Bei den Zwergwiddern gehen Hängeohren und Zwergengröße eine unwiderstehliche Kombination ein. Die Zucht der knuffigen Hoppler begann 1952 in den Niederlanden. Seit die Zwergwidder als Rasse im Jahr 1973 anerkannt wurde, gehören die charmanten und typvollen Löffeltiere heute mit zu den beliebtesten Haustieren. Zwergwidder sind jedoch auch anspruchsvolle Nagetiere, die Wert auf gleichartige Gesellschaft und viel Platz legen.

Zwergwidder: Steckbrief

  • Größe und Normgewicht: 20 bis 40 cm Körperlänge und 1,50 bis 1,90 kg
  • Fell: verhältnismäßig kurze Haare mit sehr dichter Unterwolle
  • Lebenserwartung: ca. 8 bis 12 Jahre
  • Körperform: im Vergleich zu anderen Kaninchenrassen eher kurz und gedrungen gebaut mit einem kräftigen, breiten Kopf

Merkmale und Eigenschaften

Das auffälligste Merkmal des Zwergwidders sind seine langen Schlappohren. Benannt wurden die Widderkaninchen jedoch nach ihrer kurzen, gewölbten „Ramsnase“, die von der Seite dem Kopf eines Schafbocks ähnlich sieht. Zwergwidder sind die kleinsten Vertreter aus der Familie der Widderkaninchen. Es gibt sie in einer Vielzahl von Farben, einfarbig, mehrfarbig gescheckt und mit ungewöhnlichen Fellzeichnungen. Wenn du ihr Vertrauen gewonnen hast, werden die schlappohrigen Kaninchen in der Regel recht zutraulich und lassen sich gerne streicheln. Wie alle Hasenartigen sind sie jedoch keine Schmusetiere. Respektiere, dass sie meist nicht gerne hochgenommen und herumgetragen werden möchten.

Die Haltung

Die zwergengroßen Widderkaninchen können in der Wohnung, aber auch draußen gehalten werden. Sie sind zwar klein und knuffig, aber kühleres Wetter vertragen Zwergwidder dank ihrer dichten Unterwolle und robusten Konstitution besser als überheizte Heizungsluft oder Hausstaub in der Wohnung. Kaninchen sind soziale Tiere und leben in freier Wildbahn in großen Gruppen. Daher brauchst du ausreichend Platz für mindestens zwei Tiere, damit sich die Hoppler wohl fühlen und gesund bleiben. Ein kastriertes Böckchen und eine Häsin harmonisieren am besten zusammen.

Je mehr Platz, desto besser

Neben der Gesellschaft mit Artgenossen sind die Größe des Stalles und regelmäßiger Auslauf für eine artgerechte Haltung der Zwergwidder besonders wichtig. Denn der Bewegungsdrang der kleinen Löffeltiere wird leicht unterschätzt. Zwei Kaninchen benötigen eine Grundfläche von mindestens 6 qm, um ausreichend herumhoppeln zu können. Erst dann kannst du gut beobachten, wie die Widderkaninchen richtig herumtollen und Haken schlagen. Ein Laufgehege, kombiniert mit einem Stall als Rückzugsort und einem großen, sicheren Schlafhäuschen, ist optimal. Wie du weitere typische Haltungsfehler bei Kaninchen vermeidest, liest du hier.

Gesund und rundum gut versorgt

Bei guter Haltung können deine Tiere über 10 Jahre alt werden. Hierbei spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Wie alle Kaninchen müssen Zwergwidder durchgängig fressen können, damit ihre Verdauung funktioniert. Stelle deinen Tieren darum immer frisches Heu zu Verfügung. Dazu kommen Frischfuttergaben aus Kräutern und Wildpflanzen wie Löwenzahn, Brennesseln oder Huflattich oder Obst wie Apfel und Banane sowie Blattgemüse wie Salat oder Spinat. Das Basisfutter wird abgerundet durch kleine Gaben eines rohfaserreichen Trockenfutters und Äste und Zweige zum Knabbern. Statte den Stall mit einer geeigneten Tränke aus, damit den Tieren stets frisches Trinkwasser zur Verfügung steht. Mehr zur artgerechten Haltung und Versorgung von Kaninchen findest du hier.

Tierärztliche Betreuung

Kläre mit einem Tierarzt deines Vertrauens, welche Impfungen und zusätzliche Maßnahmen wie Wurmkuren dein Hoppler benötigt. Widderkaninchen sind etwas anfälliger für Ohrenentzündungen und Zahnfehlstellungen als andere Kaninchenrassen. Am besten wendest du dich an einen speziell auf Kleintiere spezialisierten Tierarzt.

Deine Tiere finden

Zwergwidder sind hierzulande weit verbreitete Kleintiere. Zu Recht, denn die liebenswerten, aber auch selbstbewussten und verspielten Schlappohren sind wundervolle Haustiere. Manches Mal werden ihre Bedürfnisse jedoch unterschätzt und das Wunschtier wird plötzlich zur Last. Daher lohnt sich eine Nachfrage im örtlichen Tierheim, wo sich oft wundervolle Löffeltiere finden lassen. Niemals solltest du ein Tier im Zooladen kaufen! Warum das so ist, steht hier. Die Schlappohren werden es dir danken!