aus. Schließlich ist eine Katze ohne Fell recht untypisch und das Aussehen einer Nacktkatze unterscheidet sich dadurch markant von ihren felligen Artgenossen. Erfahre hier Wissenswertes über die Nacktkatze.

Herkunft der Nacktkatze

Tatsächlich ist die Nacktkatze ursprünglich eine Laune der Natur und nicht die Idee eines Züchters. Die ersten Exemplare tauchten um 1900 herum auf, die nackt in Folge einer zufälligen Genmutation zur Welt kamen. Erst einige Jahre später, ca. Mitte des 20. Jahrhunderts, weckten die Nacktkatzen die Neugierde von Züchtern. Sie entdeckten, dass es zwei verschiedene Gen-Varianten gibt. Bei einer Variante kann nur eine Nacktkatze mit einer felligen Katze nackte Nachkommen erzeugen, bei der anderen Variante sind beide Tiere nackt. Generell werden die Tiere auch Sphynx-Katzen genannt, wobei sich hinter diesem Namen verschiedene Rassen wie Canadian Sphynx, Elfenkatze oder Ukrainische Levkoy verbergen.

Das Besondere an Nacktkatzen

Das Fehlen des Fells macht diese anmutigen Tiere in jedem Fall zu einer optischen Besonderheit. Ihre Gesichtszüge kommen ausgeprägter zur Geltung und auch ihre Ausstrahlung ist eine ganz andere als die einer felligen Mieze. Die Berührung ihrer Haut, die von einem leichten Haarflaum überzogen ist, fühlt sich ebenfalls besonders an, und manche brauchen etwas Mut, die warme Haut der Tiere zu streicheln. Doch ansonsten sind sie einfach ganz Katze und tun das, was ihre felligen Artgenossen ebenfalls tun und führen ein ganz normales Katzenleben mit Spielen, Toben, Schlafen und Schmusen. Zudem gelten die nackten Sphynx-Katzen als besonders anhänglich.

Gelten besondere Haltungsbedingungen?

Sphynx-Katzen sind in erster Linie Wohnungskatzen. Zum einen wären sie eine beliebte Beute für Katzendiebe – ähnlich wie andere Zuchtkatzen wie Maine Coones oder Norwegische Waldkatzen. Zum anderen sind sie durch das fehlende Fell verstärkt Umwelteinflüssen wie Sonneneinstrahlung, Regen oder Kälte ausgesetzt. Das fehlende Fell ist insofern ein Vorteil, als dass sich keine Parasiten ansiedeln können und das Tier natürlich nicht haart. Jedoch benötigt die Haut gute Pflege und sollte rund zweimal pro Monat in einem warmen Bad sanft gereinigt werden. Die etwas längeren Krallen solltest du hin und wieder vorsichtig kürzen. Denke daran, deine Wohnungskatze nicht allein, sondern mindestens zu zweit zu halten.

Sind Nacktkatzen allergikerfreundlich?

Ob eine Nacktkatze für Allergiker geeignet ist, ist nicht eindeutig zu beantworten, da nicht nur die Haare selbst Allergien auslösen können. Da auch Speichel oder Drüsensekrete bei Menschen Allergien hervorrufen können, kann also auch eine Sphynx-Katze theoretisch allergische Reaktionen hervorrufen. Besteht der Verdacht auf eine Katzenallergie, ist von der Anschaffung in jedem Falle abzuraten, damit das Tier im Nachhinein nicht weggegeben werden muss.

Gelten Nacktkatzen als Qualzucht?

Basierend auf der Erkenntnis, dass Nacktkatzen in erster Linie eine Laune der Natur sind, kann von Qualzucht nicht die Rede sein. Allerdings gibt es Züchter, die sämtliche Körperbehaarung, insbesondere die Schnurrhaare und Wimpern, herausgezüchtet haben. Jedoch sind die Schnurrhaare als Tastorgan lebenswichtig für eine Katze. Züchtungen ohne Schnurrhaare gelten somit als inzwischen verbotene Qualzucht und du solltest eine solche Katze keinesfalls erwerben. Achte beim Kauf unbedingt auf die Seriosität des Züchters und erkundige dich in Vereinen wie dem DEKZV, ob du es mit einem verantwortungsvollen Züchter zu tun hast. Falle nicht auf günstige Angebote herein, um Geld zu sparen, denn Sphynx-Katze haben mit um die 1.000 Euro ihren Preis.

Fazit

Sphynx-Katzen haben durchaus Charme, wobei sie die Lager der Katzenliebhaber aufgrund ihres Äußeren spaltet. Liebenswert sind sie – auch ohne Fell – auf alle Fälle.

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Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz HPC-Team Administrator
Als Redakteurin kümmere ich mich um das Magazin des HPC und schreibe Beiträge und Reportagen. 🙂